"Man kann nicht im Regen fahren"

Dämpfer für die X Games

München - Die erste Ausgabe der X Games in München zeigt: Das gnadenlos vermarktete Actionsport-Spektakel hat noch Luft nach oben.

Auch vermeintlich Verrückte haben offensichtlich Anfälle von Weisheit. „Man kann nicht im Regen fahren“, betonte Bob Burnquist, „und damit aus.“ Burnquist ist ein Star der X Games, bei der ersten Austragung dieses Action-Sports-Spektakels in München in den vergangenen Tage war der Skateboard-Überflieger der namhafteste Protagonist der Extremsportler-Szene - aber auch „Big Ben“ weiß, wann Schluss ist. Und am Samstag war irgendwann mal Schluss, nichts ging mehr im Olympiapark, nichts mehr. Es regnete. Und regnete.

Das hatte den Veranstaltern gerade noch gefehlt. Wettbewerbe wurden abgesagt und auf Sonntag verlegt, auch das Big Air, bei dem sich Burnquist und seine Freunde in diese gewaltige Rampe stürzten. Auf der sie stürzen. Jake Brown aus Australien etwa schlug beim Training am Freitag nach einem missglückten Sprung namens 360 Ollie mit dem Kopf auf und verlor das Bewusstsein. Die behandelnden Ärzte wollten ihm einen Start im Wettbewerb untersagen, Brown behauptete kurz nach der Rückkehr in die Realität aber: „Mir geht es gut.“

Für das Wetter konnte keiner etwas, aber der verregnete Samstag trübte den Gesamteindruck der X Games, die zunächst vor allem eines sind: eine durchgestyle PR-Veranstaltung für den Fernsehsender ESPN und die beteiligten Sponsoren. Dennoch nannte Ralph Huber, der Chef des Olympiaparks, die Premiere in München bereits vor dem straffen Sonntagsprogramm eine „tolle Veranstaltung“. Sehr zufrieden sei er mit dem Verlauf, betonte er, die Planungen von zwei Jahren seien aufgegangen, auch die Amerikaner seien zufrieden.

X-Games: Spektakuläre Flüge und Stunts im Olympiapark

X Games: Spektakuläre Flüge und Stunts im Olympiapark

Die X Games rocken den Münchner Olympiapark. Die besten Schnappschüsse sehen Sie hier © Christina Pahnke / sampics
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Stand Sonntagvormittag waren 60.000 Eintrittkarten verkauft, die angestrebte Marke war 70.000. Hinzu kamen Zehntausende, die sich ohne Eintrittskarte auf dem X-Festival umsahen, einer Art Jahrmarkt, auf dem sich die Sponsoren präsentierten. Die Neugierde war wa, noch verbesserungswürdig ist die Stimmung bei den Wettbewerben. Wobei die Veranstaltungen der BMX-Fahrer und Skateboarder in der kleinen, eher intimen Olympia-Eishalle bereits sehr gut rüberkamen. „Die Stimmung dort war ausgezeichnet“, sagte Huber stolz.

Am Samstag sank besagte Stimmung freilich Richtung Nullpunkt, nachdem auch die Wettbewerbe der Motocrosser im Olympiastadion auf Sonntag verschoben oder, wie der spektakuläre Freestyle-Event, ganz abgesagt werden mussten. „Es war eine Grenze erreicht“, sagte Frank Seipp, Organisationschef des Olympiaparks. Bis zu den Knöcheln oder tiefer habe er im Schlamm gesteckt, und in so einem Fall gelte: „Die Sicherheit geht vor.“ Zum Glück, sagte Huber, „sind wir von schweren Verletzungen verschont geblieben, das ist wichtig für uns.“

Huber war auch deshalb sehr zufrieden, weil der Olympiapark und damit die Stadt München sich „toll präsentiert“ hätten, gerade auch im „im Hinblick auf ein neues, junges Publikum“. Tatsächlich war der Altersdurchschnitt der Besucher niedrig, sie trugen Basecaps, Wollmützen und nicht selten ein Skateboard unter dem Arm, waren zum Teil sehr sachkundig und auf jeden Fall bereit für eine Party. Was nichts daran änderte, dass es am Samstag in den sozialen Netzwerken Kritik hagelte wegen des mangelnden Informationsflusses.

Ein bisschen mangelte es auch an den ganz großen Stars der Szene, an Skateboard-Ikone Tony Hawk etwa. Der 40 Jahre alte Amerikaner war nur als Kommentator vor Ort, und ehe es losging in München, hatte er gesagt: „Ich erwarte eines der größten, enthusastischsten Publikums, die wir je gesehen haben. Ich bin ja schon ein paar Mal hiergewesen, und München ist eine wunderbare Stadt, ideal für Actionsport.“ Noch treffen Teile dieser Einschätzung nicht zu. Aber München hat ja auch noch zwei weitere Jahre Vertrag mit ESPN.

sid

Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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