Spielabsagen und Arbeitsunfall

Hiobsbotschaften für die Peißenberg Miners

Martin Andrä Kapitän der Miners
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Bis auf Weiteres müssen die Peißenberg Miners ohne ihren Kapitän Martin Andrä auskommen, der nach einem Arbeitsunfall bis mindestens Mitte Februar ausfällt. 
  • Roland Halmel
    VonRoland Halmel
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Peißenberg – Wochenlang war es bei den Peißenberg Miners in Sachen Corona ruhig, obwohl der Landkreis Weilheim-Schongau zeitweise enorm hohe Inzidenzzahlen aufwies. Kurz vor dem Jahreswechsel suchte das Virus den Bayernligisten aber wieder heim.

Am Mittwoch vergangener Woche fiel ein erster Schnelltest eines Spielers positiv aus. In den Tagen darauf folgten drei weitere Fälle. Diese unerfreuliche Entwicklung führte dazu, dass die TSV-Führung in Abstimmung mit der Abteilungsleitung erst das für 30. Dezember angesetzte Heimspiel gegen Dorfen und dann auch die anschließende Heimpartie gegen Ulm/Neu-Ulm absagte. Danach stieg die Zahl der Positivfälle bei den Miners auf sechs an. Dadurch blieb den Verantwortlichen der Miners nichts anderes übrig, als auch die nächsten Partien zuhause gegen den ESC Kempten als auch das Gastspiel am kommenden Freitag beim EHC Waldkraiburg abzusagen. Ob dann am kommenden Dienstag zuhause gegen den EHC Königsbrunn gespielt werden kann, steht in den Sternen.

„Für den Verein sind die Heimspielausfälle zur besten Eishockey-Zeit eine finanzielle Katastrophe“, sagt Kratzmeir, der seiner Truppe aktuell einen Quasi-Lockdown verordnete. Das heißt kein Training und auch die Nicht-Infizierten sollten Kontakte soweit es geht vermeiden. „Ich bin selbst nicht betroffen, aber ich bleibe auch erstmal zuhause“, erklärt der Coach. Er hofft dieses Wochenende wieder mit dem Training beginnen zu können. „Dann sind die sieben Tage bei den ersten Betroffenen rum und dann müsste auch Klarheit herrschen, ob es Omikron war.“

Seine Mannen haben für die Zeit ohne Eistraining einen Trainingsplan bekommen, um sich individuell fit zu halten. „Dann müssen wir aber schauen nach der Pause wieder in den Rhythmus zu kommen“, sieht Kratzmeir dennoch ein paar Unwägbarkeiten.

Sicher ist indes, dass die Tabelle nach Abschluss der Hauptrunde mit dem Quotienten erstellt wird. „Wir haben da gerade die benötigten 75 Prozent der Spiele erfüllt“, sagt Kratzmeir nach 22 von 28 Spielen (78,6 Prozent). Mit einem Quotienten von 2,0 wären die Peißenberger in der Rangliste weiterhin Dritter. „Das sollte eigentlich für Platz acht reichen“, ist Kratzmeir guter Dinge, dass die Miners in der Meisterrunde dabei sein werden.

„Die Mannschaft hat trotz der Widrigkeiten die Leistung gebracht“, lautet die Zwischenbilanz von Kratzmeir. „Sicher ist es nicht befriedigend, wenn man nicht alle Spiele machen kann, aber ich denke wir stehen sportlich da, wo wir nach der Leistung auch hingehören.“ Kratzmeir ist mit der Platzierung sehr zufrieden. „Das müssen wir dann auch in der Meisterrunde bestätigen“, macht der Miners-Coach deutlich. Er hofft bis dahin, die Nachwehen der Corona-Pause komplett überwunden zu haben und dass der eine oder andere verletzte Spieler wie Tobias Estermaier und Martin Andrä wieder zurückkehren. Letzteren erwischte es in der Arbeit. Der Miners-Kapitän zog sich eine schwere Handverletzung zu und fällt damit sechs bis acht Wochen aus. „Das ist brutal. Es gibt bei uns nur zwei Spieler die wir nicht kompensieren können und das sind Torhüter Korbinian Sertl und der Bäcker“, zeigte sich Kratzmeir nach dem Ausfall von Andrä niedergeschlagen.

Gefrustet war auch TSV-Präsident Stefan Rießenberger, der vor dem Jahreswechsel die Telefondrähte glühen ließ, um sich Ratschläge über das weitere Vorgehen und die richtige Handlungsweise einzuholen. „Ich habe zwei Tage lang versucht die Notfallnummer des Gesundheitsministerium zu erreichen, da bekam ich nur zu hören ‚Sie rufen außerhalb der Geschäftszeiten an‘, das ist ein Skandal“, ärgerte sich Rießenberger über die fehlende Unterstützung durch die zuständigen Stellen. „Wir müssen innerhalb kürzester Zeit entscheiden, aber von oben geht alles viel zu langsam. Wehe aber, wenn wir was falsch machen, dann ist der Teufel los“, war Rießenberger entsprechend bedient.   

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