1. kreisbote-de
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Weilheim-Schongau

Peißenbergs offensive Lücken

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Roland Halmel

Kommentare

Peißenberg Miners Eishockey Bayernliga Amberg
In den ersten beiden Dritteln bedrängten die Peißenberger das Amberger Tor deutlich öfter. Nur klappte der Torabschluss nicht wirklich gut. © Halmel

Peißenberg – Mehr als ein Spiel an einem Wochenende ist für die Peißenberg Miners derzeit nicht drin. Wie schon in der Vorwoche trat der Bayernligist in der Aufstiegsrunde nur einmal an, weil es nach der 1:3-Heimniederlage gegen den ERSC Amberg Corona-Verdachtsfälle gab und deshalb das für Sonntag geplante Gastspiel beim EHC Klostersee kurzfristig abgesagt wurde. Künftig mit dabei ist Dominik Pawliczek, der junge Tscheche übernimmt die Kontingentstelle, die durch den Abgang Tomas Rouseks (wir berichteten) frei wurde. Noch gar nicht in der Aufstiegsrunde antreten konnte die EA Schongau, am Freitag soll es nun soweit sein.

Im Peißenberger Heimspiel am Freitag gegen Amberg war der Kader der Miners mit 21 Spielern so breit wie schon lange nicht mehr gefüllt. Die große Besetzung war aber vor allem den zahlreichen Nachwuchskräften im Team zu verdanken. Zahlreiche arrivierte Stützen und auch Neuzugang Dominik Pawliczek, der noch keine Freigabe von seinem Heimatverband hatte, fehlten.

„Diese Ausfälle können wir nicht kompensieren“, räumte Christian Kratzmeir ein. „Wir haben leider nur eine torgefährliche Reihe“, bekannte der Coach, dessen Team in den ersten Minuten trotzdem klar spielbestimmend war. Tobias Estermaier (1.) und Fissekis (3.) ließen zwei Möglichkeiten noch aus.

Die dritte saß dann aber: Nach einer Scheibeneroberung im gegnerischen Drittel bediente Sinan Ondörtoglu seinen Sturmpartner Fissekis (6.), der mit einem platzierten Schuss in den Winkel auf 1:0 stellte.

Erst Mitte des ersten Durchgangs kamen die Amberger besser ins Spiel. Ebenfalls die dritte Torchance verwertete Michael Kirchberger (12.) zum 1:1, nachdem kurz davor Fissekis (10.) in Überzahl das 2:0 knapp verpasste. Der Peißenberger Topscorer kassierte im Anschluss eine zehnminütige Disziplinarstrafe, da er die Scheibe nach einer Strafe gegen sein Team wegschoss. In der Folge ging es vor 224 Zuschauern ohne große Höhepunkte hin und her.

Auch im Mittelabschnitt blieben zwingende Aktionen auf beiden Seiten Mangelware bis Ondörtoglu (26.,30.) zwei gute Gelegenheiten ausließ. Auf der Gegenseite versuchten es die Amberger vor allem aus der Distanz, was für Miners-Goalie Korbinian Sertl aber keine wirkliche Herausforderung war. Brenzlig wurde es erst nach einer Vogl-Chance (38.), als die Peißenberger eine unübersichtliche Situation (39.) vor dem eigenen Kasten mit vereinten Kräften klärten.

Der Schlussdurchgang blieb zunächst ausgeglichen. In Unterzahl vergab Felix Köbele (45.) eine Breakchance der Gäste. Im Anschluss scheiterte erneut Ondörtoglu (48.,49.) zweimal. Wenig später verlor Ondörtoglu die Scheibe im eigenen Drittel, was Ryan Murphy (51.) mit dem 1:2 bestrafte. Die anschließenden Bemühungen der Miners, auch in Überzahl, brachten kaum Gefahr für das Amberger Tor. Stattdessen machte Kevin Schmitt (56.) mit seinem Powerplaytreffer zum 1:3 den Deckel auf den ERSC-Sieg.

„Die Niederlage war absolut vermeidbar“, meinte Kratzmeir danach enttäuscht. Am Freitag (20 Uhr) steht nun laut Terminplan das Gastspiel der Peißenberger beim TEV Miesbach auf dem Programm, wobei hinter der Austragung der Partie ein dickes Fragezeichen steht, da noch offen ist, wie es in Sachen Corona bei den Miners weitergeht und auch der TEV zuletzt vom Virus heimgesucht wurde.

Ersatz für Rousek

Abwarten heißt es also auch für Neuzugang Dominik Pawliczek. Bei dessen Verpflichtung stand der Bayernligist enorm unter Zeitdruck, um noch vor Ende des Transferschluss am 31. Januar einen Nachfolger für Tomas Rousek zu präsentieren. Videos sichten, Referenzen einholen und Telefonate führen. Neben dem normalen Trainingsbetrieb waren die Verantwortlichen in der letzten Woche deutlich mehr gefordert als üblich.

Am Donnerstag gegen 22.30 Uhr konnten sie schließlich Vollzug melden. Pawliczek wird in der restlichen Saison für die Miners stürmen. „Er ist läuferisch und stocktechnisch sehr gut ausgebildet“, lobte Kratzmeir den jungen Stürmer, der zuletzt in der tschechischen Hochschulliga, der ULLH, für den BO Ostrava spielte. Davor ging der 1,85 Meter große Rechtsschütze für seinen Heimatverein, den AZ Havirov, unter anderem in der zweiten tschechischen Liga aufs Eis.

„Dominik will sich bei uns beweisen, er will Profi werden“, sagt Kratzmeir über den Neuzugang, zu dessen Verpflichtung einige tschechische Eishockeygrößen der Vergangenheit ihren Teil dazu besteuerten: Einer davon, Kamil Drimal, der im Miners-Nachwuchs aktiv ist, wird seinem Landsmann beim Start in Peißenberg auch unterstützen. Die Verpflichtung war indessen nur möglich, weil Edgar Wolf, der Chef des Physio- und Ergotherapiezentrums Weilheim, dem Bayernligisten finanziell unter die Arme griff. „In der aktuellen Situation wäre es sonst nicht möglich gewesen einen neuen Spieler zu holen“, meinte Kratzmeir, der den Außenstürmer Pawliczek aufgrund der Vakanzen im Angriffszentrum zunächst als Center einsetzen wird. „Jetzt hoffen wir, dass alles passt und sich Dominik bei uns wohl fühlt und er sich schnell einlebt“, so Kratzmeir abschließend.

Restart für Mammuts

Die dreiwöchige Corona-Pause ist derweil bei der EA Schongau vorbei. Am Freitag steigen die Mammuts, bei denen die gesamte Mannschaft vom Virus erwischt wurde, in die Aufstiegsrunde der Bayernliga ein – so zumindest der Plan. Zum Restart wartet auf das Team von Trainer Rainer Höfler gleich ein richtig dicker Brocken, denn mit dem EHC Klostersee kommt der Erste der Hauptrunde an den Lech (20 Uhr). In dieser Saison trafen beide Teams noch nicht aufeinander, da beide Partien corona-bedingt abgesagt wurden. Die EAS kann in das Spiel bis auf Jason Lavallee, der noch gesperrt ist, aller Voraussicht nach in Bestbesetzung antreten.

Auch interessant

Kommentare