Sportverbände fordern Lockerungen

Sorgen um Nachwuchssportler

Vereinssport Lockdown Verbände
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Dass Kinder durch den Vereinssport-Lockdown in ihrer Entwicklung gebremst werden, befürchten die Spitzen mehrerer Verbände. Eine Studie unterstreicht das.

Landkreis – In Deutschland ist das öffentliche Leben seit gut drei Monaten erheblich stillgelegt. Der Staat hat Milliarden Euro aufgewendet, um die wirtschaftlichen Schäden des Lockdowns zu mildern. Die Sportvereine und -verbände machen sich indessen weniger aus finanziellen Gründen Sorgen. Ihr Problem sind die neuen, vor allem jungen Mitglieder, die mangels Angeboten ausbleiben. Das könnte Folgen für die Vereine, die Kinder und die ganze Gesellschaft haben.

Mit Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), fordert jetzt ein prominenter Vertreter des bayerischen Sports eine „greifbare Perspektive“ für alle. Der Breitensport sei seit Pandemie-Ausbruch „verlässlicher Partner der Politik“, habe sich stets zurückgenommen und in den Dienst der Covid-19-Bekämpfung gestellt, macht Koch klar, um dann in die Offensive zu gehen: Wenn in Berlin über Lockerungen gesprochen wird, müsse man dort den Amateursport dringend als festen Teil der Lösung sehen.

Auch andere Verbände richten immer dringlichere Appelle an die Politik. Der Präsident des Bayerischen Tennis-Verbands Helmut Schmidbauer fordert, die Outdoor-Tennisplätze zum 1. März öffnen zu lassen. Der Chef der bayerischen Handballer Georg Clarke erwartet von den Politikern die Zulassung von Outdoor-Training.

Koch, Schmidbauer und ­Clarke eint die Sorge um die Kinder und Jugendlichen, die durch die Schließung der Sportstätten und das Verbot von Vereinssport in ihrem Bewegungsdrang und der Entwicklung gebremst werden. Statt gemeinsam Sport zu treiben, sitzt der Nachwuchs immer häufiger vor der Spiel-Konsole. Das ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen: „Der Sport hat häufig die Aufgabe erfüllt, die Kinder von digitalen Endgeräten wegzuholen, um die Freizeit gesund und bewegt zu gestalten“, erklärte Prof. Katharina Schöttl. Sie leitete eine Studie mit 2.027 Sportlerinnen und Sportlern aus allen Altersklassen und verschiedenen Umfeldern.

Auch beim Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) schrillen Alarmglocken. „Wir stellen fest: Je jünger die Menschen sind, je höher sind die Mitgliederrückgänge. Diese negative Entwicklung macht uns bei den Kindern und Jugendlichen sehr große Sorgen“, so BLSV-Präsident Jörg Ammon.

Online-Handballtraining

Hochklassige Vereine und der Bayerische Handball-Verband (BHV) starten ab sofort ein 45-minütiges Online-Training. Jeden Tag bietet jeweils ein Trainer eine kostenlose Übungsstunde an. Im Mittelpunkt steht ein handballspezifisches Athletik-Training, vor allem für Zehn- bis 14-Jährige: Es reicht von Aufwärmen und Mobilisierung über Koordination, Ballbehandlung und allen Kraftarten bis hin zu Ausdauerformen. Beginn ist jeweils um 17 Uhr über das Programm „MS Teams“. Infos und Anmeldung unter www.bhv-online.de.

Roland Halmel

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