Bayernligist zieht Saisonfazit

Eishackler auf Trainer- und Kontingentspielersuche

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Der tschechische Stürmer Lukas Novacek konnte die hohen Erwartungen bei den Eishacklern nicht erfüllen. Der Vertrag des 26-jährigen wurde deshalb nicht verlängert.

Peißenberg – Dasletzte Saisonspiel der Peißenberger Eishackler beim EHC Waldkraiburg war eines für die Eishockey-Geschichtsbücher: Die dritte und letzte Pre-Playoff-Partie beider Teams endete am Dienstag um 22.15 Uhr – damit waren die zwei Mannschaften die letzten, die vor dem Einstellen des Spielbetriebs in ganz Deutschland auf dem Eis standen. Der Blick der Verantwortlichen geht indessen schon in Richtung der kommenden Saison. Diese wird einige personelle Änderungen bringen: Der Posten des Cheftrainers ist zu besetzen, da Simon Mooslechner und auch sein Co Martin Drexler abwinken. Auch für die beiden Ausländerposten läuft die Suche.

„Beim Einsteigen in den Bus haben wir erfahren, dass die Saison insgesamt rum ist“, schildert Coach Simon Mooslechner die letzten Momente der vorzeitig zu Ende gegangenen Spielzeit. „Es ist natürlich davor schon was durchgesickert, aber auf dem Eis haben beide Mannschaft so gespielt, als ginge es um die Meisterschaft“, lobte Eishackler-Chef Norbert Ortner den großen Einsatz auf beiden Seiten.

Für seine Mannschaft war die Spielzeit nach der zweiten Niederlage der Best-of-three-Serie gegen Waldkraiburg auch sportlich beendet. „Das Ausscheiden und das Saisonende ist schon schade, denn in den Playoffs, hätte man noch etwas verdienen können, aber die Entscheidung vom BEV ist absolut richtig“, kann Ortner das abrupte Aus aufgrund des Corona-Virus nachvollziehen. „Finanziell ist bei uns alles im grünen Bereich“, lautet seine erste Bilanz beim Blick auf die Eishackler-Zahlen.

Das dürfte nicht überall der Fall sein. „Viele Vereine haben sich verzockt, bei den kostspieligen Verstärkungen, die sie noch vor den Playoffs geholt haben“, könnte sich der Eishackler-Chef vorstellen, dass es bei anderen Clubs nicht so gut aussieht. „Wir hatten zu viele Verletzte und wenn Leistungsträger zehn Wochen ausfallen, wird es schwierig“, waren für ihn die gesundheitlich bedingten Abwesenheiten, unter anderem von Brandon Morley, der Hauptgrund, dass das Ziel der direkten Playoff-Qualifikation verfehlt wurde.

"Immer alles gegeben"

Der kleine Kader spielte dabei natürlich auch eine Rolle. „Wir hätten auch Panikkäufe machen können, wir haben uns aber in Absprache mit der Mannschaft dagegen entschieden“, ergänzt Ortner, der dem Team auch keine Vorwürfe macht. „Bis auf die zwei schlechten Spiele gegen Schongau und dem einen gegen Geretsried, haben sie immer alles gegeben“, stellt Ortner seiner jungen Truppe, in der kein Spieler über 28 Jahre alt ist, ein gutes Zeugnis aus.

Kritik gab es eher an der taktischen Marschroute von Coach Rainer Höfler, der nur mit drei Reihen spielte. „Ich bin kein Freund davon, aber das muss man akzeptieren“, sagt Ortner, der lieber vier Linien auf dem Eis gesehen hätte. Schließlich wolle man junge Nachwuchsspieler einbauen. Ein Lob gab es vom Eishackler-Chef auch in Richtung Mooslechner und Martin Drexler, die nach der Trennung von Höfler im Januar als Trainerteam einsprangen. „Das war die beste Lösung, beide haben das hervorragend gemacht und auch die Mannschaft war von ihnen begeistert“, urteilt der Eishackler-Chef.

Auf Trainersuche

„Mit den drei tollen Spielen gegen Waldkraiburg hatten wir einen guten Abschluss, mir hat es Spaß gemacht“, bilanzierte Mooslechner danach zufrieden. Dennoch hegt er keine Ambitionen, den Chefposten weiterhin zu bekleiden. „Ich mache wieder gerne den Co-Trainer.“ Wer der neue Eishackler-Coach wird, dürfte sich indessen bald geklärt haben. „Wir sind in Gesprächen“, verrät Ortner, der zuversichtlich ist, vielleicht schon in den nächsten Tagen einen neuen Trainer präsentieren zu können.

Kontingentspieler gehen

Dieser wird dann nicht mehr auf Brandon Morley bauen können, denn dieser kehrt in seine Heimat Kanada zurück. „Er hat ein Job-Angebot an einer Eishockey-Akademie bekommen, die er dann eventuell auch übernehmen kann“, berichtet Ortner, der den Stürmer, der am Dienstag 26 Jahre alt wird, gerne weiter verpflichtet hätte. „Er ist ein toller Bursche“, lobt Ortner den Kanadier, der sich im vorletzten Spiel gegen Waldkraiburg an der Ferse verletzte und deshalb in der letzten Partie nur noch in Über- und Unterzahl zum Einsatz kam.

Wie Morley verlässt auch Lukas Novacek den Bayernligisten. Der 26-jährige Tscheche, der mit der Empfehlung von 107 Scorerpunkten im Vorjahr bei den Hammer Eisbären aus der Regionalliga West an die Ammer gewechselt war, konnte die Erwartungen der Verantwortlichen und Fans nicht erfüllen. „Zwei Monate war er gut und dann hat man nur noch wenig von ihm gesehen“, urteilte Ortner, nachdem der Tscheche am Ende 56 Punkte verbuchte. Wer die Kontingentstellen in der kommenden Saison besetzt, ist noch offen. „Das werden wir zusammen mit dem neuen Trainer klären“, sagt Ortner.

Kaderplanung läuft

Zwei Spieler haben indessen schon für die neue Saison zugesagt: Die beiden Torhüter Korbinian Sertl und Andreas Scholz verlängerten ihre Verträge vorzeitig. „Wir werden jetzt nach und nach Gespräche mit den anderen Spielern führen“, erklärt Mooslechner. Ein ordentlicher Abschluss war den Eishacklern schon nicht mehr vergönnt. Das geplante abschließende Gauditraining fiel dem Corona-Virus zum Opfer, weil die Eishalle gesperrt wurde. „Wir haben uns dann halt in der Kabine zusammengesetzt“, erklärte Mooslechner. Auch der geplante Mannschaftsausflug nach Ischgl Anfang April ist in der Zwischenzeit abgesagt.

Einen weiteren Abschied hinter der Bande müssen die Eishackler darüber hinaus verkraften. Roman Klapper, der Physiotherapeut, der die Peißenberger vier­einhalb Jahre betreute, wird kürzer treten. 

hal

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