French Open

Nach Sieg gegen Nadal: Djokovic will zweiten Paris-Titel

Novak Djokovic
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Ein Match für die Ewigkeit: Novak Djokovic hat den 13-maligen Paris-Champion Rafael Nadal besiegt.

Finale in Paris - und das ohne Rafael Nadal. Das gab es das letzte Mal vor fünf Jahren. Jetzt geht Novak Djokovic als großer Favorit ins Endspiel. Die Frage ist, ob der Serbe noch genug Kraft hat.

Paris (dpa) - Es wird ein ungewohntes Bild sein, das sich den Zuschauern an diesem Sonntag im Stade Roland Garros bietet. Es ist Finaltag bei den French Open, doch einer, der eigentlich immer da ist, wenn es in Paris um den Titel geht, wird dieses Mal fehlen.

Rafael Nadal, 13-maliger Champion im Bois de Boulogne, König des Sandplatzes, Sieger von 105 Spielen beim zweiten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison, ist dieses Mal nicht dabei. Der 35 Jahre alte Spanier verlor am späten Freitagabend in einem hochklassigen Match gegen den Serben Novak Djokovic und verpasste es damit auch, Roger Federer als Spieler mit den meisten Grand-Slam-Titeln abzulösen.

20 Mal haben Federer und Nadal bei den vier wichtigsten Turnieren gewonnen, 18 Mal hieß der Sieger bei diesen Top-Events Djokovic. An diesem Sonntag (15.00 Uhr/Eurosport) soll Titel Nummer 19 hinzukommen. Der Weltranglisten-Erste bekommt es auf dem Court Philippe-Chatrier mit dem Griechen Stefanos Tsitsipas zu tun, der im Halbfinale in einem Fünfsatz-Krimi Alexander Zverev ausgeschaltet hatte.

Episches Duell im Halbfinale

Die große Frage ist: Wie fit ist Djokovic nach dem epischen Match gegen Nadal im Halbfinale? 4:10 Stunden lang schlugen sich die beiden Stars die Bälle um die Ohren, wie man es in der Tennis-Geschichte wohl noch nie, oder wenn dann nur ganz selten erlebt hat. „Das war eines dieser Matches, eine dieser Nächte, die man nie vergessen wird“, sagte Djokovic nach seinem Viersatz-Sieg, mit dem er das große Saisonziel von Nadal zunichte gemacht hatte. „Es war definitiv das beste Spiel, das ich je hier in Paris gespielt habe. Und auch sonst gehört es definitiv zu den Top drei“, sagte der Serbe.

„Du kannst kein besseres Sandplatz-Tennis spielen“, twitterte Andy Murray, lange Zeit ebenfalls ein Rivale von Djokovic und Nadal, nach zwei Hüftoperationen aber inzwischen etwas abgerutscht. „Ich habe mein Bestes gegeben, es hat heute nicht gereicht, daher Kompliment an Novak“, sagte ein tief enttäuschter Nadal.

Regeneration ist entscheidend

Den Samstag wollte Djokovic vor allem zur Regeneration nutzen. An seinen Gegner wollte er nach der gigantischen Willensleistung gegen Nadal keine großen Gedanken verschwenden. Was nicht als respektlos gegenüber Tsitsipas verstanden werden sollte. „Er ist in Topform, führt das Jahresranking an - das sagt doch alles“, sagte Djokovic, der sich nicht nur körperlich, sondern auch mental von der Partie gegen Nadal erholen musste.

Das Duell war so spannend, hochklassig und einzigartig, dass die Veranstalter kurzerhand entschieden, die Zuschauer ungeachtet der ab 23.00 Uhr geltenden Ausgangssperre nicht nach Hause zu schicken. „Die Stimmung war elektrisierend“, sagte Djokovic.

Tsitsipas verfolgt all das vor dem Fernseher. Er musste selbst Kraft tanken, nachdem er das Duell der Herausforderer gegen Zverev in fünf Sätzen gewonnen hatte. Danach kamen ihm auf dem Centre Court die Tränen, doch am Sonntag will er noch einmal alles geben. „Ich freue mich darauf, meinen kompletten Körper auf dem Platz zu lassen“, sagte der 22 Jahre alte Grieche vor seinem ersten Grand-Slam-Finale. „Es wird Zeit für mich, zu zeigen, zu was ich fähig bin.“

© dpa-infocom, dpa:210612-99-961085/4

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