Sieg gegen Serbien

Fed-Cup-Team ist wieder erstklassig

Mona Barthel, Angelique Kerber und Andrea Petkovic liegen sich in den Armen
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Von links: Mona Barthel, Angelique Kerber und Andrea Petkovic liegen sich in den Armen

Stuttgart - Die deutschen Fed-Cup-Spielerinnen feiern mit einem Sieg über Serbien den direkten Wiederaufstieg und verwandeln die Stuttgarter Arena in eine Party-Zone.

Als die Mission direkter Wiederaufstieg geglückt war, verwandelten die deutschen Fed-Cup-Spielerinnen die Stuttgarter Arena in ihre eigene Party-Zone. Nach dem 3:2-Erfolg gegen Vorjahresfinalist Serbien und einem Wechselbad der Gefühle lief das Team auf dem Sandplatz eine Ehrenrunde und schwenkte vor 4200 Zuschauern stolz die schwarz-rot-goldene Fahne.

„Wir wollten zurück in die Weltgruppe, weil wir dahin gehören und einfach ein gutes Team sind“, sagte Debütantin Mona Barthel nach zwei nervenaufreibenden Tagen, die das Quartett vom Titel 2014 träumen lassen.

Die Matchwinner Sabine Lisicki und Anna-Lena Grönefeld, die das entscheidende Doppel mit 6:2, 6:4 gegen Vesna Dolonc/Aleksandra Krunic für sich entschieden hatten, standen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Doch der Sieg gegen die Serbinnen war in erster Linie ein Teamerfolg, nachdem die deutsche Nummer eins Angelique Kerber und Barthel jeweils einen Punkt geholt und mit ihren Siegen zweimal einen Rückstand aufgeholt hatten.

So stöhn ist das Damen-Tennis! Wir zeigen die lautesten Spielerinnen

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So stöhn ist das Damentennis!
Seien Sie froh, dass diese Fotostrecke keinen Ton hat - aber dafür ganz viel Foto: So stöhn ist das Damentennis! © Getty
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Hier sehen Sie die Queen des lauten Schreis: Maria Scharapowa. © Getty
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Die schöne Russin bringt es auf unfassbare 101 Dezibel. Das entspricht einer lauten Motorsäge und liegt knapp unter der Schmerzgrenze - für manche ihrer Gegnerinnen auch deutlich darüber. © Getty
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Bei so viel Geschrei geraten die spielerischen Fähigkeiten Scharapowas fast in den Hintergrund. © Getty
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Doch sie ist bei weitem nicht die einzige Spielerin, die grunzt, schreit oder stöhnt. © Getty
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Dinara Safina, die Schwester von Marat Safin, unterstrich ihre Schläge oft mit einem Ä-Ton. © Getty
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Ääääääääh! © Getty
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Auch Elena Dementieva gab gern Laute von sich, die vor allem männliche Fans grübeln ließen © Getty
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Obacht, gleich kommt's! © Getty
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Die Sache mit dem Stöhnen hat übrigens nicht zwangsläufig etwas mit Extrakraft zu tun. © Getty
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Denn auch bei wahren Kraftpaketen wie den Williams-Schwestern, hier Venus, geht es lautstark zur Sache © Getty
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Serena steht ihrer Schwester auch da in nichts nach. © Getty
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Duelle unter den Schwestern sind ein wahrer Ohrenschmaus. © Getty
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Andrea Petkovic (l.) kann nicht nur gut tanzen, nein, ... © Getty
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... vor ihren Siegen gibt sie lautstark alles! © Getty
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Auch Victoria Azarenka konnte glatt als Sirene durchgehen. © Getty
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Das hier war allerdings ein Jubelschrei. © Getty
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Michelle Larcher de Brito schlug sie alle! Zwar nicht im Tennis, sondern im Schreien. © Getty
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Mit 109 Dezibel war sie die lauteste Spielerin von allen. © Getty
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Und wer hat's erfunden? Hier sehen Sie die Mutter des Stöhnens, Monica Seles. © Getty
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Schon in ihren Duellen mit Steffi Graf ging sie deutschen Zuschauern damals gehörig auf den Zeiger. © Getty
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Kommen wir zu den tieferen Tonlagen. © Getty
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Francesca Schiavones Urschreie waren deutlich tiefer als die der Konkurrenz. © Getty
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Und jetzt kommen wir zu den ganz tiefen Tönen. Denn wer denkt, dass nur Frauen stöhnen, liegt falsch. © Getty
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Die weltbesten Männer tun's auch, zum Beispiel Novak Djokovic. © Getty
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Oder Rafael Nadal, der seine Schläge ebenfalls akustisch untermalt © Getty
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Genau so! Roger Federer ist übrigens mucksmäuschenstill. © Getty
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Auch bei den Männern gibt es zwei Ur-Stöhner. © Getty
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Jimmy Connors ... © Getty
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... und Andre Agassi. © Getty
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Bei ihm beschwerten sich die Gegner Ende der 80er-Jahre als Erstes, aber noch immer gibt es keine Lautstärkeregeln. Und so bleibt das Gestöhne ein Teil des Tennis! Nur auf den Tribünen gilt weiterhin: Quiet, please! © Getty

