Leistungen mit Licht und Schatten

Miners und Mammuts mit zwei Gesichtern

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Peißenbergs Dominik Ebentheuer (links) erzielte gegen Pfaffenhofen das 9:0.
  • Roland Halmel
    VonRoland Halmel
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Peißenberg/Schongau – Zwei Gesichter zeigten sowohl die Miners als auch die Mammuts am Wochenende. Beim ersatzgeschwächten und trainerlosen EHC Königsbrunn wurde die schwache Peißenberger Vorstellung mit einer 3:4-Niederlage bestraft. Zwei Tage später stand im Heimspiel gegen den EC Pfaffenhofen mit einem 10:0 der erste zweistellige Saisonsieg zu Buche. Derweil endeten beide Schongauer Spieler mit 5:6 – in Kempten zugunsten der EAS, die dann aber zuhause gegen Dorfen verlor.

„Gegen Pfaffenhofen haben wir erstmals in der Saison die Partie über 60 Minuten sauber zu Ende gespielt“, lobte Peißenbergs Coach Christian Kratzmeir sein Team, das sich zunächst schwer tat, da die ohne Trainer angereisten sieglosen Gäste im Eröffnungsdrittel mehrere gute Möglichkeiten verzeichneten. Auch die Hausherren erarbeiteten sich einige Chancen. Erfolgreich war aber nur Niko Fissekis (14.), der in Überzahl das 1:0 markierte.

Im Mittelabschnitt ließen die Pfaffenhofener einiges liegen, ehe sich Tomas Rouseks (28.) 2:0 als Startsignal für eine Torlawine erwies: Binnen sechs Minuten netzten die Miners viermal ein: Dominic Krabbat (31., 34.), Martin Lidl (32.) in Überzahl und Andreas Kreutterer (33.) gingen vor rund 300 Zuschauern nach der Devise „jeder Schuss ein Treffer“ vor. Daran änderte auch der Torhüterwechsel der Gäste nach dem 5:0, Franziska Albl löste Nico Henseleit ab, nichts.

Bis zum Drittelende hielt Albl ihren Kasten ab dem 6:0 trotz weiteren Möglichkeiten sauber. Im Schlussdurchgang musste sie jedoch nach weiteren Treffern von Rousek (43.), Fissekis (43.), Dominik Ebentheuer (57.) und Sinan Ondörtoglu (59.) hinter sich greifen.

Zwei Tage zuvor traten die Miners in Königsbrunn noch völlig anders auf. „Wir sind überheblich aufs Eis gegangen“, ärgerte sich Kratzmeir nach den ersten beiden Dritteln, in denen sein Team mit Abspielfehlern, wenig Laufbereitschaft und kaum einem gewonnenen Zweikampf die bisher schwächste Saisonleistung zeigte. Für Königsbrunn trafen Tim Bullnheimer (3.) und Jakub Bitomsky (20.).

Im zweiten Drittel versuchten die Peißenberger mehr Druck aufzubauen, was aber nicht richtig funktionierte. Dennoch kamen die Gäste durch einen Unterzahltreffer Krabbats (33.) heran. Nur 49 Sekunden später stellte Bitomsky den alten Abstand her. Als Hayden Trupp (43.) eine doppelte Überzahl der Hausherren zum 4:1 nutzte, schien die Partie gelaufen.

Danach wachte der TSV aber auf. Nur eine Minute später verkürzte Martin Andrä (43.) und die Miners erspielten einige gute Möglichkeiten, scheiterten aber an Goalie Donatas Zukovas. Krabbat (52.) schaffte schließlich den Anschlusstreffer. Obwohl Königsbrunn die Kräfte schwanden, gelang der Ausgleich nicht mehr. Die Miners traten mit leeren Händen und einem schwer verletzten Spieler die Heimreise an: Manuel Singer riss sich die Bizeps-Sehne und fällt mindestens drei Monate aus.

Auswärts eine Macht

Eine niedrige Fehlerzahl und die bessere Chancenverwertung – gerade die Effizienz war in den vergangenen Jahren oftmals ein Manko bei der EAS – haben die Mammuts die volle Punktzahl aus Kempten entführen lassen. Jason Lavallee gelangen gleich drei Tore, Backup-Torwart Philipp Wieland hielt im zweiten Einsatz den zweiten Sieg fest. Dennoch sah Trainer Rainer Höfler noch zu viele leichtfertige Strafen und Fehler im Aufbau.

