80 000 Euro für das Finanzamt reißen Loch in TSV-Kasse – Viele Baustellen für neuen Präsidenten

Graue Haare wegen Steuerforderung

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TSV-Präsident Stefan Rießenberger bei seinem Bericht. „Dafür habe ich mir ein bisschen was aufgeschrieben, das mache ich normalerweise nicht“, erklärte Rießenberger.

Peißenberg – Viel los war im letzten Jahr beim TSV Peißenberg. Nach dem Führungswechsel, Stefan Rießenberger löste Thomas Karau im Herbst als TSV-Präsident ab, musste der Sportverein zahlreiche unerwartete finanzielle Belastungen, darunter eine fast sechsstellige Steuerforderung des Finanzamts, stemmen.

„Wir haben einige Baustellen“, bekannte Rießenberger bei der Hauptversammlung, die erstmals im Gasthaus zur Sonne stattfand. Diese Problemfälle, die der TSV-Präsident den 60 anwesenden Delegierten aufzählte, hatten es vor allem finanziell in sich. Ein TSV-Bus und der Zamboni für die Eisbereitung gaben den Geist auf, der Hauptkanal im Eisstadion brach und dann musste das Eisstadion wegen der Schneelast auch noch mehrere Tage gesperrt werden. „Das Räumen des Dachs machten einige Peißenberger Firmen und der Alpenverein ehrenamtlich, dafür herzlichen Dank“, zeigte sich Rießenberger erleichtert. „Die Eishackler ziehen sich immer noch in der alten Kabine um, die Stockschützen spielen immer noch auf Asphalt und die Fußballer auf der Wiese“, nannte Rießenberger die anstehenden Projekte, für die der TSV in die Kasse greifen muss. Am weitesten gediehen sind inzwischen die Pläne für neue Umkleiden am Eisstadion. „Wir sind dabei dafür zusammen mit einem Kunstrasenplatz ein Gesamtkonzept aufzustellen“, berichtete der TSV-Präsident, der in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit der Kommune lobte. Die finanzielle Unterstützung für das Eisstadion und auch die kostenlose Überlassung der Räumlichkeiten im Max-Biller-Haus für die Geschäftsstelle nannte er hierfür als Beispiel.

Die Finanzen des Vereins sorgten bei Uli Ingenfeld im abgelaufenen Jahr für einige graue Haare, wie der Schatzmeister bei seinem Bericht einräumte. „Vor allem zum Ende 2018 hin war es schwierig“, bekannte Ingenfeld. Der Ausfall des Zamboni, der kurzfristig ersetzt werden musste, und eine Umsatzsteuer-Nachforderung des Finanzamts über gut 80 000 Euro waren dafür hauptverantwortlich. „Letztere haben wir gezahlt, aber auch gleich Einspruch eingelegt“, erklärte Ingenfeld. Der Streitpunkt bei dieser Steuerforderung ist die Zuordnung von Zahlungen und Beiträgen vom TSV zum Zweckbetrieb oder ideellen Bereich, die im Finanzamt inzwischen anders gesehen werden als noch vor ein paar Jahren. „Dazu gibt es verschiedene Urteile, die unsere Meinung unterstützen. Wir hoffen auf eine Einigung mit dem Finanzamt, ohne vor Gericht gehen zu müssen,“ führte Ingenfeld aus. Angesichts dieser Problemfelder liegt der Abschluss 2018 noch nicht vor. „Unser Konto ist aktuell mit 36 000 Euro im Plus“, berichtete Ingenfeld, nachdem bei einem Umsatz von rund 1,6 Millionen Euro in 2017 ein Minus von 15 000 Euro blieb.

Ein Rückgang ist auch bei den Mitgliederzahlen zu verzeichnen, die von 2 444 auf aktuell 2 394 sanken. Erfreulicher präsentieren sich dagegen die Zahl der Übungsleiter, die innerhalb von sechs Jahren von 46 auf 82 anstiegen. Nicht zuletzt aufgrund der schwierigen Umstände gab es im Anschluss ein dickes Lob von Bürgermeisterin Manuela Vanni. „Was der TSV ehrenamtlich leistet, ist sehr wichtig“, meinte die Rathauschefin. Zum Abschluss der knapp zweistündigen Versammlung zeigte sich Rießenberger trotz der vielen Problemfelder optimistisch: „Es gibt einiges zu tun, aber zusammen werden wir das schaffen“.

von Roland Halmel

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