Drei Szenarien

Inklusive bitterer Pillen: Bayerischer Verband blickt auf anstehende Eishockey-Saison

Eishockey Bayernliga Bayern EA Schongau
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Möglicherweise tritt die EA Schongau in der kommenden Saison in der Vorrunde in einer zweigeteilten Bayernliga an.

Landkreis – Nur knapp zwei Monate dauerte die Eishockey-Saison im Amateurbereich in Bayern im vergangenen Jahr. Die Corona-Pandemie sorgte von der Bayern- bis zur Bezirksliga für ein vorzeitiges Ende. Jetzt fragen sich die Vereine, ob und wie die Saison 2021/22 überhaupt beginnen kann. 

Angedacht für den Auftaktzeitpunkt der kommenden Spielzeit ist Anfang Oktober. Der Bayerische Eissport-Verband (BEV) will dies in den kommenden Wochen mit den Vereinsverantwortlichen besprechen.

„Die Nachrichtenlage rund um die schreckliche Pandemie beschäftigt nach wie vor unser tägliches Handeln und Tun“, erklärte Frank Butz, der Eishockeyobmann im BEV. „Für Verband und Vereine gilt es bereits jetzt, sich gemeinsam für die Zukunft aufzustellen. Covid-19 wird uns auch in der Saison 2021/22 begleiten und uns gemeinsam vor Herausforderungen stellen“, ergänzte er.

Eine weitere Saison wie die letzte dürfe es nicht ein zweites Mal geben, stellte der BEV-Obmann klar. „Wir müssen jetzt die Hausaufgaben erledigen und Konzepte erarbeiten, damit wir unter Berücksichtigung des Virus unseren Sport betreiben können.“

Auch ohne Zuschauer

Deshalb hat der Verband bereits mit der Planungsphase für die neue Spielzeit begonnen und mit den Vereinen erste Gespräche geführt. Dabei kristallisierten sich drei möglich Szenarien heraus: Erstens Spiele ohne Zuschauer, zweitens Spiele mit beschränkter sowie drittens Spiele mit unbeschränkter Zuschauerzahl.

Wobei der BEV auf alle Fälle spielen möchte, auch wenn es Einschränkungen geben sollte. „Der Meisterschaftsspielbetrieb findet in jedem Fall statt, sofern er vom Gesetzgeber genehmigt ist und auch wenn vom Gesetzgeber oder den örtlich zuständigen Behörden keine Zuschauer zugelassen sind oder eine Zuschauerbegrenzung verfügt wird,“ teilte der Verband mit.

Bei den angedachten Durchführungsbestimmungen müssen die Vereine vermutlich einige bittere Pillen schlucken. Spielabsagen aufgrund des Inzidenz­werts am Spielort seien nicht dem Tatbestand der „höheren Gewalt“ zuzuordnen. Einigten sich die betreffenden Vereine auf keinen Ersatztermin, sei das Spiel gegen den absagenden Verein als verloren zu werten.

Veränderte Einteilung

Zudem denkt der BEV darüber nach, die Bayernliga-Vorrunde in zwei Gruppen einzuteilen. „Um für pandemiebedingte Spielabsagen oder eine Unterbrechung der Saison Zeitfenster zu generieren,“ so Butz.

Auch die Landesligen sollen verkleinert werden. Statt zwei Gruppen soll es drei oder sogar vier geben. Bei Online-Konferenzen im März soll über diese Thematiken mit den Vereinen gesprochen werden. Ein wichtiger Termin steht indessen schon fest: Am 1. Juni ist Meldeschluss der Vereine für die Spielzeit 2021/22.

„Training und Spielbetrieb sollten unabhängig vom Inzidenz­wert möglich sein“, hatte Butz in der Vorwoche befunden, die Entscheidung sieht er bei den lokalen Politikern und den zuständigen Behörden vor Ort. Seine große Hoffnung setzt er auf die Corona-Schnelltests. Diese müssten bis zum Sommer flächendeckend für den gesamten Breitensport kostenlos verfügbar sein.

Roland Halmel

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