Steuer im tz-Interview

Kommt das Ende für unser Traumpaar?

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Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy wollen Gold.

München - Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy zählen zu den heißesten Medaillen-Tipps bei den Olympischen Winterspielen. An die Spitze führte sie der Trainer und Ex-Weltmeister Ingo Steuer. Das tz-Interview.

Ingo Steuer.

Sie bieten eisgekühlte Kunst – und sie sind einer der heißesten Medaillen-Tipps bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi: die vierfachen Paarlauf-Weltmeister Aljona Sawtschenko (29) und Robin Szolkowy (34). An die Spitze führte sie der Trainer und Ex-Weltmeister Ingo Steuer (47). Das tz-Interview:

Herr Steuer, in Deutschland hat der Paarlauf eine große Tradition. Wo ordnen Sie Aljona und Robin in der Galerie deutscher Paare ein?

Ingo Steuer: Aljona und Robin bieten das Anspruchsvollste, was im deutschen, ich würde sogar sagen im Welteiskunstlauf bei den Paaren bisher geboten wurde. Wenn ihnen in Sotschi eine fehlerfreie Kür gelingt, dann ist meinem Paar selbst in Russland, trotz der einheimischen Konkurrenz, Gold nicht zu nehmen.

Wie hat sich das Paar gefunden?

Steuer: Durch mich. Robin hatte in Erfurt mit dem Eiskunstlauf begonnen, später kam er zu uns nach Chemnitz. Doch seine Partnerin beendete ihre Kariere. Robin arbeitete deshalb auf dem Bau und trainierte nur abends. In der Ukraine stand Junioren-Weltmeisterin Aljona Sawtschenko ohne Partner da, weil ihr Partner eigene Wege ging. Ich erfuhr davon und holte Aljona zum Probetraining nach Chemnitz. Ich erkannte sofort, dass dieses Paar Karriere machen könnte. 2005 erhielt Aljona dann einen deutschen Pass und somit stand einem Olympia-start 2006 nichts im Wege.

Für Sotschi haben Sie russische Musik gewählt.

Steuer: Ich hatte das Ballett Nussknacker mit der Musik von Peter Tschaikowski schon sechs Jahre im Kopf. Im Sommer dann dachte ich, jetzt ist das Paar so weit, dass es die Musik umsetzen kann. Die Kür ist ein Gesamtkunstwerk geworden. Ich war beim Weltcup in Moskau sogar ein bisschen erschrocken, wie Aljona und Robin gefeiert wurden. Die Moskauer kennen sich aus mit dem Märchen vom Mäuse­krieg von E.T.A. Hoffmann. Das stimmt mich optimistisch für Olympia: Eine deutsche Geschichte mit russischer Musik – das gefällt den Leuten in Russland.

Neben schweren Parallelsprüngen und Wurfelementen zeigen Aljona und Robin den dreifachen Wurfaxel – als einziges Paar. In Moskau ging er daneben. In Japan ließen sie den Sensationssprung weg und gewannen ebenfalls. Wäre es da nicht besser, das Risiko zu meiden?

Steuer: Im Endeffekt entscheiden die Sportler, ob sie ein Element zeigen oder weglassen. So ist das auch mit dem dreifachen Wurfaxel. Wir sind aber gewillt, ihn in Sotschi zu zeigen. Nach dem Axel-Sturz von Moskau haben wir den Sprung einige Tage nicht trainiert, weil Aljona Schmerzen hatte. Inzwischen gehört er längst wieder zu unserem Trainingsprogramm.

Beim Paarlauf schwingt die Liebe mit, wird behauptet. Aljona und Robin gehen aber privat eigene Wege.

Steuer: Ihr Können fußt eben auf der Liebe zum Eis und ihrem Sport.

Sie haben lange mit der Managerin Karla Vogt-Röller zusammengearbeitet, als Ihnen Stasi-Verbindungen vorgeworfen wurden. Arbeiten Sie immer noch mit ihr zusammen?

Steuer: Das war nicht meine Managerin, sondern meine Rechtsanwältin. Frau Vogt-Röller hat sich nur sehr für das Eiskunstlaufen interessiert. Im Moment gibt es keine Probleme. Ich habe alle Prozesse gewonnen, zuletzt gegen die Bundeswehr. Ich darf auch Bundeswehrangehörige trainieren. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Während Aljona von Abschied spricht, lässt Robin die Frage noch offen. Wie sehen Sie die Zukunft?

Steuer: Ich denke schon, dass sich beide nach Olympia oder spätestens nach der WM vom Wettkampfsport verabschieden werden. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen. Wir halten das Thema bis nach den Winterspielen klein. Wir machen uns keinen Stress.

Und Ihre Zukunft?

Steuer: Ich lasse alles auf mich zukommen. Vielleicht gehe ich ganz vom Eis weg. Vielleicht organisiere ich Shows. Jetzt habe ich eine Eisshow in Chemnitz für den Sparkassenverband organisiert. Am 26. April veranstalte ich ein großes Schaulaufen, aber vielleicht bietet sich mir auch irgendwo auf der Welt ein Job als Trainer.

Interview: Manfred Hönel

Quelle: tz

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