„Hahn im Korb“

Felix Neureuther sucht den Jungbrunnen!

Aquajogging fürs Knie in weiblicher Begleitung: Felix Neureuther beim Training.

Garmisch - Strampeln und Stretchen für die Genesung! Während die Ski-Elite zum Parallelslalom nach Stockholm flog, begab sich Felix Neureuther auf die Suche nach einem Jungbrunnen für sein lädiertes linkes Knie, das am Sonntag im zweiten Durchgang erneut einen harten Schlag abbekam.

Fündig wurde er im Pool des Dorint Sporthotel in Garmisch. In bester Felix-Manier postete der 32-Jährige in den sozialen Netzwerken ein Foto seines Badeausflugs in weiblicher Begleitung, garniert mit der Überschrift: Hahn im Korb.

Neureuther ist ein Glücksfall für den Skisport, selbst schwierige Situationen nimmt er mit Humor. Und seine gesundheitliche Situation könnte, knapp zwei Wochen vor seinem ersten WM-Einsatz, wahrlich besser sein. Die Kapsel im Knie, das er sich im Frühjahr operieren ließ, ist gezerrt. Mehr fehlt ihm offiziell nicht. Eine neue Untersuchung war nach der Begegnung mit dem Schlagloch auf der Kandahar nicht nötig. Neureuther lässt sich weiter von Physiotherapeut Oliver Saringer und seinen anderen medizinischen Vertrauten behandeln. Der Österreicher Saringer, der vergangenen Saison vom Österreichischen Skiverband nach Deutschland wechselte, begleitete seinen Schützling gestern Vormittag auch zur Aquaeinheit. „Ich habe sensationelle Jungs um mich herum. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass wir das hinbekommen“, sagte Neureuther. Von Verbandsseite war zu hören, dass sich die Behandlung positiv auswirken, die nächsten Tage wird der Garmischer dennoch etwas kürzer treten, um den WM-Start nicht zu gefährden.

Auch Linus Strasser, der für Neureuther ins Teilnehmerfeld rückt, will in St. Moritz starten. Die offiziellen DSV-Qualifikationskriterien, zweimal Top15 oder einmal Top8, verpasste der Münchner mit einen zehnten Platz und zweimal Rang 16 knapp. In Val d’Isère fehlten ihm zwei Hunderstel, in ­Schladming drei zu Platz 15. „Man könnte sagen: Kurz vorm Loch verreckt. Aber ich bin der Meinung, und ich glaube, so sehen es auch die Trainer, dass man es nicht von zwei oder drei Hunderstel abhängig machen sollte“, sagte der 24-Jährige der tz, ergänzte aber: „Lieber wäre es mir, wenn ich mir den Start erfahren hätte.“

DSV-Alpinchef Wolfgang Maier hielt sich auf Nachfrage noch bedeckt, die offizielle Nominierung erfolgt heute. Auch Abfahrtstalent Thomas Dreßen (Mittenwald) und die Slalom-Asse Dominik Stehle (Obermaiselstein), Marina Wallner (Inzell) und Maren Wiesler (Münstertal) dürfen sich, trotz verpasster Norm, Hoffnungen auf den WM-Kader machen. Sicher dabei sind neben Neureuther auch Stefan Luitz (Bolsterlang), Josef Ferstl (Hammer), Andreas Sander (Ennepetal), Viktoria Rebensburg (Kreuth), Lena Dürr (Germering) und Christina Geiger (Oberstdorf). Sicher ist: Neureuther wird nicht wieder der Hahn im Korb sein. 

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