Das Vollgas-Interview

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Ralf Schumacher

München - Die tz sprach vor dem Auftakt zum spannenden DTM-Dreikampf mit Audi-Pilotin Rahel Frey (in Kempten), DTM-Newcomer Dirk Werner (BMW) und Mercedes-Fahrer Ralf Schumacher (im Olympiastadion). Das Vollgas-Interview.

Quietschende Reifen, heulende Motoren und Tempo 300 – am Wochenende (Samstag Qualifying, Sonntag Rennen, 14 Uhr, ARD) startet die DTM in Hockenheim in die neue Saison. Und die Motorsportfans dürfen sich dreifach freuen: Erstmals seit fast zwanzig Jahren schickt neben Audi und Mercedes auch BMW wieder ein Team auf den Asphalt – gefahren werden elf Rennen in fünf Ländern.

Die tz sprach vor dem Auftakt zum spannenden Dreikampf mit Audi-Pilotin Rahel Frey (in Kempten), DTM-Newcomer Dirk Werner (BMW) und Mercedes-Fahrer Ralf Schumacher (im Olympiastadion). Das Vollgas-Interview:

Wie groß ist die Vorfreude?

Werner: Ich freue mich riesig, weil die DTM für mich ja neu ist. Außerdem ist es natürlich ein großes Ereignis, dass BMW nach 20 Jahren zurückkommt. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

Frey: Man spürt überall die Spannung: bei den Mechanikern, Teammanagern, Fahrern. Ich habe viel trainiert, das neue Team kennengelernt und eine Technikschulung hinter mir. Und ich wollte etwas an Gewicht zulegen – das habe ich geschafft: Mit Helm und Rennanzug wiege ich jetzt 55 Kilo. Das ist wichtig, um der Hitze im Auto besser gewachsen zu sein.

Welche Chancen rechnen Sie sich aus?

Werner: Für BMW ist es enorm wichtig, konkurrenzfähig zu sein, und gute Ergebnisse einzufahren. Schließlich nimmt BMW an der DTM teil, um Sportlichkeit zu beweisen. Wir hatten zwar Testfahrten, bei denen alle drei Hersteller gemeinsam gefahren sind. Trotzdem ist es nicht leicht, aus diesen Zeiten herauszulesen, wie schnell der Einzelne wirklich ist, weil erst in Hockenheim alle unter vergleichbaren Bedingungen fahren werden.

Sehen Sie das auch so, Herr Schumacher?

Schumacher: Die Antwort werden wir wohl am Samstagabend bekommen. Aber wir gehen davon aus, dass wir sehr gut dastehen. Nur – das tun die anderen beiden vermutlich auch.

Und wie sehen Sie Audi, Frau Frey?

Frey: Ganz klar: Mercedes ist unser stärkster Gegner. Die werden schnell sein. Gerade, weil Audi und Mercedes den Erfahrungsvorsprung haben.

Ist die fehlende Erfahrung für BMW tatsächlich ein Manko?

Werner: BMW hat eine lange Historie im Motorsport. Außerdem hat BMW sehr gute Leute an Bord, die an dem Projekt arbeiten, und einen guten Fahrerkader. Wir brauchen uns, denke ich, nicht zu verstecken. Dennoch geht es in der DTM letztlich um Details – und da haben Audi und Mercedes schon einen kleinen Vorsprung.

Was haben Sie sich persönlich vorgenommen?

Schumacher: Mein Ziel ist immer, mit den Teamkollegen vergleichbar oder einer der schnelleren im Team zu sein.

Und in Bezug auf die beiden anderen Teams?

Schumacher: Was die Konkurrenz angeht, werden wir wohl die üblichen Verdächtigen aus den Audi-Kreisen haben. Gut, jetzt sind ja auch zwei Fahrer, einer von uns (Spengler, d. Red.) und einer von Audi (Tomczyk, d. Red.) zu BMW gewechselt. Darum wird es sich wohl drehen.

Frey: In meinem Team, bei Abt/Audi, sind die Speerspitzen immer noch Ekki (Mattias Ekström, d. Red.) und Timo (Scheider, d. Red.). Trotzdem ist mein Wunsch, eine Platzierung in den Top Ten zu schaffen. Und mir geht es darum, mein Auto heil zu lassen.

Schwierig, vor allem Mitte Juli im Münchner Olympiastadion…

Frey: Ja, es ist brutal eng dort. Wenn man da einen kleinen Fehler macht, ist es aus: Letztes Jahr zum Beispiel, da war ich etwas zu aggressiv auf dem Gas, hab am Ausgang einer engen Kurve übersteuert – schon war ich in der Mauer.

Werner: Stimmt, das ist eine große Herausforderung. Aber es ist schön, so nah an den Zuschauern zu sein. Es wird bestimmt ein gutes Event.

Von der Rennstrecke zurück auf die Straße: Wie gut gelingt diese Umstellung?

Frey: Ich wohne in Solothurn, fahre oft nach Basel und bin auch sonst sehr viel unterwegs. Wenn man so viele Kilometer macht, dann kommt man gerne schnell von A nach B. Aber: Gerade weil man das Auto braucht, ist man auch auf den Führerschein angewiesen. Und in der Schweiz kann man sich in dieser Hinsicht gar nichts erlauben…

Interview: Sina Ojo

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