Kein Free-TV-Tennis

Wimbledon bis 2016 nicht bei ARD und ZDF

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Sabine Lisicki (r.) verlor in diesem Jahr das Finale in Wimbledon gegen Marion Bartoli mit 1:6, 4:6.

Berlin - In Wimbledon begeisterte Sabine Lisicki dieses Jahr Millionen Tennis-Fans auf der Welt. Nur viele Deutsche schauten in die Röhre. Für sie gab es kein Free-TV-Tennis und das scheint so zu bleiben.

Update vom 8. Juli 2016: Im Finale von Wimbledon trifft Angelique Kerber auf die Weltranglistenerste Serena Williams. Wir sagen Ihnen hier, wo und wie Sie das Spiel live im TV und Live-Stream sehen können.

Update vom 26. Juni 2016: Das bedeutendste Tennisturnier der Welt geht in die nächste Runde. Vom 27. Juni bis 10. Juli finden in London die 130. Wimbledon Championships statt. So sehen Sie die Wimbledon-Matches live im TV und im Live-Stream.

Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF werden 2014 keine Live-Bilder aus Wimbledon zeigen. Dieter Gruschwitz, Leiter der Hauptredaktion Sport im ZDF, bestätigte auf SID-Anfrage eine entsprechende Meldung des Wirtschaftsmagazins Sponsors. „Die ARD und das ZDF haben sich mit einem kleinen Rechtepaket beworben, sind aber beim Vermarkter IMG damit gescheitert“, sagte Gruschwitz.

Bisher hatte der Pay-TV-Sender Sky die exklusiven Übertragungsrechte für die All England Championships, der Vertrag lief allerdings 2013 aus, so dass sich auch die ARD und das ZDF bewerben konnten. Schon im Sommer hatte sich die ARD kurzfristig um eine Live-Übertragung des Finales zwischen Sabine Lisicki (Berlin) und Marion Bartoli (Frankreich) beworben, war aber bei Sky abgeblitzt.

Sie hat eine Rasenallergie! Sechs Fakten zu Sabine Lisicki

Sie hat eine Rasenallergie! Sechs Fakten zu Sabine Lisicki

Bum-Bum-Bine, Doris Becker, Sab Fab – in London hat sich Sabine Lisicki in den vergangenen Jahren so manchen Spitznamen erspielt. Alle Jahre wieder zeigt sie in Wimbledon ihr bestes Tennis. Doch wer ist Sabine Lisicki überhaupt? Wir verraten Ihnen sechs wichtige Fakten zu ihr. © dpa
Kindheit: Ihre Eltern Richard und Elisabeth wanderten als Aussiedler aus Polen nach Deutschland ein. Lisicki begann mit sieben Jahren Tennis zu spielen. Sie spricht Deutsch, Englisch und Polnisch. Das Duell mit Mutter Elisabeth wurde ihr schnell zu langweilig, da traf es sich gut, dass der Vater Tennistrainer ist. Mit 14 Jahren wechselte Lisicki von Berlin nach Florida in die Tennisakademie von Trainer-Legende Nick Bolleterie. „Das geschah alles freiwillig, ich musste meinen Papa ja sogar anbetteln, dass er mir Stunden gibt“, erzählte Lisicki in der Talkrunde bei Markus Lanz. Ihr Vater ist bis heute ihre wichtigste Bezugsperson und reist mit ihr auf der Tour. © dpa
Beste Deutsche: 2008 löste sie als Nummer 89 der Welt Martina Müller als beste deutsche Spielerin ab. Ihr bisher höchste Platzierung (Stand 2. Juli 2013) erreichte die aktuelle Weltranglisten-24. am 21. Mai 2012 mit Rang zwölf. In Wimbledon war Lisicki schon zweimal im Viertelfinale (2009, 2012) und je einmal im Halbfinale (2011) und im Finale (2013). Gegen Serena Williams verlor sie beim Stand von 6:2, 1:0 neun Spiele in Folge, konnte das Match aber noch drehen. Mit 210 km/h hält sie den inoffiziellen Aufschlagrekord. © dpa
Rasenallergie: Bei Lisicki wurde neben einer Glutenunverträglichkeit auch eine Rasenallergie festgestellt. Aufhalten lässt sie sich davon aber nicht. © dpa
Alkohol: Die Lust nach Partyexzessen verspürte Lisicki in ihrer Jugend nie. „Ich mag keinen Alkohol. Ich war immer früh im Bett, um am nächsten Tag zu trainieren“, so Lisicki. Tennis ist ihre ganze Leidenschaft: „Es gibt nichts Schöneres, als vor 15 000 Fans auf dem Platz zu stehen.“ Auch eine mögliche Musikerkarriere schlug sie dafür aus. © dpa
Verletzungen: 2010 musste sie wegen einer Knöchelverletzung mehrere Monate pausieren. 2011 starb sie fast an einer Lebensmittelvergiftung, die sie sich bei einem Turnier in China zugezogen hatte. „Es war eine lebensbedrohliche Situation. Ich war extremst dehydriert, fast bewusstlos“, sagte Lisicki damals. © dpa
Hobbies: Vor Wimbledon 2013 schaute Lisicki beim Royal Ascot, einem traditionsreichen britischen Pferderennen südlich von Windsor, vorbei. Während ihrer Reisen auf der Tennis-Tour überredete sie Mama Elisabeth, eine Künstlerin, immer wieder Sehenswürdigkeiten zu besuchen. © dpa

Laut Sponsors sollen die Verhandlungen zwischen Sky und IMG noch laufen. Allerdings dränge der Veranstalter All England Lawn Tennis and Croquet Club, der bei der Vergabe ein Mitspracherecht besitzt, darauf, dass sich eine Situation wie in diesem Jahr, als das erste Frauen-Endspiel mit deutscher Beteiligung seit 1999 nicht im Free-TV zu sehen war, nicht wiederholt.

sid

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