Pflicht zum Plexiglas?

Vollvisier könnte im Eishockey Standard werden

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Mit seinem Helm war Dorfens Mario Sorsak lange eine sichtbare Ausnahme. Das könnte sich nun ändern.

Landkreis – Selbst nach Gesichtsverletzungen, wenn zusätzlicher Schutz gefordert ist, setzen die meisten Eishockeyspieler eher auf die Gitter- als auf die Plexiglaslösung, das verpönte Vollvisier. Letzteres könnte in der kommenden Saison aber durchaus zur Standardausrüstung werden. Schließlich gilt es in Corona-Zeiten, die Infektionsgefahr zu minimieren und dazu wäre ein kompletter Gesichtsschutz von Vorteil.

Fast 500 Bayernliga-Einsätze hat Mario Sorsak auf dem Buckel. Der Angreifer des ESC Dorfen ist dabei nicht unbedingt mit einer exorbitant hohen Torquote aufgefallen, dafür aber mit seiner Ausrüstung: Seit Jahren läuft der inzwischen 34-jährige mit einem Vollvisier-Helm auf.

Weil solche nun eine wichtige Rolle bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs einnehmen könnten, treiben die Ausrüstungsfirmen verstärkt die Entwicklung entsprechender Modelle voran. Die knifflige Frage dabei ist, wie der Spieler Luft bekommt.

Bislang sind die Lüftungsschlitze am Mund – und somit aus infektionstechnischer Sicht nicht gerade zielführend angebracht.Sollte das Problem gelöst werden und ein Vollvisierhelm zur Pflicht werden, könnten sich die meisten Spieler und Verantwortlichen bei den Vereinen damit anfreunden.

»Schutz steht über allem«

„Wir befürworten das, denn wir machen alles, das dazu beiträgt, dass die Saison gespielt werden kann“, erklärt Teammanager Martin Resch von der EA Schongau. „Ich bin kein Virologe und habe keine Ahnung, ob so ein Helm etwas bringt“, sagt Peitings Coach Sebastian Buchwieser. „Wenn man ihn aber zur Bedingung macht, dann tragen wir ihn und ich würde mich auch mit Mundschutz in die Halle stellen“, würde er auch selbst auf der Bank Einschränkungen in Kauf nehmen. „Der Schutz der Spieler steht über allem“, ergänzt Resch, der aber nicht verhehlt, dass solche Helme die Kassen der Vereine zusätzlich belasten. „Sie sind teurer als die herkömmlichen.“

Martin Andrä, Kapitän der Peißenberger Eishackler, würde auch in den sauren Apfel beißen, um seinen Sport betreiben zu können. „Ein Fan davon bin ich nicht, ich würde lieber komplett ohne Visier spielen, aber wenn es vorgeschrieben wird, dann ist das halt so“. In die gleiche Richtung geht auch DEL2-Profi Marco Pfleger aus Peißenberg. „Das wäre natürlich eine Umstellung, aber wenn es nötig ist, dann spiele ich mit Vollvisier.“

Weitere Fragen

Eher skeptisch ist Manfred Guggemos, Kapitän des Landesligisten SC Forst. „Reduziert der Helm wirklich das Infektionsrisiko auf dem Eis und was ist dann in der Kabine?“, sieht er viele ungelöste Fragen, die es in den nächsten Wochen noch zu klären gilt. „Da sitzen wir eng beisammen und der Luftaustausch ist nicht so einfach wie im großen Stadion.“ 

hal

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