Vor allen Dingen Barthel hatte am Sonntag mit dem Rücken zur Wand gestanden, aber die Hoffnungen der DTB-Formation mit einem couragierten Auftritt am Leben gehalten. Einen Tag nach ihrem missglückten Debüt feierte die Weltranglisten-28. durch ein 6:1, 3: 6, 6:3 gegen Bojana Jovanovski ihren ersten Sieg im Fed-Cup-Team und glich zum 2:2 aus.

Unmittelbar zuvor hatte Kerber das Spitzenduell mit der einstigen French-Open-Siegerin Ana Ivanovic mit 5:7, 5:7 verloren - und Barthel in Zugzwang gebracht. Doch auch Lisicki und Grönefeld präsentierten sich in der entscheidenden Partie nervenstark. Nach 32 Minuten holten sie sich den ersten Satz und nutzten ihren fünften Matchball.

Damit können die Deutschen im nächsten Jahr nach der bedeutendsten Team-Trophäe im Frauentennis greifen, die sie 1987 und 1992 gewonnen hatten. In der Ära Rittner wurde damit der fünfte direkte Wiederaufstieg in die Eliteliga seit 2005 geschafft. Wer der Gegner in der ersten Runde im Februar 2014 sein wird, entscheidet sich bei der Auslosung am 10. Juli in Paris.

Der Zitter-Sieg ist umso höher einzuordnen, da Rittner wie bereits in den vergangenen Partien nicht auf die stärkste Formation zurückgreifen konnte. Julia Görges (körperliche Probleme) und Andrea Petkovic, die zuletzt wegen einer Wadenblessur pausieren musste, saßen nur als Edelfans in der Box.

Barthel rechtfertigte ihre Nominierung am zweiten Tag, nachdem sie am Samstag gegen Ivanovic (6:7, 6:2, 2:6) noch den mittlerweile fast schon unheimlichen Debüt-Fluch der letzten Jahre zu spüren bekommen hatte. Die Paris-Siegerin erlebte in Stuttgart das, was vor ihr schon Kerber, Petkovic, Görges und Lisicki durchmachen mussten: Nervenflattern und eine Niederlage beim ersten Mal.

„Ich war noch nie so nervös in einem Match. Es ist nochmal etwas anderes, für sein Land zu spielen. Es war eine Extremsituation“, meinte die 22-Jährige, ehe sie 21 Stunden später gegen Jovanovski Wiedergutmachung betrieb: „Ich wollte dieses Match unbedingt gewinnen. Das ganze Team hat mir heute so viel Energie gegeben.“

Zuvor hatte Hoffnungsträgerin Kerber gegen die famos aufspielende Ivanovic eine starke Leistung gezeigt, aber ihre Chancen nicht genutzt. Von den 18 Breakmöglichkeiten verwertete sie nur zwei. „Ana hat gerade in diesen Situationen gut gespielt. Hut ab vor ihr“, sagte Wimbledon-Halbfinalistin Kerber, die auch mit Schiedsrichterentscheidungen nach engen Bällen haderte: „Da waren wir nicht einer Meinung.“

Am Tag zuvor hatte „Angie“ beim 7:5, 6:2 gegen Jovanovski allerdings ihre Führungsqualitäten bewiesen. Vor den Augen ihrer eigens aus Polen angereisten Großeltern sorgte Kerber für den 1: 1-Zwischenstand, mit dem Rittner „gut leben“ konnte. Die Teamchefin, die am Donnerstag ihren 40. Geburtstag feiert, hatte den Titelgewinn immer wieder als Ziel ausgegeben. „Wir haben das Potenzial dafür. Jede hat jetzt ihre Erfahrungen gesammelt“, sagte Rittner.

Am Montag beginnt in der Stuttgarter Arena das WTA-Turnier, bei dem Maria Scharapowa aus Russland an den Start geht.

sid

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