Das könnte Sie auch interessieren

Fan-Finanzspritze für Motocrossler Max Nagl

Fan-Finanzspritze für Motocrossler Max Nagl

Fan-Finanzspritze für Motocrossler Max Nagl

15-jähriger Volleyballer verfolgt sein großes Ziel

Steingadener Lufthoheit

+
Steingadener Sand statt Münchener Halle: Auch bei seinen Heimat-Besuchen dreht sich für Daniel Burkart viel um seinen Sport.

Steingaden – Zwischen Wies und Münchener Marienplatz, zwischen Schulbank und Volleyballnetz spielt sich das Leben des 15-jährigen Daniel Burkart ab. Denn der Steingadener Teenager arbeitet auf seinen großen Traum hin: Er will den Sprung in die Volleyball-Bundesliga packen.

Bei Sonnenschein und heißen Temperaturen legt der ein oder andere Hallensportler eine Pause ein – nicht so Daniel Burkart aus Steingaden. Seinem seit zwei Jahren verfolgten Traum, zum Volleyball-Bundesligaprofi zu reifen, jagt der ambitionierte 15-Jährige dann mit großer Zielstrebigkeit im Sand nach. Sommerzeit ist „Beachvolleyballzeit“.

Als Fünfjähriger war Burkart mit seinem Bruder mit ins Training marschiert, bei TSV-Trainer Andreas Greinwald-Kotz in Steingaden unternahm das Talent seine ersten Gehversuche am Volleyballnetz, ehe feststand, dass er nach Höherem strebte. Unterstützung erfuhr der junge Sportler durch seine Eltern Matthias Kempter und Ingrid Burkart, denn ein Plan sollte her. Steinig sei der Weg zum Profi, erklärt Steingadens Volleyball-Abteilungsleiter Markus Stechele. „Aber unerreichbar ist dieses Ziel nicht.“

Abschied von Steingaden

Dem Sport zuliebe entschied Burkart sich, sein vertrautes Umfeld zu verlassen: Weg von der Realschule Schongau, weg von seiner Mannschaft, mit der er durchaus schon hatte aufhorchen lassen: 2014 waren die Steingadener auf dem elften Platz bei der bayerischen Meisterschaft gelandet, ein Jahr später holten sie oberbayerische Bronze. Auf Sand landete Burkart als oberbayerischer Beachvolleyball-Meister sogar ganz oben auf dem Stockerl.

Der nächste Mentor, bei dem der junge Steingadener seine Fähigkeiten verbessern wollte, war Peter Meyndt. Der Trainer der Bayernauswahl hatte Burkart 2016 bei der südbayerischen Meisterschaft gesichtet, bei der er mit dem TSV Steingaden den sechsten Platz erreichte. „Daniel war schon damals sehr groß, größer als fast alle seine Mitspieler“, schildert Stechele.

Im Anflug auf die Bundesliga? Die ersten Etappen hat der Steingadener schon bewältigt.

In der darauffolgenden Sommerpause galt es, ein kleines Wunder zu vollbringen: Während seine Mitschüler die Ferien genossen, büffelte Burkart Französisch. Um die Aufnahme in die Bayernauswahl Realität werden zu lassen, musste aus einem Realschüler binnen weniger Wochen ein Gymnasiast werden. Denn nur diese Schulform unterhielt damals eine Kooperation mit der Bayernauswahl. Burkart hatte den Unterrichtsstoff eines ganzen Jahres binnen weniger Wochen zu erarbeiten. „Eine harte Aufgabe“, erinnert sich der Teenager heute. Doch das Unterfangen gelang und der damals 13-Jährige zog nach München. Alleine.

Der Steingadener fand eine Gastfamilie in der Millionenstadt und besuchte fortan das Gymnasium München-Nord, um sich dort der schulischen und sportlichen Herausforderung zu stellen. Direkt nach dem Unterricht und bis in die Abendstunden steht Training an, der Tagesablauf ist klar getaktet. „Das Tageslicht sah und sieht Daniel in den Wintermonaten nur selten unter freiem Himmel“, weiß Stechele, der den Werdegang des Steingadener Volleyball-Exports interessiert verfolgt. „Während seine Schulkameraden Freizeit haben, war und ist Daniels Freizeit begrenzt, denn am Wochenende stehen zudem noch Spieltage an.“ „Ich habe mich in München schnell zurecht gefunden“, findet der Jugendliche selbst. Die Kontaktaufnahme mit seinem neuen Umfeld habe gut geklappt, S- und U-Bahn in der Landeshauptstadt, statt Radl im Schatten der Wies zu fahren, wurde schnell zur Routine.

