Haas mit 555. Karriere-Sieg

Indian Wells: Debakel für deutsches Damen-Trio

Lisicki, Görges, Kerber
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Sabine Lisicki, Julia Görges und Angelique Kerber sammelten in Indiana Wells nur Niederlagen.

Indian Wells - Beim WTA-Turnier im kalifornischen Indian Wells ist das deutsches Frauen-Trio Kerber, Lisicki und Görges in Runde zwei gescheitert. Tommy Haas schaffte es unterdessen in die dritte Runde.

Die Schulter hält, die Auftakthürde ist übersprungen. Tennisprofi Tommy Haas hat beim hochrangig besetzten ATP-Masters in Indian Wells locker die dritte Runde erreicht. 6:3, 6:4 hieß es nach 78 Minuten gegen Jeremy Chardy (Frankreich). Die deutschen Damen erlebten hingegen am Samstag (Ortszeit) beim Hartplatz-Klassiker in Kalifornien ein Debakel. Angelique Kerber und Sabine Lisicki blamierten sich in ihren Zweitrunden-Matches gegen Außenseiter, Julia Görges verlor auch ihr viertes Duell mit Maria Scharapowa.

„Mir sind wenige einfache Fehler unterlaufen und die Big Points habe ich dann gemacht“, sagte Haas der Nachrichtenagentur dpa. Nur eine Woche nachdem der 35-Jährige im Halbfinale von Sao Paulo wegen Schulterproblemen aufgeben musste, wirkte er gut erholt. Nach dem 555. Sieg seiner Karriere trifft er nun auf Kei Nishikori (Japan). Trotz des Erfolges betonte Haas, dass ihm seine neuralgische Stelle nach wie vor Probleme bereite. „Ich bin immer in Sorge um meine rechte Schulter. Sie ist eine tickende Zeitbombe.“

Lisicki: "Habe viel trainiert und trotzdem hat es nicht hingehauen"

Die Stars kamen ebenfalls weiter. Titelverteidiger Rafael Nadal musste gegen Radek Stepanek (Tschechien) zwar in den dritten Satz, letztlich gewann der Spanier aber 2:6, 6:4, 7:5. Der Schweizer Roger Federer besiegte Paul-Henri Mathieu (Frankreich) mit 6:3, 7:6 (7:5). Lleyton Hewitt hat indes seinen 600. Sieg verpasst. Dem Südafrikaner Kevin Anderson unterlag der Australier mit 6:7 (5:7), 4:6. Bislang konnten nur Nadal und Federer die Grenze von 600 Siegen überschreiten.

Sabine Lisicki wäre derzeit schon mit einem einzigen Erfolg zufrieden. Die Weltranglisten-15. aus Berlin verlor gegen die Nummer 241, Aleksandra Wozniak (Kanada), nach 2:12 Stunden mit 5:7, 6:1, 6:7 (5:7). Somit wartet Lisicki, die seit 2008 in Indian Wells startet, in der kalifornischen Wüste weiterhin auf ihren ersten Sieg im Hauptfeld. „Ich bin früh genug angereist, habe viel trainiert und trotzdem hat es nicht hingehauen“, meinte sie mit ratlosem Gesichtsausdruck.

Lisicki: "Ich habe zweimal falsche Entscheidungen getroffen"

Im Tie-Break hatte sie 4:0 und 5:2 geführt, dennoch konnte Lisicki einmal mehr ein Match nicht nach Hause bringen. „Ich habe zweimal falsche Entscheidungen getroffen. Wenn man Selbstvertrauen hat, macht man solche Fehler einfach nicht“, ergänzte die 24-Jährige. Doch derzeit wirkt sie verzweifelt und ratlos. Der erhoffte Aufschwung durch ihre neue Trainerin Martina Hingis ist bislang ausgeblieben.

