Verlängerung des Großveranstaltungsverbots:

Keine Zuschauer, kein Eishockey

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Ohne Zuschauer wird es keine Eishockeyspiele in der kommenden Saison geben. Darin sind sich alle Vereine in der Region einig.

Landkreis – Die Mitte der vergangenen Woche beschlossene Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober, das bis dahin bis zum 31. August gegolten hatte, ist auch in der Eishockey-Szene aufmerksam und mit Bauchgrummeln aufgenommen worden.

Der erhoffte Saisonstart in der DEL im September ist wohl gestorben. Wobei die Clubs die Flinte nicht ganz ins Korn werfen, da das Verbot nur für Veranstaltungen wie beispielsweise Volksfeste gilt, „bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich sind“. Das lässt zumindest die Tür für eine Eishockey-Saison mit Zuschauern offen – sofern entsprechende Konzepte vorgelegt werden können.

Auch in der Oberliga und in der Bayernliga machen sich die Vereine Gedanken, wie es weitergehen kann. Einigkeit herrscht dabei, dass Geisterspiele im Gegensatz zum Profi-Fußball nicht möglich sind. Denn mit den Eintrittsgeldern bestreiten die Vereine einen Großteil des Etats.

Hygienekonzepte sind ein Faktor, wie wieder Publikum zugelassen werden könnte. Ein weiterer ist der Abstand der Zuschauer untereinander. Doch damit ginge eine Einschränkung der Hallenkapazitäten einher. „Bei uns können 3.300 Leute in die Halle. Ich könnte da mit einer Prozentregelung durchaus leben“, erklärte Norbert Ortner, Chef der Peißenberger Eishackler. Ein Drittel der maximal möglichen Zuschauerzahl, also rund 1.100 Besucher, wären kein Problem. „Wenn wir nur 300 Leute reinlassen dürfen, brauchen wir mit der Saison nicht zu beginnen, dann fehlen uns 40.000 Euro im Etat“, nennt er aber auch eine klare Schmerzgrenze.

„Wir haben die Entscheidung zur Kenntnis genommen“, sagte Martin Resch, Teammanager der EA Schongau, aber „die Unsicherheit ist dadurch nicht geringer geworden“. Seine Idee wäre es, die Fans nur mit personalisierten Eintrittskarten ins Stadion zu lassen, um mögliche Infektionsketten nachverfolgen zu können. „Das sind aber alles nur Spekulationen.“ Die Arbeit haben nun erst einmal die Verbände. „Sollten solche Regeln kommen, sind wir in Schongau professionell genug, diese umzusetzen, auch, wenn es mit Aufwand verbunden ist.“ Resch geht in der Planung für seine Mammuts von einem regulären Saison­start aus, betont aber, dass der Verein flexibel sei und reagieren könne.

„Bei den Lockerungen ändert sich fast wöchentlich etwas und auch im Sport tut sich einiges“, hofft Ortner, dass sich bis zum Herbst die Situation entspannt. Aktuell fischen aber alle Vereine im Trüben. „Keiner weiß, wie es weitergeht. Schlimmstenfalls fällt die komplette Saison aus“, will der Eishackler-Chef ein Horrorszenario nicht völlig ausschließen. „Das will natürlich keiner und wir werden auch alles dafür tun, dass es nicht eintritt“, erklärt Ortner, der sich in der vergangenen Woche mit den anderen Bayernligisten per Videokonferenz über den möglichen Spielmodus unterhielt. „Es sind da sieben Modelle im Gespräch mit unterschiedlichen Startdaten.“

In der Oberliga steht der Modus eigentlich schon fest. Er ist aber darauf ausgerichtet, dass es im Oktober los geht. Im Falle eines späteren Starts müsste wohl nachgesteuert werden. Beim EC Peiting bleibt man trotz der aktuellen Entscheidung relativ gelassen.

„Wir warten erst einmal ab, wie Großveranstaltungen genau definiert werden und was letztlich erlaubt ist“, ist für ECP-Vorstand Thomas Zeck noch genügend Zeit. Wobei sich die Peitinger, genauso wie die Ligakonkurrenz, klar geäußert haben, Geisterspiele abzulehnen. Der DEB geht indessen davon aus, dass in seinem Zuständigkeitsbereich, der Oberliga, wie geplant im Oktober gespielt werden kann.

hal

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