Sturzserie bei DM-Rennen

Regenkapriolen und Rennabbruch beim Triathlon in Schongau

Triathlon Schongau 2021 Damen Regionalliga
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Im Gegensatz zu den Herren war das Starterfeld bei den bayerischen Meisterschaften und der Regionalliga Damen relativ überschaubar.
  • Roland Halmel
    VonRoland Halmel
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Schongau – Letztes Jahr die Absage wegen Corona und in diesem Jahr Dauerregen: Alles andere als einfach war für die Verantwortlichen des Tri-Teams Schongau die Durchführung des Ausdauerrennens am Lech. Schlussendlich fiel sogar die Entscheidung zum Abbruch.

Die starken Niederschläge im Vorfeld ließen die Pegelstände im Fluss ansteigen und machten am ersten von zwei Wettkampftagen einen Schwimmbewerb unmöglich. Trotz vielen Umplanungen, das Schwimmen sollte am Lido und nicht an der Lechbrücke durchgeführt werden, konnten die Athleten einen Tag später bei der Deutschen Meisterschaft auch nicht ins Wasser, da zu viel Treibholz die Sicherheit gefährdete. Stattdessen wurden die Rennen als Lauf-Rad-Lauf-Kombination in und um die Schongauer Altstadt ausgetragen.

Während der „Saturday Night Triathlon“ mit der bayerischen Meisterschaft und dem Regionalliga-Bewerb trotz den widrigen Umständen gut über die Bühne ging, mussten die Deutschen Meisterschaften vorzeitig beendet werden. Denn auf der Radstrecke beim Kreisverkehr nach dem Rößlekellerberg passierten zu viele Stürze und die medizinische Versorgung der Verletzten wurde immer schwieriger.

„Das BRK war zahlenmäßig sehr stark vertreten, aber irgendwann komplett ausgelastet“, berichtete Tri-Team Chef Wolfgang Ahrens beim zweiten Bewerb der weiblichen B-Jugend. Und das zwang die Verantwortlichen sofort zur Reaktion: „Wir waren uns schnell einig, dass wir abbrechen müssen, weil wir keine weiteren Stürze riskieren wollen“, ergänzte Ahrens mit Blick auf die Gesundheit der Nachwuchstriathleten aus ganz Deutschland, darunter Lokalmatadorin Franca Henseleit, die in Schongau ihr WM-Ticket hätten lösen können. Am Abend zuvor bekamen die Zuschauer, die trotz dem schlechter Wetter an der Strecke standen, einen interessanten Bewerb geboten.

Dreifachsieg-Premiere

Eine Klasse für sich bei den Herren war ein Trio aus Kempten, das in beeindruckender Manier nach fünf Kilometern Laufen, 38 Kilometern auf dem Rad und dann nochmal fünf Kilometer Laufen einen Allgäuer Dreifachsieg, den ersten beim Schongau Triathlon, feierte.

Bei überaus schweren Bedingungen kam Lokalmatador Lukas Krämer vom Tri-Team Schongau hinter dem Trio in 1:33:04 Stunden als starker Vierter ins Ziel. „Ich musste nach dem ersten Laufteil die Lücke zu ihnen zufahren und das hat enorm Kraft gekostet“, berichtete der Peißenberger.

In der dritten von fünf Radrunden war Krämer an der Spitzengruppe dran und beim Wechsel auf die abschließende Fünf-Kilometer-Laufdistanz lag er sogar vorne. Die Kemptener saßen ihm aber im Nacken und zogen schnell auf dem winkeligen Kurs durch die Altstadt vorbei.

Im Zielsprint war es schließlich René Höchenberger, der seinen Teamkollegen Yannic Baier in 1:31:22 Stunden knapp mit einem Mini-Vorsprung von einer Sekunde besiegte. „Das Rennen war sehr anspruchsvoll, aber beim Laufen auch sehr kurzweilig und durch die Zuschauer sehr stimmungsvoll“, erklärte der neue Bayerische Meister, der mit seinem Kemptener Team in souveräner Manier auch den Regionalliga-Bewerb gewann. Platz zwei ging an Ingolstadt.

Platz drei für Schongaus Herren

Das Schongauer Herren-Team mit Krämer, Johannes Zappe, Simon Langwieser, Felix Zimmermann und Jan Heinrich belegte mit dem punktgleichen TSG Roth den geteilten dritten Platz.

Bei den Damen holte sich Schweinfurt den Sieg vor „Velosoph Oberbayern“ aus Freising und Amberg. Bayerische Meisterin bei dem Frauen wurde Maria Paulig (Team Icehouse), die sich in 1:45:24 Stunden nach 2016 ihren zweiten Sieg in Schongau sicherte.

Die neue Regionalliga-Chefin Andrea Becker-Pennrich zog danach ein zufriedenes Fazit. „Ich war sehr angenehm überrascht, wie die Teams so unkompliziert die Umplanungen mitgingen und die Strecke ist super toll, weil sie für die Zuschauer so gut einsehbar ist“, urteilte Becker-Pennrich, die zusammen mit Verbandschef Gerd Rucker und Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman die Siegerehrung durchführte.

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