Tabellenzweiter 2. Liga

HSV vor Derby gegen St. Pauli in Leistungsdelle

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Hamburgs Spieler feiern den Treffer von Aaron Hunt zum 1:0 gegen Greuther Fürth. Foto: Axel Heimken

Auch nach einem Sieg kann der Haussegen schief hängen. Das 1:0 gegen Fürth verleiht dem HSV keinen Optimismus für das bevorstehende Stadtderby gegen St. Pauli. Trainer Wolf hat einiges zu tun.

Hamburg (dpa) - Die Fans des Hamburger SV sind bestürzt, der Trainer wirkt verstört, die Mannschaft mutlos. Nach dem überaus glücklichen 1:0 über die SpVgg Greuther Fürth weicht die angeborene Begeisterung der treuen HSV-Anhänger allmählich ungewohnter Skepsis.

Für Sonntag planten die Anhänger des Fußball-Zweitligisten eigentlich ein rauschendes Fest im Stadtderby gegen den ungeliebten Nachbarn FC St. Pauli. Mittlerweile jedoch ist der Vorfreudefaktor arg ramponiert. Denn: Ihr Verein spielt schlecht. Seit Wochen.

Am Montagabend hatte der Tabellenzweite mit dem späten Tor durch Kapitän Aaron Hunt mächtig viel Dusel. Aber da war der Gegner nur der Tabellenzwölfte Fürth. Jetzt erwartet den HSV der aufstrebende Vierte FC St. Pauli in dessen Reich auf dem Kiez.

"Ich bin nicht bereit, das schönzureden", grollte HSV-Trainer Hannes Wolf nach dem bedenklichen Gekicke am Montagabend. "Wir haben auf relativ eklatante Weise den Zugriff aufs Spiel verloren." Wolf hat in der Leistung seines Teams "eine Delle" ausgemacht. "Das müssen wir verändern", forderte er. "Am Sonntag gibt es ein sehr, sehr wichtiges Spiel für uns, für die Stadt. Da müssen wir uns reinstürzen."

Der kontinuierliche Leistungsabfall des Bundesliga-Absteigers, der unbedingt zurück ins Fußball-Oberhaus will und aus wirtschaftlichen Gründen auch muss, hält seit Beginn der Rückrunde an. Zwar stehen drei Heimsiege zu Buche, doch die Stärke der Hinrunde ist wie weggeblasen: auswärts drei Niederlagen, ein Remis.

Zudem sind die Heimvorstellungen keineswegs souverän. "Schwergetan haben wir uns immer", stellte Wolf fest. Aber gegen Fürth habe sein Team selbst ihn erschüttert. "Das war eine Leistung, die darf gar nicht passieren", stöhnte der Coach.

Tabellenplatz zwei würde zwar zum Aufstieg reichen, das Ziel ist aber hochgradig gefährdet. Torschütze Hunt ist nachdenklich geworden. "Wir haben mutlos nach vorne gespielt, waren ängstlich und haben nicht die Stärken, die uns von anderen Mannschaften unterscheiden, auf den Platz gebracht. Das liegt auch am Selbstvertrauen. Wir sind zu mutlos", befand der Kapitän.

Vor allem die häufig misslungene Spieleröffnung aus einer verunsicherten und technisch limitierten Innenverteidigung, die unter Druck Fehlpässe zuhauf produziert, erschreckt. "In der Hinrunde haben wir die Gegner teilweise an die Wand gespielt. Das müssen wir uns wieder erarbeiten", mahnte Hunt.

Die Personallage verstärkt das Unbehagen der Hamburger. Flügelspieler Hee-Chan Hwang erlitt eine Muskelverletzung, ebenso wie Torhüter Julian Pollersbeck, der wenige Minuten vor Spielbeginn durch Tom Mickel ersetzt werden musste. Pollersbeck könnte schnell zurückkommen, Hwang wird gegen St. Pauli ausfallen, teilte der HSV mit. Die Rückkehr der gesperrten Orel Mangala und Vasilije Janjicic ist zumindest ein Lichtblick für Trainer Wolf.

Bis zum Derby am Sonntag muss er den HSV runderneuern. "Wenn der Druck steigt, brauchst du trotzdem Mut", betonte der Trainer und sagte: "In der Summe haben wir unsere Spiele verdient gewonnen. Daher müssen wir uns für einen glücklichen Sieg nicht entschuldigen."

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