Niederlagen gegen Favoriten

Miesbach für Miners und Mammuts zu stark

Eishockey Bayernliga Miners Peißenberg Estermaier
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Tobias Estermaier kehrte gegen Geretsried ins Peißenberger Team zurück.
  • Roland Halmel
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Peißenberg/Schongau – Beim Favoriten knapp an einer Überraschung vorbei­geschrammt und danach den zweiten Heimsieg eingefahren: Bei den Peißenberg Miners fiel das Fazit am zweiten Saisonwochenende mit der 3:4-Niederlage beim TEV Miesbach und dem 4:2-Heimerfolg gegen die River Rats Geretsried durchaus zufriedenstellend aus. Zwischen Euphorie und Ernüchterung lagen derweil bei der EA Schongau nur einige Stunden: Auf den 8:2-Sieg in Erding folgte zuhause ein 2:7, ebenfalls gegen Miesbach.

Peißenbergs Coach Christian Kratzmeir war mit der Leistung gegen die stark ersatzgeschwächten River Rats vor knapp 400 Zuschauern nur bedingt einverstanden: „Wir wollten den Gegner ins Laufen bringen, das haben wir 15 Minuten gemacht und danach nicht mehr.“ Niko Fissekis (5.) und Tobias Maier (18.) sorgten für eine 2:0-Führung, danach ließen die Miners hochkarätige Chancen aus und offenbarten Qualitätsprobleme in der Abwehr. Torwart Korbinian Sertl war es zu verdanken, dass das zweite Drittel ohne Gegentreffer blieb, während Dominic Krabbat (29.) die Führung ausbaute.

Spätestens im dritten Durchgang übernahmen die Geretsrieder immer mehr das Kommando. Michael Harrer (49.) und Paul Gania (54.) verkürzten und Peißenberg wackelte, bis Dominik Ebentheuer (60.) mit einem Empty-net-Treffer alles klar machte. Am Ende sei der Sieg auch Glückssache gewesen, ärgerte sich Kratzmeir, dem auch noch der Kapitän ausfiel, als sich Martin Andrä in einen Schuss warf und am Knie getroffen wurde. „Ich hoffe es ist nicht so schlimm“, meinte der Trainer.

Beim TEV in Miesbach geriet seine Mannschaft nach nur 58 Sekunden durch Patrick Asselin in Rückstand. Die erste Überzahl nutzte Krabbat aber sofort zum Ausgleich (6.). Strafen bestimmten in der Folge das zerfahrene erste Drittel, in dem Felix Feuerreiter (18.) den TEV erneut in Führung schoss.

Im Mittelabschnitt blieb die Strafbank weiterhin gut besetzt. Ein Powerplay verwertete Tomas Rousek (24.) zum 2:2. Danach hatte Krabbat doppelt Pech: Erst brach ihm vor dem leeren Kasten der Schläger, kurz danach verhinderte ein Schlag auf sein Handgelenk eine weitere Torchance. Den anschließenden Konter verwertete Asselin (30.) zum 2:3 „Die spielentscheidende Szene“, meinte „Miners“-Sprecher Andreas Schugg.

Bei einer Strafzeit gegen Sertl wegen Spielverzögerung sorgte Asselin (48.) mit seinem dritten Treffer des Abends für die Vorentscheidung. Valentin Hörndl (53.) brachte die Gäste nochmal heran, mehr sprang aber nicht mehr heraus.

Berg- und Talfahrt für EAS

In Erding klappte für die Mammuts alles: Auf den Ausfall Jakub Muziks reagierte Trainer Rainer Höfler, indem er Verteidiger Daniel Holzmann auf die vakante Stürmerposition zog, in der Abwehr bekam der 18-jährige David Kaiser das Vertrauen und im Tor gab Philipp Wieland sein Bayernligadebüt.

Zwar brachte Marco Babic die Gladiators früh in Front (2.), dann aber hielten die Schongauer defensiv dicht, um nach vorne gefährlich zu kontern. Holzmanns Hattrick (2., 7., 15.) und Leo Zink (18.) sorgten für eine 4:1-Führung vor der ersten Pause, in deren Anschluss Roman Tomanek das 5:1 (22.) nachlegte. Erding leistete sich nun einige Strafen und Sebastian Busch (29.) verkürzte sogar in Unterzahl, doch auch wenn die EAS einige Powerplays liegen ließ – die Nadelstiche saßen. Kevin Steiner (37.), Tomanek (39.) und Florian Höfler in Überzahl (40.) stellten noch vor der zweiten Pause den Endstand her. Fehlerquote, Teamspiel, Disziplin und Abschlussstärke – da kam sogar der sonst eher kritische Trainer Höfler hernach richtig ins Schwärmen.

Anlass dazu bestand am Sonntag dann weniger, in Schongau wurde der TEV Miesbach seiner Favoritenrolle vor rund 200 Zuschauern vollends gerecht. Lediglich im Anfangsdrittel konnte die EA Schongau noch dagegenhalten, als sich der Gast durch einige Strafen schwächte. Doch holten die Mammuts aus dieser Phase wohl zu wenig heraus: Als sich TEV-Verteidiger Johannes Bacher nach einem Beinstellen und Faustschlägen zwei plus fünf Minuten plus Spieldauer abholte und auch noch Josef Frank auf die Strafbank musste, gelang der EAS in dieser langen Überzahl nur ein Treffer, nämlich durch Philipp Keil (5.).

Miesbachs Bohumil Slavicek (13.) glich zum Pausenstand aus, im Mittelabschnitt demonstrierten er, Kontingentpartner Asselin und ihre Miesbacher nahezu perfektes Powerplay: Drei Strafen für die EAS folgten drei Treffer: Franz Mangold (27.), Matthias Bergmann (29.) und Christoph Fischhaber (32.) verwerteten.

Kurz schlossen die Mammuts nochmal durch Simon Maucher auf (34.), diesmal im Powerplay. Nach einem Fehlpass vor dem eigenen Tor, den sich die Gäste und Sebastian Deml (39.) nicht entgehen ließen, war die Angelegenheit aber entschieden. Daran hätte eine erneute Spieldauerstrafe gegen Miesbach, diesmal für Michael Grabmaier, womöglich noch etwas ändern können. Doch stattdessen fiel bei Vier-gegen-vier und angezeigter Strafe gegen die EAS das 2:6 durch Asselin, der Sekunden vor Ende auch noch das 2:7 nachlegte.

Am Freitag wartet auf die EAS und die Miners das Derby gegeneinander. Los geht es um 20 Uhr in Schongau.

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