Saisonauftakt in der Bayernliga

Mammuts und Eishackler mit Sieg und Niederlage

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Valentin Hörndl schoss die Eishackler gegen Kempten mit 1:0 in Führung und auch den Siegtreffer in der Verlängerung steuerte der 26-Jährige bei. Zuvor war sein Team in Buchloe mit 1:3 unterlegen.

Peißenberg – Mit viel Spannung ist das Auftaktwochenende in der Eishockey-Bayernliga erwartet worden. Spannend dürfte es bleiben, denn in der Corona-Saison könnte die Liga ausgeglichen wie noch nie werden. Schon der Auftakt bot viele enge Partien, darunter auch die zwei Spiele Peißenbergs gegen zwei Aufsteiger: Beim ESV Buchloe mussten sich die Eishackler mit 1:3 geschlagen geben, zwei Tage später sicherten sie sich gegen den enorm verstärkten Neuling ESC Kempten durch einen 5:4-Sieg nach Verlängerung die ersten Punkte. Noch enger getaktet war das Programm der EA Schongau: Am Samstag bestritten die Mammuts das offizielle Eröffnungsspiel der Liga, das mit 7:3 für Gastgeber Waldkraiburg endete. Tags darauf gelang auch dank eines überragenden Torwarts Daniel Blankenburg ein 3:0-Heimerfolg über den EHC Königsbrunn.

„Hut ab vor den Jungs, sie haben gekämpft bis zum Schluss“, freute sich Peißenbergs Coach Randy Neal über den Peißenberger Heimerfolg am Sonntag gegen Kempten. „Das erste Drittel war ganz gut, aber im zweiten haben wir ein bisschen den Faden verloren“, konstatierte der 63-Jährige, dessen Team wie schon in Buchloe nicht in Bestbesetzung antrat.

Dennoch setzte seine Truppe die Sharks gleich ordentlich unter Druck und erzwang dadurch immer wieder Scheibengewinne. Einen solchen nutzte Valentin Hörndl (2.) zum Führungstreffer. Max Willberger (13.) gelang mit einem verdeckten Schuss auch noch das 2:0. In der ersten Überzahl agierten die Hausherren jedoch nachlässig, so dass Roni Rukajärvi (16.) Kempten prompt auf 2:1 heranbrachte.

Auch im Mittelabschnitt lief es bei den Eishacklern, die 15 Feldspieler aufboten, nicht mehr so rund. Kempten kam dagegen besser ins Spiel. Dennoch gelang den Peißenbergern das dritte Tor durch einen Unterzahlkonter von Max Malzatzki (27.). Doch noch im selben Powerplay markierte Eugen Scheffer (28.) den neuerlichen Anschlusstreffer und wenig später erzielte Markus Czogallik (31.), der mit einer Förderlizenz des EC Peiting für Kempten spielt, den Ausgleich.

Noch vor der Drittelpause schlugen die Eishackler aber zurück, als Max Brauer (36.) zum 4:3 nachsetzte. Im ausgeglichenen Schlussdurchgang ging es hin und her. Trotz schwerer werdenden Beinen verteidigten die dezimierten Hausherren ihre knappe Führung bis kurz vor Schluss, als Michel Maaßen (56.) zum 4:4 traf.

Danach hatten die Peißenberger in Überzahl noch die Chance, die Partie zu entscheiden. Die Latte und eine starke Parade von ESC-Torhüterin Jenny Harß rettete die Gäste jedoch in die Verlängerung. Dort nutzte Hörndl (64.) eine weitere Strafe gegen Kempten zum Siegtreffer.

In Buchloe standen Neal sogar nur 14 Feldspieler zur Verfügung, da wichtige Akteure wie Tobi Estermaier, Moritz Birkner oder Martin Lidl fehlten. Im ausgeglichenen ersten Durchgang schoss Simon Sendl (11.) die Eishackler per Abstauber in Führung.

Die Hausherren antworteten umgehend mit dem Ausgleich durch Marco Göttle (14.) und nachdem die Buchloer kurz vor der Pause in Überzahl nur den Pfosten trafen, ging es mit dem Remis auch erstmalig in die Kabinen.

