Deutsche Basketballer bei EM: Stark, aber verloren

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Bester deutscher Werfer: Sven Schultze (links, gegen Florent Pietrus)

Danzig - Die deutschen Basketballer sind mit der erwarteten Niederlage gegen Titelkandidat Frankreich in die EM gestartet.

Mit einer ganz starken Leistung hat das Team aber Hoffnungen auf das Erreichen der Zwischenrunde geweckt. Gegen die mit fünf NBA-Stars angetretenen Franzosen unterlag das ohne Superstar Dirk Nowitzki spielende deutsche Team am Montagabend mit 65:70, nachdem es zur Pause noch mit vier Punkten (37:33) in Front gelegen hatte. Vor rund 3500 Zuschauern in der Olivia-Halle von Danzig war Sven Schultze (15) bester Werfer in der Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB). Der in der Schlussphase überragende Tony Parker (19) kam bei Frankreich auf 15 Zähler.

Bis kurz vor Schluss durften die Deutschen auf eine Überraschung hoffen. Allen voran Routinier Schultze wuchs im Schlussviertel mit zwei verwandelten Dreiern über sich hinaus, so dass die DBB-Auswahl sechs Minuten vor dem Ende noch mit drei Zählern führte (58:55). Doch am Ende hatten die Franzosen die besseren Nerven.

Bauermann setzte im ersten Gruppenspiel zunächst auf Erfahrung. Mit Steffen Hamann, Demond Greene, Jan-Hendrik Jagla und Patrick Femerling standen vier Routiniers in der Anfangs-Fünf. Hinzu kam wie erwartet der erst 20 Jahre alte Robin Benzing. Die Franzosen boten zu Beginn gleich vier NBA-Profis auf, allen voran Spielmacher Parker von den San Antonio Spurs und Center Ronny Turiaf (Golden State Warriors).

Doch die völlig neu formierte deutsche Mannschaft ließ sich von den US-Stars der Equipe tricolore nicht einschüchtern und legte ein ganz starkes erstes Viertel hin. Kampfstark und couragiert ließen die Bauermann-Schützlinge besonders Parker nicht wie gewohnt zur Entfaltung kommen und führten nach den ersten zehn Minuten völlig überraschend mit drei Punkten (17:14).

Auch im zweiten Abschnitt überzeugte die DBB-Equipe mit einer starken Defensive, die Superstar Parker zur Pause bei für ihn enttäuschenden fünf Punkten hielt. Auf deutscher Seite glänzten hingegen die “Alten“ Greene (8) und Femerling (7). Zur Halbzeit lag Deutschland so mit 37:33 in Front. Hamann mit drei vergebenen Freiwürfen und einem verworfenen einfachen Korbleger vergab sogar noch eine deutlicheren Vorsprung.

Nach dem Seitenwechsel verpasste es das Bauermann-Team weiter, sich abzusetzen. Greene vergab einen leichten Korbleger, auf der Gegenseite stopfte Kraftpaket Turiaf den Ball in den Korb und verkürzte auf 44:45 - vor dem Schlussabschnitt führten die Franzosen zum 50:48. Vor allem unter dem Korb waren die deutschen Riesen deutlich unterlegen, sicherten sich deutlich mehr Rebounds.

Aber die deutsche Mannschaft steckte nicht auf und ging in den letzten zehn Minuten dank Schultze wieder in Front. Doch dann drehte Parker auf, brachte die Franzosen mit elf Punkten am Stück nach vorne und zeigte, warum er ein Superstar ist.

Im zweiten Gruppenspiel trifft die DBB-Auswahl an diesem Dienstag (16.30 Uhr/DSF) auf Russland. “Das wird wieder ein schweres Spiel, aber sicher leichter als gegen Frankreich“, sagte Bauermann. Die Russen müssen wie Deutschland auf ihren NBA-Star Andrej Kirilenko und einige weitere Leistungsträger verzichten. “Sie haben ebenfalls eine junge Mannschaft, der noch etwas die Stabilität fehlt“, meinte der Nationalcoach zuversichtlich. Erst recht nach dem starken Auftritt vom Montagabend.

dpa

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