Auch Kerber war nach ihrer Dreisatz-Niederlage gegen die Spanierin Maria-Teresa Torro-Flor auf Fehlersuche. „Sie hat einfach unglaublich gespielt. Da konnte ich nicht viel machen“, sagte die Kielerin. Nach 2:21 Stunden verließ sich mit 6:2, 6:7 (5:7), 4:6 als Verliererin den Platz und sparte nicht mit Selbstkritik. „Ich weiß, dass ich als Topspielerin selbst an solchen Tagen derartige Matches gewinnen muss.“ In den beiden Vorjahren hatte Kerber beim mit 4,72 Millionen Dollar dotierten Event noch jeweils im Halbfinale gestanden.

Sie hat eine Rasenallergie! Sechs Fakten zu Sabine Lisicki

Sie hat eine Rasenallergie! Sechs Fakten zu Sabine Lisicki

Bum-Bum-Bine, Doris Becker, Sab Fab – in London hat sich Sabine Lisicki in den vergangenen Jahren so manchen Spitznamen erspielt. Alle Jahre wieder zeigt sie in Wimbledon ihr bestes Tennis. Doch wer ist Sabine Lisicki überhaupt? Wir verraten Ihnen sechs wichtige Fakten zu ihr. © dpa
Kindheit: Ihre Eltern Richard und Elisabeth wanderten als Aussiedler aus Polen nach Deutschland ein. Lisicki begann mit sieben Jahren Tennis zu spielen. Sie spricht Deutsch, Englisch und Polnisch. Das Duell mit Mutter Elisabeth wurde ihr schnell zu langweilig, da traf es sich gut, dass der Vater Tennistrainer ist. Mit 14 Jahren wechselte Lisicki von Berlin nach Florida in die Tennisakademie von Trainer-Legende Nick Bolleterie. „Das geschah alles freiwillig, ich musste meinen Papa ja sogar anbetteln, dass er mir Stunden gibt“, erzählte Lisicki in der Talkrunde bei Markus Lanz. Ihr Vater ist bis heute ihre wichtigste Bezugsperson und reist mit ihr auf der Tour. © dpa
Beste Deutsche: 2008 löste sie als Nummer 89 der Welt Martina Müller als beste deutsche Spielerin ab. Ihr bisher höchste Platzierung (Stand 2. Juli 2013) erreichte die aktuelle Weltranglisten-24. am 21. Mai 2012 mit Rang zwölf. In Wimbledon war Lisicki schon zweimal im Viertelfinale (2009, 2012) und je einmal im Halbfinale (2011) und im Finale (2013). Gegen Serena Williams verlor sie beim Stand von 6:2, 1:0 neun Spiele in Folge, konnte das Match aber noch drehen. Mit 210 km/h hält sie den inoffiziellen Aufschlagrekord. © dpa
Rasenallergie: Bei Lisicki wurde neben einer Glutenunverträglichkeit auch eine Rasenallergie festgestellt. Aufhalten lässt sie sich davon aber nicht. © dpa
Alkohol: Die Lust nach Partyexzessen verspürte Lisicki in ihrer Jugend nie. „Ich mag keinen Alkohol. Ich war immer früh im Bett, um am nächsten Tag zu trainieren“, so Lisicki. Tennis ist ihre ganze Leidenschaft: „Es gibt nichts Schöneres, als vor 15 000 Fans auf dem Platz zu stehen.“ Auch eine mögliche Musikerkarriere schlug sie dafür aus. © dpa
Verletzungen: 2010 musste sie wegen einer Knöchelverletzung mehrere Monate pausieren. 2011 starb sie fast an einer Lebensmittelvergiftung, die sie sich bei einem Turnier in China zugezogen hatte. „Es war eine lebensbedrohliche Situation. Ich war extremst dehydriert, fast bewusstlos“, sagte Lisicki damals. © dpa
Hobbies: Vor Wimbledon 2013 schaute Lisicki beim Royal Ascot, einem traditionsreichen britischen Pferderennen südlich von Windsor, vorbei. Während ihrer Reisen auf der Tennis-Tour überredete sie Mama Elisabeth, eine Künstlerin, immer wieder Sehenswürdigkeiten zu besuchen. © dpa

Julia Görges war gegen die russische Titelverteidigerin Maria Scharapowa chancenlos (1:6, 4:6). In Annika Beck aus Bonn hat damit nur eine deutsche Spielerin die dritte Runde erreicht.

dpa/SID

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