Die frühe Schongauer Führung durch einen Nachschuss Daniel Holzmanns glich der favorisierte Gastgeber vor gut 700 Zuschauern in der siebten Minute aus, als der Ex-Peitinger Maximilian Schäffler traf.

Den Mittelabschnitt begannen die Kemptener furios: Eine Strafe gegen Roman Tomanek nutzte Kemptens Timo Schirrmacher (22.). Aber auch die Mammuts können inzwischen Powerplay: 32 Sekunden war ESC-Neuzugang Robert Lepine auf der Strafbank, da erlöste ihn sein Landsmann Lavallee schon wieder – Ausgleich (27.). Eine Kombination über Kevin Steiner und Florian Höfler vollendete Jonas Lautenbacher zum 2:3 (31.).

Einige der letzten Erfolge der Kemptener gehen auf das Konto des starken Überzahlspiels – zum Beweis egalisierte Nicolas Oppenberger in der 36. Minute wieder. In einer Vier-gegen-vier-Situation nutzte Schäffler 18 Sekunden vor der zweiten Pause einen leichtfertigen Fehler in der Schongauer Defensive.

Die EAS kam wenig geschockt aus der Kabine. Schnell stellte Lavallee mit dem zweiten Power­playtreffer auf 4:4 (41.). Zwar bissen die Sharks umgehend zurück, Anton Zimmer legte schnell wieder vor (42.). Doch nachdem Schongau eine Unterzahl schadlos überstanden hatte, traf Lavallee fünf Minuten vor Spielende abermals und läutete damit eine heiße Schlussphase ein. In der 57. Minute geriet die EAS in Unterzahl, während der sich auch noch Kemptens Finne Joonas Huovinen und Lavallee in die Wolle bekamen.

Die Mammuts überstanden die Unterzahl aber und in der Schlussminute tankte sich Florian Seelmann durch, bekam den langen Pass und verwandelte zum 5:6. Auszeit Kempten und noch 48 Sekunden bis zum erneuten Auswärtssieg – der auch gelang.

Der vierte Sieg im vierten Auswärtsspiel, das sei kein Zufall mehr, freute sich EAS-Sprecher Gerhard Siegl. „Und dabei ist der ESC Kempten sicher keine Laufkundschaft und im Kader gespickt mit erfahrenen Kräften.“

Inwiefern der Schongauer Gegner vom Sonntag, der ESC Dorfen, Laufkundschaft ist, muss sich noch im weiteren Saisonverlauf herausstellen. Gegen die Mammuts holten die Eispiraten jedenfalls die ersten Punkte der Saison, nachdem sie am Freitag das Kellerduell gegen Geretsried mit 3:6 verloren hatten.

Nachdem sie bereits nach 25 Sekunden durch Urban Sodja in Rückstand geraten waren und Christoph Obermaier (6.) vor knapp 350 Zuschauern erhöhte, rannten die Mammuts bis zum Schluss vergeblich einem Rückstand hinterher. Matthias Müller (11.) verkürzte, Florian Fischer (17.) legte wieder vor.

Im zweiten Durchgang erwischte die EAS durch Lavallee einen Blitzstart, der Kanadier brauchte nur zwölf Sekunden zum Anschluss. Nachdem Sodja (29.) und Maximilian Steiner (36.) auf 2:5 gestellt hatten, sah es schon düster aus für die EAS. Zwar gelang Marius Klein (42.) und Lavallee (54.) noch der Anschluss. Sodjas 4:6 (56.) erwies sich aber als der entscheidende Treffer für Dorfen, weil die EAS nach Steiners (57.) neuerlichem Anschlusstor den Puck kein weiteres Mal an ESC-Goalie Andreas Marek vorbeibrachte.

Am Freitag (20 Uhr) sind die Peißenberger nun bei den Donau-Devils in Ulm im Einsatz. Die EAS tritt zeitgleich in Schweinfurt an.

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