Doping-Agentur prüft Pechsteins Langzeitstudie

Claudia Pechstein und ihre Werte: Eine Langzeitstudie soll beweisen, dass sie nich gedopt hat.
+
Claudia Pechstein und ihre Werte: Eine Langzeitstudie soll beweisen, dass sie nich gedopt hat.

Berlin - Pechstein hofft, die NADA prüft: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein hat bei der Nationalen Anti-Doping Agentur ein Konzept vorgelegt, um sich vom Doping-Vorwurf zu befreien.

Die wegen auffälliger Blutwerte für zwei Jahre gesperrte Eisschnelllauf- Olympiasiegerin hat am Donnerstag das Konzept für eine Langzeitstudie bei der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) mit der Bitte um Prüfung und Umsetzung vorgelegt. Beigefügt ist dem Dokument ein persönliches Begleitschreiben von Deutschlands erfolgreichster Winter-Olympionikin.

“Wir werden das Konzept sorgfältig prüfen“, erklärte NADA-Sprecherin Ulrike Spitz am Donnerstag auf dpa-Anfrage. “Wir sehen uns als Ratgeber der sauberen Athleten. Aber im Fall Pechstein liegen ein rechtsgültiges Urteil und eine Sperre vor. Wir dürfen uns als unabhängige Stiftung auch nicht instrumentalisieren lassen.“

Wie es in eines Pressemitteilung ihres Managements heißt, wurden die Unterlagen der NADA am Donnerstag vorab gemailt, zudem werden sie im Original per Post zugestellt. Die Berlinerin erhofft sich im Vorfeld der Berufungsverhandlung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS durch die Ergebnisse einer solchen Studie entlastende Aufschlüsse über die bei ihr gemessenen schwankenden und erhöhten Retikulozytenwerte.

Die NADA bestätigte den Eingang der Mail. “Wir werden das Konzept sorgfältig prüfen“, erklärte Ulrike Spitz, die Sprecherin der Nationalen Anti-Doping-Agentur, auf dpa-Anfrage. “Wir sehen uns als Ratgeber der sauberen Athleten. Aber im Fall Pechstein liegen ein rechtsgültiges Urteil und eine Sperre vor. Wir dürfen uns als unabhängige Stiftung auch nicht instrumentalisieren lassen“, erläuterte sie. Im Vorfeld waren auch Bedenken über die Finanzierung dieser Langzeitstudie laut geworden. “Dazu können wir erst etwas sagen, wenn wir alles geprüft haben“, sagte Ulrike Spitz.

In dem Pechstein-Konzept wurden Vorschläge und Hinweise von insgesamt fünf Experten, Wissenschaftlern und Professoren berücksichtigt, die u.a. dazu beitragen sollen, eine Manipulation der Testwerte durch verbotene Substanzen möglichst auszuschließen. So sieht die Studie unter anderem eine verdichtete Reihe von unangemeldeten Dopingtests (Blut und Urin) vor, die zum Teil auch erstmals mitten in der Nacht möglich sind. Im Anschluss an die Testreihe sollen von der NADA bestellte Wissenschaftler die neuen Blutwerte mit den bislang 95 vorliegenden Werten Claudia Pechsteins vergleichen und die Ergebnisse analysieren.

Obwohl er die Eckpfeiler des Konzepts mit ausgearbeitet hatte, war Doping-Jäger Werner Franke vor fünf Tagen aus dem Experten-Gremium ausgestiegen, weil er sich vom Pechstein-Management zu sehr vereinnahmt sah. “Was da abgelaufen ist, war absolut schlechter Stil“, hatte sich Franke beklagt.

Pechsteins Anwalt Simon Bergmann unterstrich am Donnerstag, entgegen immer wieder geäußerter Meinungen sei Claudia Pechstein juristisch nicht verpflichtet, ihre Unschuld zu beweisen. Da sie selbst jedoch uneingeschränkt an der Aufklärung des Falles interessiert ist, soll nun versucht werden, die Gründe für die schwankenden Retikulozyten anhand einer sechswöchigen Testreihe unter Aufsicht der NADA und namhafter Wissenschaftler zu ermitteln“, begründet Pechsteins Anwalt Simon Bergmann den Vorstoß bei der NADA.

dpa

Auch interessant

Kommentare