Tomczyk in der Rolle des Gejagten

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Martin Tomczyk in seinem BMW M3 DTM.

München - Am Freitag startet auf dem Hockenheimring das Deutsche Tourenwagen-Masters. Lesen Sie hier die Kurzporträts der sechs BMW-Piloten.

Am Freitag wird es ernst. Die neue Saison des Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) startet ab 13.20 Uhr mit dem ersten freien Trainingslauf auf dem Hockenheimring. Besonders im Lager von BMW ist die Spannung und die Vorfreude groß. Nach 20 Jahren gibt der Münchner Hersteller sein Comeback in der DTM, die heuer wieder in zehn Rennen ihren Meister sucht (zusätzlich steht am 14./15. Juli das Show-Wochenende im Münchner Olympiastadion auf dem Terminplan). Der Gejagte wird der Rosenheimer Titelverteidiger Martin Tomczyk sein, der nach elf Jahren Audi zu BMW wechselte. Vor dem Saisonstart stellen wir Tomczyk und seine fünf Kollegen vor.

Martin Tomczyk (30): Der amtierende DTM-Champion. Seine Bilanz 2011: nie schlechter als Rang fünf, drei Saisonsiege. Mit einer Körpergröße von 1,88 Metern ist Tomczyk der größte Fahrer im Feld, mit 112 bestrittenen Rennen nach den Audi-Haudegen Matias Ekström und Timo Scheider außerdem der dritterfahrenste. Als Bayer und Titelverteidiger ist Tomczyk das BMW-Zugpferd, er geht mit der Startnummer eins auf dem Auto in die Saison. „Ich werde dafür kämpfen, diese Nummer auf dem Auto zu behalten. Ich bin jetzt schließlich der Gejagte und nicht mehr der Jäger“, sagte er.

Joey Hand (33): An und auf der Strecke liebt Tomczyks Kollege beim BMW Team RMG das Brüllen der Motoren, privat hat er es lieber ganz ruhig. Hand liebt es, mit seinem Vater auf Fischfang zu gehen. Er ist der erste US-Amerikaner in der DTM. „Das macht mich stolz“, sagt der 33-Jährige, der betont: „Ich bin nicht nur hier, um dabei zu sein oder mir die Gegend anzuschauen.“ Sein Potenzial bewies er in den vergangenen Jahren beim berühmten 24-Stunden-Rennen von Daytona und in der American Le Mans Series (ALMS). Dort wird Hand als amtierender GT-Meister auch weiterhin starten – zusätzlich zur DTM.

Bruno Spengler (28): Der Franko-Kanadier duellierte sich im Vorjahr als Mercedes-Pilot lange mit Tomczyk um den DTM-Titel, wurde am Ende wie schon 2010 Gesamtdritter, 2006 und 2007 wurde er sogar Zweiter. Nun soll es im BMW mit dem ersten Titel klappen. „Ich habe mich gefühlt wie ein junger Fahrer, der aus dem Formelsport kommt. Dieses Gefühl hat man nicht oft in einer Karriere“, erklärte Spengler nach seiner ersten Fahrt im BMW M3 DTM. In seiner Freizeit ist er begeisterter Golfer. Sein Handicap von 5,8 kann sich durchaus sehen lassen.

Dirk Werner (31): . . . oder auch Dipl. Ing. Dirk Werner. Der gebürtige Hannoveraner kann ein abgeschlossenes Maschinenbau-Studium vorweisen. 2007 schrieb er Motorsport-Geschichte, als er als erster Nicht-Amerikaner die GT-Meisterschaft in der US-Grand-Am-Sportwagenserie gewann. 2011 holte Werner als BMW-Werksfahrer immerhin den dritten Rang der GT-Klasse der ALMS (die Hand gewann). Der Teamkollege von Spengler beim BMW Team Schnitzer ist einer der Stimmungsmacher im Kader, hat immer einen lockeren Spruch auf Lager.

Andy Priaulx (37): Der „Opa“ im Team stammt von der Kanalinsel Guernsey, die zu Großbritannien gehört. Zwischen 2005 und 2007 gelang Priaulx mit dem BMW Team RBM, für das er nun auch in der DTM startet, der Titelhattrick in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC). Der Vater von zwei Kindern hatte immer ein großes Ziel: die Formel 1. Dass es nun „nur“ die DTM wurde, macht ihn trotzdem stolz: „Es ist für mich eine Ehre, Teil des Nummer-eins-Projekts von BMW zu sein.“ 2008 wurde Priaulx von Queen Elizabeth II. mit der fünften Stufe des Ritterordens Order of the British Empire ausgezeichnet, weil er sich aktiv für wohltätige Zwecke einsetzt.

Augusto Farfus (28): Seit 2007 ist der Brasilianer für BMW unterwegs, er startete bereits in der WTCC als Teamkollege von Priaulx. Vor dem Saisonauftakt ist Priaulx bereit für ein neues Abenteuer: „Ein neuer Hersteller, eine neue DTM, ein neuer Farfus.“ Der jüngste Stammfahrer im Kader, dessen Familie eine große Restaurantkette in der Heimat betreibt, erklärte vor dem Saisonstart aufgeregt: „Ich war noch nie bei der DTM, ich habe keine Ahnung, wie das Fahrerlager aussieht, das ganze Umfeld. Ich freue mich, wenn ich endlich fahren darf.“

Marco Wittmann (22): Der Fürther ist das jüngste Mitglied der BMW-Familie in der DTM. Er wurde als Test- und Entwicklungsfahrer verpflichtet. „Ich will, dass die anderen merken, da kommt einer, der ordentlich Gas gibt“, sagt Wittmann selbstbewusst. Sein Ziel: Ein Cockpit für die Saison 2013.

Jan Lüdeke

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