Durch zahlreiche Strafzeiten im Mittelabschnitt kam danach lange kaum Spielfluss auf. Michal Telesz (28.) war es schließlich, der die Buchloer in Front schoss. Im Anschluss verhinderten die beiden guten Torleute – bei den Pirates hütete Johannes Wiedemann den Kasten – weitere Treffer auf beiden Seiten. Erst Timo Hauck (46.) gelang es im letzten Durchgang, Peißenbergs Schlussmann Korbinian Sertl zu überwinden. Dominik Ebentheuer (56.) machte das Spiel mit seinem Anschluss noch mal spannend, der Ausgleich fiel aber nicht mehr. Am Freitag (20 Uhr) gastieren die Peißenberger beim TEV Miesbach.

Zwei Tage, zwei Spiele

Die Idee eines offiziellen Eröffnungsspiels der Liga war im Vorjahr ein großer Erfolg gewesen. Diesmal hatten der EHC Waldkraiburg und die EA Schongau die Ehre, doch litt die Veranstaltung am Samstag unter den Einschränkungen der Corona-Schutzmaßnahmen. Und fast hätte die EA Schongau auch noch den Spielverderber für die 276 erlaubten Zuschauer gespielt.

Die Löwen-Führung aus der 13. Minute durch Christof Hradek glich Matthias Müller keine 60 Sekunden später aus und in der 18. Minute traf Schongaus Roman Tomanek zur 2:1-Führung der Mammuts.

In der letzten Spielminute des ersten Abschnitts egalisierte Josef Straka zwar noch, aber fast im Gegenzug legte Jakub Muzik wieder vor. Mit 3:2 zugunsten der Gäste ging es ins zweite Drittel – doch sollten dies die letzten Schongauer Tore an diesem Tag bleiben.

Das 3:3 nach Michail Guft-Sokolovs erneutem Ausgleich (23.) hatte bis zur 37. Minute Bestand – da konnten die Löwen eine Fünf-gegen-drei-Überzahl durch Tomas Rousek zur Führung nutzen. Jonas Lautenbacher und Simon Maucher hatten die Schongauer Strafbank gedrückt.

Bis zur 48. Minute blieb es beim knappen Vorsprung der favorisierten Waldkraiburger. Das 5:3 der Gastgeber durch Straka ließ die EAS dann etwas resignieren – es folgten die zu leicht erzielten Tore Guft-Sokolovs (51.) und Thomas Rotts zum 7:3-Endstand (56.).

Keine 24 Stunden später standen die Mammuts schon wieder auf dem Eis, diesmal dem heimischen. Nachlassende Kräfte waren aber kein Thema, über die ganze Partie hinweg hatte die EAS die Königsbrunner gut im Griff – und spätestens bei Goalie Daniel Blankenburg war Endstation. Auf der anderen Seite brauchten die Gastgeber aber noch zu viele Chancen, um ein Tor zu erzielen. Als sich schon beide Teams auf ein 0:0 zur ersten Pause eingerichtet hatten, konterte die EAS nochmal: Über Tomanek und Muzik landete der Puck bei Müller, der sechs Sekunden vor der Sirene das 1:0 schoss.

Treffer blieben auch im zweiten Drittel rar. Nur Jeff Szwez konnte den vormaligen Peitinger Marc-Michael Henne im Königsbrunner Tor überwinden (36.), der Routinier traf gegen seinen Lieblingsgegner und Ex-Verein zum 2:0. Das Spiel der Gäste blieb indes fehlerbehaftet und Blankenburg unbezwungen.

Das änderte sich auch im Schlussabschnitt nicht. In diesem fiel nur noch ein Treffer – und erneut war es ein schneller Gegenzug der Mammuts, die trotz ihren zwei Spielen binnen 24 Stunden frischer als der EHC wirkten, aber auch konsequent mit vier Blöcken agierten. Über Jonas Lautenbacher und Jeff Szwez war diesmal Florian Seelmann der Torschütze (47.).

Der EHC zog nach einer Auszeit seinen besten Mann, Goalie Henne. Doch Blankenburg hielt seinen ersten Shut-Out der Saison vor 212 Zuschauern fest.

Am kommenden Freitag (20 Uhr) empfangen die Mammuts die Gladiators aus Erding in Schongau. Weil deren Stadion-Sanierung noch läuft, verständigten sich beide Vereine auf einen Tausch des Heimrechts.

hal/kb

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