Venezolanischer Reporter irrt sich gewaltig

Skurrile Hitler-Geschichte zu Phelps kursiert im Netz

Michael Phelps, der beste Schwimmer aller Zeiten. Doch wann genau der US-Amerikaner seine ersten Medaillen holte, schien nicht mehr jedem klar zu sein.
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Michael Phelps, der beste Schwimmer aller Zeiten. Doch wann genau der US-Amerikaner seine ersten Medaillen holte, schien nicht mehr jedem klar zu sein.

Rio de Janeiro - Eine skurrile Hitler-Geschichte um Schwimmstar Michael Phelps kursiert derzeit im Netz. Ein venezolanischer Kommentator hatte dabei einige Dinge durcheinander geworfen.

Michael Phelps ist der große Star bei Olympia in Rio. Wann immer der US-Amerikaner die Schwimmhalle betritt, rastet die Menge aus. Und das zurecht. Phelps ist mit 23 olympischen Medaillen, davon 19 Mal Gold, der erfolgreichste Olympionike der Geschichte. Der 31-Jährige ist ein Jahrhundert-Talent, nahm schon mit 15 Jahren an den Olympischen Spielen 2000 in Sydney teil und war damit der jüngste Schwimmer im US-Team seit 68 Jahren. 

2000 ging Phelps noch leer aus, ein Jahr später gewann er bei den Weltmeisterschaften 2001 in Fukuoka (Japan) bereits seine erste Goldmedaille und startete seither seinen beispiellosen Siegeszug durch die Schwimmhallen dieser Welt. Nach den Olympischen Spielen 2012 in London beendete der Weltstar schließlich seine Karriere, kehrte aber schon im April 2014 wieder zurück. Ein absoluter Ausnahme-Könner also, dessen Berühmtheit in alle Ecken der Welt reicht - sollte man meinen. 

Ein venezolanischer TV-Kommentator bewies jedoch das Gegenteil. Auf Twitter kursierte jüngst ein Video des Fauxpas' des Reporters, spanische Zeitungen wie die Mundo Deportivo oder El País griffen es auf, Twitter-User machten sich lustig.

Verwechslung des Reporters - und der Twitter-User

Der Reporter des venezolanischen Fernsehsenders TVes (Televisora Venezolana Social) blamierte sich bei der Übertragung der 4x100 Meter Freistil-Staffel bis auf die Knochen. Doch auch die Twitter-User bekleckerten sich nicht gerade mit Ruhm. Das Video, das derzeit kursiert, ist bereits 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking entstanden. 

Nichts desto trotz ist die Geschichte es wert, noch einmal aufgerollt zu werden.

Die Geschichte des venezolanischen Reporters startete noch mit einer korrekten Aussage: "Außer Michael Phelps hat es bisher kein Athlet geschafft, acht Goldmedaillen bei Olympischen Spielen auf einmal zu holen." Soweit so gut, doch was dann kam, war an Skurrilität nicht zu überbieten.

"Phelps holte 1972 acht Goldmedaillen"

Der TV-Kommentator fuhr fort: "Diese Heldentat (acht Goldmedaillen auf einmal zu holen) gelang Michael Phelps bei den Olympischen Spielen 1972 in München." Doof nur, dass diese Olympischen Spiele 13 Jahre vor Phelps' Geburt stattgefunden hatten.

Der Reporter verwechselte an dieser Stelle offenbar Michael Phelps mit einem anderen US-amerikanischen Star-Schwimmer, Mark Spitz. Dieser hatte 1972 in München sieben (nicht acht) Goldmedaillen erreicht und dabei sieben Weltrekorde aufgestellt. Doch noch war der Kommentator nicht am Ende seiner Geschichte angelangt...

"Hitler wollte ihm die Medaillen nicht überreichen"

Offenbar hatte der Kommentator des Öfteren im Geschichts-Unterricht geschlafen. Denn er glänzte bei der Fortsetzung seiner Geschichte mit weiterem Unwissen. Phelps habe die acht Medaillen 1972 "im Deutschland von Hitler" geholt. Dieser habe ihm die Medaillen aber nicht überreichen wollen. Auch Hitler war zu diesem Zeitpunkt aber schon lange tot. Und zwar 27 Jahre.

Die Geschichte um die Weigerung Hitlers, Medaillen zu überreichen, hat sich der venezolanische Reporter offenbar bei den Olympischen Spielen 1936 von Berlin geliehen. Damals hatte Hitler dem schwarzen US-Amerikaner Jesse Owens, der vier Mal Gold gewann, die Glückwünsche verweigert. 

Doch nicht einmal diese Geschichte stimmt: Hitler hatte zunächst nur den deutschen Medaillengewinnern gratuliert, war dann aber vom Olympischen Komitee darauf hingewiesen worden, dass er allen gleichermaßen gratulieren müsse. Daraufhin ließ Hitler es komplett bleiben und verzichtete auf Glückwünsche und Grußworte. Will heißen: Jesse Owens stellte hier keine Ausnahme dar.

Verwechslung über Verwechslung

Zusammenfassend also: Die Geschichte des venezolanischen TV-Kommentators fand 13 Jahre vor Michael Phelps' Geburt und 27 Jahre nach Hitlers Tod statt. Er verwechselte Mark Spitz und Michael Phelps und verband diese mit der undurchsichtigen Geschichte um Jesse Owens. Zu guter Letzt verwechselten auch die noch die Twitter-User das Jahr der Aufnahme. Das Video stammt aus dem Jahr 2008, nicht 2016.

Und dennoch, auch bei den Olympischen Spielen in Rio hatte der venezolanische Kommentator bereits einen großen Auftritt. Er übersetzte eine Rede von IOC-Präsident Thomas Bach und machte dabei einen Fehler. Bach sagte: "Wir leben in einer Welt, in der Selfies immer wichtiger werden." Doch der Kommentator übersetzte: "Wir leben in einer Welt, in der Egoismus sich immer weiter ausbreitet." Er hatte offenbar die beiden Wörter "Selfies" und "Selfishness" miteinander vermengt.   

Olympia kompakt: Der dritte Tag

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Paul Biedermann schlug im Finale über 200 Meter Freistil als Sechster an. Foto: Bernd Thissen © Bernd Thissen
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Patrick Hausding und Sascha Klein in Aktion. Foto: Felix Kaestle © Felix Kästle
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Statt Olympia-Lust schiebt Philip Kohlschreiber jetzt Verletzungs-Frust. Foto: Mijchael Reynolds © Mijchael Reynolds
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Die deutschen Hockey-Herren jubeln nach dem späten Siegtreffer durch Christopher Rühr. Foto: Jeon Heon-Kyun © Jeon Heon-Kyun
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Julia Krajewski schied nach drei Verweigerungen von Samourai Du Thot aus. Foto: Friso Gentsch © Friso Gentsch
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Dimitrij Ovtcharov musste lange um den Sieg kämpfen. Foto: Erik S. Lesser © Erik S. Lesser
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Angelique Kerber ist ins Achtelfinale eingezogen. Foto: Michael Reynolds © Michael Reynolds
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Der Deutschland-Achter hat sich souverän für das Finale qualifiziert. Foto: Franck Robichon © Franck Robichon

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sdm 

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