Sandbahnrennen Altrip

Irres Auf und Ab für Speedway-Fahrer Dennis Helfer

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Zwischendurch fast abgemeldet, am Ende strahlender Sieger: Speedway-Fahrer Dennis Helfer (vorne) aus Weilheim durchlebte in Altrip die ganze Bandbreite an Emotionen.

Weilheim – Fast hatte Speedway-Fahrer Dennis Helfer die vordersten Positionen beim 66. Internationalen ADAC Sandbahnrennen im rheinland-pfälzischen Altrip schon abgeschrieben. Doch nachdem der Fronleichnam-Tag gleich mehrere überraschende Wendungen nahm, war es urplötzlich der Weilheimer, der in der „Klasse 3: B-Solo“ oben auf dem Treppchen stand.

Ehe die Fahrer auf die Strecke konnten, war Geduld nötig. Denn ein so schönes Wetter, wie es zu diesem Zeitpunkt herrschte, war der Ortschaft am Rhein zuvor nicht bestimmt. In der Nacht hatte ein heftiges Gewitter getobt. „Die Bahn war noch mit kleinen Pfützen besetzt“, schildert Helfer. „Deshalb mussten diese Stellen erst einmal abgesaugt werden.“ Somit verschob sich das Training etwas, der zweite Durchgang wurde gestrichen.

Ins Pflichttraining, das aufgeteilt in zwei Gruppen als Ausscheidung diente, startete Helfer zuversichtlich. Im einzigen verbliebenen freien Training zuvor hatte sich der 29-Jährige wohlgefühlt; „wir waren mit dem Set­up eigentlich ganz zufrieden“.

Nun lief es aber deutlich weniger nach Wunsch: Der erste Start des Pflichttrainings wurde nach einer Bandberührung sofort abgebrochen und neu gestartet. Beim zweiten Startversuch derselbe Verlauf. „Ich kam mit hektischen Gesten zum Fahrerlagertor, wo mein Team auf mich wartete“, beschreibt Helfer, der ein lautes „Motor-Klackern“ vernahm.

Auf der Ersatzmaschine verlief der dritte Startversuch dann reibungslos. Helfer entschied den Start für sich, leistete sich aber Mitte der zweiten Kurve, einer Spitzkehre, einen kleinen Fahrfehler und fiel auf Position zwei zurück. „Die Stelle war an diesem Tag sehr speziell zu fahren“, erklärt er. Angriffe auf den nun Führenden Julian Bielmeier unternahm der Weilheimer mit Aussicht darauf, dass auch der zweite Platz die sichere Qualifikation fürs Rennen einbringen würde, keine mehr.

Da jedoch Helfers Vordermann in der letzten Kurve noch patzte und disqualifiziert wurde, wertete die Rennleitung Helfers schnellste Zeit als die trainingsbeste – Rang eins. „Er kam sehr weit raus und verließ die Bahn“, erinnert sich der Weilheimer an den Fauxpas seines Konkurrenten.

Auch beim Rennen entschied sich Helfer fürs Ersatzbike, dessen Setup in der Mittagspause noch ein paar Änderungen unterzogen wurde. „Das hatte mich im Pflichttraining schon sehr überrascht“, lobt der Fahrer seine Backup-Maschine.

Nach einem erneuten Startabbruch – diesmal war Marcel Sebastian eine Bandberührung unterlaufen – wurde es für die sechs Fahrer, darunter Sebastians Reserve Paolo Bonfante, ernst. „Ich hatte von Startplatz weiß einen mäßigen Start und auch das Gefühl, dass ich nicht den richtigen Vortrieb hatte“, schildert Helfer. „Ich war zunächst hinter Bielmeier auf Position zwei, aber in der zweiten Kurve wurde mir sofort klar, dass ich am Hinterrad einen Plattfuß hatte und mir blieb nichts anderes übrig, als das Motorrad sehr enttäuscht im Innenfeld abzustellen.“ Eine Runde später stürzte Bielmeier – Abbruch.

"Back to business"

Für den Wiederholungslauf blieben nur noch vier Fahrer übrig. Helfer beobachtete das Geschehen von außen. „Ich dachte mir, dass es heute mit einer Topplatzierung nichts mehr wird“, beschreibt er sein Gefühlsleben. Doch nun fiel Mario Niedermeier in Führung liegend aus, Stefan Drofa gewann vor Sebastian Trapp und Bonfante.

Damit ergab sich eine ganz neue Situation. „Ich ging zu meiner Box zurück und teilte meinem Team mit, dass wir ‚back to business‘ seien“, schildert Helfer. Fast alles stand wieder auf Null. „Alle Trainingsschnellsten – Bielmeier, Niedermeier, Sebastian und auch ich – hatten nach dem ersten Lauf nämlich keine Punkte und somit bestand auch wieder die Chance für alle auf eine Topplatzierung“, erklärt Helfer.

Im zweiten Lauf gelang dem Weilheimer ein glänzender Start von schwarz/weiß aus und diese Führung gab er bis ins Ziel hinein nicht mehr her. „Und das auch noch mit der schnellsten Zeit des Tages in der B-Lizenz Solo.“ Nun galt es nochmals alle Kräfte zu mobilisieren. „Denn mit einem Laufsieg wäre der Tagessieg meiner.“

Helfer legte von Startplatz rot aus abermals einen guten Beginn hin, behauptete sich erfolgreich in der ersten Kurve und fuhr Platz eins souverän ins Ziel. „Ich konnte es selber noch gar nicht glauben, aber ich war Tagessieger“, jubelte Helfer hernach, nachdem sich der Verlauf des Tages nach mehreren Aufs und Abs so vorteilhaft für ihn entwickelt hatte. „Eine grandiose Wende!“

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