Formel 1 Jubiläums-Rennen

Zum 1000. Grand Prix am Sonntag: Die größten Rennen aller Zeiten

+
Auf dem Shanghai International Circuit findet der 1000. Grand Prix der Formel 1 statt. 

Am Sonntag steigt in China der 1000. Formel-1-Grand-Prix. In der tz erinnern sich ehemalige und aktuelle Stars an die Rennen, die sie geprägt haben.

Shanghai - Der 1000. Grand Prix der Formel 1 ist ein Rennen, das als Meilenstein bezeichnet wird. Bei dem Jubiläumsrennen gibt es für einen Sieg keine Extrapunkte, doch die Gier auf dem Shanghai International Circuit ist groß.  

Lewis Hamilton - Donington 1993

Es ist kein Geheimnis, dass ich von Ayrton Senna inspiriert wurde und immer noch bin. Das Erste, was ich oft machte, wenn ich von der Schule nach Hause gekommen bin, war, mir ein Video von Ayrton anzuschauen. Und wer wissen will, wie groß Ayrton wirklich war, muss sich seinen Sieg im unterlegenen McLaren im strömenden Regen von Donington anschauen. Besonders seine erste Runde war das Erstaunlichste, was ein Fahrer je abgeliefert hat.

Lewis Hamilton- Donington 1993.

Sebastian Vettel - Hockenheim 1995

Mein Vater schaute sich damals alle Rennen an, selbst die in der Nacht. Ich stand mit ihm auf und schaute mit. In Hockenheim 1995 saß ich auf der Tribüne. Schumacher fuhr im Benetton und überall gab es deutsche Flaggen und Sprechchöre. Das Motodrom war wie ein Fußballstadion. Und als er gewann, war die Begeisterung grenzenlos. Danach beschloss ich, professionell Kart zu fahren.

Sebastian Vettel - Hockenheim 1995.

Christian Horner - Silverstone 1986

Ich war zwölf Jahre alt, fuhr Kartrennen und war absoluter Formel-1-Fan. Es war die Ära der erbitterten Zweikämpfe zwischen Nigel Mansell und Nelson Piquet als Teamkollegen bei Williams. Mansell war mein Held. Durch den Zaun sah ich wie Mansell kurz vor Rennende Piquet überholte. Bei 300 km/h kamen sie sich so nahe, dass die Funken von den Felgen sprühten. Ich war atemlos und glücklich über Mansells Sieg.

Christian Horner - Silverstone 1986.

Heinz-Harald Frentzen - Magny-Cours 1999

Es war mein erster Sieg mit Jordan. Das Auto von Gary Anderson war vielleicht der beste Jordan, der je gebaut wurde. Im Qualifying war ich Fünfter. Am Sonntag regnete es. Wir wussten, wir hatten im Rennen nur eine Chance aufs Podium, wenn wir anders als die anderen mit nur einem Reifenwechsel durchkommen werden. In Runde 22 wechselte ich das erste und letzte Mal. Ich fuhr wie auf rohen Eiern, um die Pneus zu schonen. Gleichzeitig aber schnell genug, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Am Ende gewann ich elf Sekunden vor Häkkinen im McLaren-Mercedes.

Jordan-Pilot Heinz-Harald Frentzen (l) feiert am 27.6.1999 seinen Sieg beim 85. Grand Prix von Frankreich in Magny-Cours und begießt den Kopf seines Teamchefs Eddie Jordan (r) auf dem Podest mit Champagner.

Jacques Villeneuve - Estoril 1996

Es war meine erste Saison im Williams, nachdem ich ein Jahr zuvor die Indycar-Serie gewonnen hatte. Die Erfahrung mit den Ovalrennen kam mir in Estoril entgegen, da die superschnelle Zielkurve etwas geneigt war. Im Rennen lief ich auf Schumi auf. Ich teilte meiner Box mit, dass ich ihn in der Zielkurve außen überholen wolle. Die Antwort kam prompt: „Unmöglich. Wir schicken schon mal einen Krankenwagen an die Stelle.“ Ich machte es trotzdem.

Jacky Ickx - Hockenheim 1970

Jacky Ickx - Hockenheim 1970.

Nach dem Boykott der Nürburgring-Nordschleife fuhren wir das erste Mal in Hockenheim. Hockenheim baute deshalb zwei Schikanen in die Mitte der Geraden – aus zwei langen wurden dadurch vier kürzere und Geschwindigkeit und Risiko vermindert. Am Renntag war Hockenheim ausverkauft. 140.000 Zuschauer drängten sich um den Kurs. Jochen Rindt mit seinem Lotus 72 und ich mit meinem Ferrari setzten uns schnell ab. Rundenlang nutzten wir den Windschatten vor der Einfahrt ins Motodrom. 13 Mal wechselte die Führung, die Fans grölten vor Freude. In der letzten Runde hatte Jochen leider die Nase vorn und gewann mit 0,7 Sekunden Vorsprung.