Doch die Mühe zahlt sich aus, seit 2017 ist Burkart vollwertiges Mannschaftsmitglied in der Bayernauswahl, welche die besten Spieler des Jahrgangs 2003/2004 in München konzentriert. Auch schulisch lief alles glatt. Zunächst als Gymnasiast als Probe angetreten, meisterte der Steingadener die ersten Schulaufgaben und arbeitete auch körperlich an sich: „Ich war in Steingaden nicht der Schlankeste, habe in München in den ersten drei Monaten 20 Kilo abgenommen“, schildert Burkart.

Schritt für Schritt

Zur Saison 2017/2018 wechselte die Nachwuchs-Hoffnung zum ASV Dachau. „Und von da an nahmen die sportlichen Erfolge stetig zu“, freut sich Stechele.

Bis auf den bayerischen Thron hievte sich Burkarts neues U16-Team, deutschlandweit langte es für Platz fünf. Trotz seinem jungen Alter sammelte der Steingadener Einsätze bei der U18; auch dort war erst auf Rang vier Bayerns Schluss. Die Position des Mittelblockers ist seine. „Wenig annehmen, dafür viel blocken und angreifen“, so umschreibt er sein Stellenprofil, bei dem ihm seine Größe und Sprungkraft zugute kommen. Dass er diese Stärken beim Volleyball nicht im direkten Duell, im Zweikampf Mann-gegen-Mann, ausspielen kann, stört Burkart nicht. Tempo und Dynamik gebe es im Volleyball zuhauf, ohne dass der Gegner unmittelbar auf den Socken steht – und genau das reizt ihn an seiner Sportart.

Den 2,06 Meter großen Kanadier Andre Brown vom Bundesligisten TSV Herrsching, selbsternannter „geilster Club der Welt“, bezeichnet der 15-Jährige als sportliches Vorbild. Ebenfalls Mittelblocker „und sein Spiel sieht einfach lässig aus“. Lieblingsmannschaft sind aber die Friedrichshafener, eines der internationalen Aushängeschilder der deutschen Volleyball-Szene.

Dass er als Volleyballer selbst auf höchstem Niveau nicht ausgesorgt haben wird – die meisten Top-Spieler verdingen sich beispielsweise neben einem Studium als Halb- statt als Vollprofi – sieht Burkart realistisch. Über Geld mache er sich aber noch nicht so viele Gedanken. „Mein großes Ziel ist es, so hochklassig wie möglich zu spielen.“ Und einen Abschluss zu machen. Dass er, wenn es ernst wird, auch schulisch richtig Gas geben kann, hat der 15-Jährige ja bereits bewiesen.

Doch aktuell ist die Schule weit weg und die laufenden Ferien eine willkommene Gelegenheit, sich daheim in Steingaden fit zu halten. „Beim Beachvolleyball zeigt er allen Altersklassen, wie sich 1,91 Meter in der Luft verhalten“, freut sich Stechele über die deutlich erkennbaren Fortschritte.

Nach den laufenden Ferien steht dann erneut ein Schulwechsel an: Burkart besucht fortan die EDS-Schule (Elite des Sports), im Oktober geht es mit Team Bayern zum Bundespokal der U17, der der Sichtung zur Nationalmannschaft dient. „Das ist die Chance seines Lebens mit der Option, bei einer Bundesligamannschaft auf dem Zettel zu stehen“, drückt Stechele die Daumen.

Burkart selbst relativiert das. Seine Eltern und sein Umfeld wüssten, dass sie sich darauf verlassen können, dass er sportlich wie schulisch sein Bestes gibt. Übermäßigen Druck, den Erwartungen seines Umfelds und seiner selbst – der Teenager bezeichnet sich selbst als seinen schärfsten Kritiker – gerecht zu werden, verspürt er nicht. Dennoch: „Über eine Berufung zur Nationalmannschaft würde ich mich natürlich sehr freuen.“ Wenn es nicht klappt – „auch kein Stress“. Oberstes Ziel bleibt die Bundesliga. 

kb/ras

Auch interessant

Meistgelesen

Fan-Finanzspritze für Motocrossler Max Nagl
Fan-Finanzspritze für Motocrossler Max Nagl
Durststrecke beendet
Durststrecke beendet
Viel Spaß im Schnee
Viel Spaß im Schnee
Frischer Wind, aber keine Punkte
Frischer Wind, aber keine Punkte

Kommentare