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Peißenberg Miners stinksauer

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Von: Roland Halmel, Rasso Schorer

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Lidl Eishockey Bayernliga Peißenberg Miners
Martin Lidl erzielte ein Tor für die Miners in Amberg und bereitete drei vor. Am Schluss überwog aber der Frust. © Halmel

Peißenberg/Schongau – Pöbelnde Fans und ein aus ihrer Sicht irreguläres Tor, das die Partie entschied. Für die Peißenberg Miners hinterließ das Gastspiel beim ERSC Amberg einen extrem bitteren Beigeschmack. Dabei bewies die Rumpftruppe beim Verfolger enorme Moral. In einer turbulenten Schlussphase holten die „Miners“ einen zwischenzeitlichen Drei-Tore Rückstand auf, um in der Verlängerung mit 6:7 die Segel streichen zu müssen. Rumpftruppen boten auch die EA Schongau und die gastgebenden Geretsrieder auf, am Ende siegten die Mammuts mit 7:3.

Christian Kratzmeirs Groll war groß: „Das Siegtor der Amberger darf so nie gegeben werden“, ärgerte sich Peißenbergs Trainer. Nach einem Schuss auf Korbinian Sertl pfiff der Schiedsrichter, da er annahm, dass der Miners-Goalie die Scheibe hatte. Dieser ließ den Puck aber fallen und den bug­sierte Ryan Murphy nach 38 Sekunden der Over­time zum siebten Tor der Hausherren ins Gehäuse. „Wir haben uns massiv beschwert, aber er hat das Tor gegeben“, schimpfte der Coach, der sich mit seiner Mannschaft über 60 Minuten von den Amberger Fans übel beschimpfen lassen musste. „Am Ende wurden wir dann auch noch mit Bier überschüttet“, war er danach komplett bedient. „Wir haben das in einem Zusatzbericht gemeldet. Wegen dem irregulären Tor können wir leider keinen Protest einlegen.“

Schon der Start verlief für die mit 15 Feldspielern angereisten Miners unerfreulich. Einen kapitalen Fehlpass vor dem Tor nutzte Marco Pronath (1.) zur Amberger Führung. Die Antwort der Peißenberger ließ aber nicht lange auf sich warten. Nachdem Niko Fissekis am ERSC-Goalie Timon Bätge noch scheiterte, machte es Martin Andrä (5.) besser. Im dritten Nachsetzen glich der TSV-Kapitän aus.

Danach ließen die Miners eine doppelte Überzahl ungenutzt, wenig später traf Lukas Salinger (11.) bei zwei Mann mehr für die Amberger. Mit einem abgefälschten Schuss erhöhte Murphy (13.) kurz danach auf 3:1.

Im Mittelabschnitt blieb das Tempo hoch. Bei dem offenen Schlagabtausch hatte der ERSC mehr Glück. Michael Kirchberger (27.) staubte zum 4:1 ab. „Vor dem letzten Drittel gab es bei keinem von uns Zweifel, dass wir hier nicht noch etwas mitnehmen können“, gingen die Peißenberger laut Kratzmeir trotz dem deutlichen Rückstand zuversichtlich ins Schlussdrittel. Sinan Ondörtoglu (42.), der in Überzahl einen Schuss von Dominik Ebentheuer ins Tor abfälschte, und Thomas Rousek (50.) mit einem trockenen Handgelenksschuss brachten die Gäste auch schnell auf 4:3 heran.

In den letzten Minuten überschlugen sich dann die Ereignisse. Pronath (54.) und Felix Köbele (59.) trafen für die Hausherren. Dazwischen verkürzte Martin Lidl (55.) mit einem Schuss von der Blauen. 99 Sekunden vor der Sirene gelang Martin Andrä der Anschluss und mit einem sechsten Feldspieler für Goalie Korbinian Sertl erzwang Dominic Krabbat 35 Sekunden vor Schluss mit dem Ausgleich die Verlängerung. Die war dann nach dem umstrittenen Amberger Tor schnell vorbei.

Am heutigen Mittwoch (20 Uhr) steht für die „Miners“ das Nachholspiel bei den Donau Devils Ulm/Neu-Ulm auf dem Programm. Das geplante Heimspiel am Freitag gegen den EKC Königsbrunn fällt indessen aus – Hotspot-Lockdown.

Sieben Tore, sieben Schützen

Stark von Ausfällen geprägt war das Schongauer Gastspiel in Geretsried; nur 13 Feldspieler brachten die River Rats auf den Spielberichtsbogen, 14 waren es bei den Mammuts. Genau die Hälfte von ihnen trug sich in die Torschützenliste ein, dennoch stach eine Punktausbeute heraus: Roman Tomanek leistete zu fünf Treffern die Vorarbeit.

Gleich den ersten durch Jason Lavallee (3.) in Unterzahl leitete er mit ein, nach dem Ausgleich Benedikt Mays (13.) in Überzahl jubelten zunächst nur noch die Mammuts. Leonhard Zink (13.) sowie Tomanek (16.), beide im Powerplay, sowie in Unterzahl Florian Höfler (20.) stellten auf 4:1 zur Pause.

Diese war gerade vorbei, da verkürzte Jakob Heigl – erneut im Power­play (21.). Das war es aber mit Toren der Über- und Unterzahlformationen, dabei hätte es weiterhin ausreichend Gelegenheiten gegeben. Gleich zwei Spielausschlüsse holte sich Geretsrieds Bernhard Jorde (28.) nach einem Kniecheck und darauffolgender Keilerei mit Daniel Holzmann ab, auch der Schongauer musste zum Duschen. Seine Teamkollegen Simon Maucher (33.), Willy Knebel (36.) und Füssen-Leihgabe Ferdinand Hummel (37.) entschieden die Partie vorzeitig, das 3:7 der River Rats durch Michael Harrer (60.) fiel quasi auf den letzten Drücker.

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