Damon Hill - Suzuka 1994

Es regnete fürchterlich in Suzuka. Das Rennen wurde unterbrochen und neu gestartet, die Zeit gesplittet. Schumi tankte einmal mehr und ich hatte in den letzten Runden noch acht Sekunden Vorsprung, gewann am Ende mit 3,3. Mein Team war sprachlos. Denn Michael galt im Regen als unschlagbar.

Damon Hill - Suzuka 1994.

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo.

Ich muss zwei Rennen nennen. Einmal Brasilien 2008. Da war ich noch Fan und beobachtete fassungslos vor dem Fernseher, wie Felipe Massa 600 Meter vor Schluss die sichere WM an Hamilton verlor. Unglaublich nach einer so langen Saison. Spontan fällt mir auch Melbourne 2002 ein. Da war ich noch ein kleiner Hosenscheißer, aber schon ein großer Fan von meinem Landsmann Mark Webber. Ich war überglücklich, als er gleich im ersten Rennen mit dem Minardi Fünfter wurde. Von meinen eigenen Rennen bleibt mir mein Sieg in Ungarn 2014 in Erinnerung. Es war heiß, es gab viele Safety-Car-Phasen und man musste immer die richtigen Entscheidungen treffen.

Nico Hülkenberg -  Spa 1998 

Ich war damals das erste Mal als Zuschauer bei der Formel 1. Schon kurz nach dem Start krachte es fürchterlich. Elf Autos hatten sich im Regen bei der Abfahrt zur Eau Rouge ineinander verkeilt. Räder flogen durch die Luft, Trümmer lagen überall. Beim Neustart regnete es wieder. Später kollidierte Schumacher mit Coulthard. Es war also eine Menge los. Für mich stand nach dem Besuch jedenfalls fest: Ich will unbedingt Formel-1-Fahrer werden.

Ross Brawn -  Magny-Cours 2004

Michael gewann mit vier Boxenstopps. Das war ein Novum. Wir haben das nach dem zweiten Stopp entschieden. Ich sagte zu Michael, lass es uns probieren, weil wir nach hinten nichts mehr verlieren konnten. Das ist eine Sache, die in die Geschichte eingehen wird, dass man mit vier Stopps ein Rennen gewinnen kann. Ich glaube, wir waren die Ersten, die das mit Absicht gemacht haben. Ehrlich gesagt: Wir waren mit Michael damals so überlegen, dass wir immer neue Reizpunkte und Herausforderungen schaffen mussten, um weiter auf höchstem Niveau arbeiten zu können. Der Einfall kam mir am Anfang des Rennens. Michael musste dafür praktisch wie im Qualifying jede Runde am Limit fahren. Ich wusste, dass er das konnte. Er war auch sofort Feuer und Flamme. Am Ende hatte Alonso im Renault keine Chance gegen Michael. Wirklich beeindruckend, was Michael geleistet hat.

Michael gewann mit vier Boxenstopps. Das war ein Novum.

Max Verstappen -  Spanien 2016

Der erste Sieg wird ewig in Erinnerung bleiben. Für mich war es das erste Rennen im Red-Bull-Werksteam. Ich bin kurz zuvor von Toro Rosso gewechselt. Alles war hektisch und ging so furchtbar schnell. Ich musste in den Simulator, den Sitz anpassen, das neue Lenkrad lernen und die neuen Leute kennenlernen. Dass ich dieses Rennen gewann, war unglaublich.

Max Verstappen - Spanien 2016

Jean Todt  Japan 2000

Der erste Titel für Michael bei Ferrari ist mein Lieblingsrennen. Es war der 8. Oktober in Suzuka. Ich war schon das siebte Jahr bei Ferrari und endlich hat es mit dem Titel geklappt. Ich erinnere mich noch gut, dass ich zu Michael auf dem Weg zum Podium sagte: „Von jetzt an wird nichts mehr sein wie vorher!“ Und so ist es gekommen.

Ralf Bach

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Sachsen-Rallye: Renault-Pilot stirbt bei Unfall mit Baum – Beifahrer erliegt schweren Verletzungen
Sachsen-Rallye: Renault-Pilot stirbt bei Unfall mit Baum – Beifahrer erliegt schweren Verletzungen
Deontay Wilder gegen Dominic Breazeale: So endete der WBC-Weltmeisterkampf 
Deontay Wilder gegen Dominic Breazeale: So endete der WBC-Weltmeisterkampf 
Box-Star Pulev knutscht Reporterin im Interview - und kassiert dafür eine ungewöhnliche Strafe
Box-Star Pulev knutscht Reporterin im Interview - und kassiert dafür eine ungewöhnliche Strafe
FC Bayern zum 29. Mal Meister - Dortmund-Sieg wertlos
FC Bayern zum 29. Mal Meister - Dortmund-Sieg wertlos

Kommentare