"Man kommt sich vor wie im Traum"

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Eric Frenzel (r.) übergibt an Björn Kircheisen

Oslo - Hier schreibt der Weltmeister! In seiner tz-Experten-Kolumne gesteht Eric Frenzel, dass er den Medaillenregen immer noch kaum fassen kann.

Wenn uns das jemand vorausgesagt hätte, hätten wir es wohl nicht geglaubt. Erst der Einzeltitel und dann noch Silber im Team. Man kommt sich vor wie im Traum. Für mich ist diese Weltmeisterschaft kaum zu begreifen. Weltmeister im Einzel zu werden und das noch an dem Ort, der für uns nordische Skisportler ein kleines Heiligtum ist. Endlich konnte ich auf der Schanze die guten Trainingsergebnisse bestätigen. Es war wirklich der richtige Sprung , am richtigen Ort zur richtigen Zeit – während des Flugs hatte ich das Gefühl, gar nicht mehr zu landen! Als erster in die Loipe zu gehen, hat mich natürlich unheimlich nervös gemacht, doch das habe ich weggedrückt und bin ganz und gar mein eigenes Rennen gelaufen. Als ich dann das Ziel im Stadion gesehen habe und ich immer noch nicht von meinen Verfolgern gestellt war, ist mein Herz vor Freude gehüpft – das hat noch mal alle Energie freigesetzt und hat mich zum Titel geführt.

Die Euphorie haben wir dann alle mit in die Staffel genommen, die ein harter Fight war. Wir sind als junges Team ein taktisch gutes Rennen gelaufen und haben uns teuer verkauft. Ich glaube,dass dieser Wettkampf eine Werbung für die Nordische Kombination war – Spannung pur! Wer hätte geglaubt,dass die Norweger mit diesem starken Schlussmann Magnus Moan im Finish nicht mehr bestehen konnten? Dann dieses Wimpernschlagfinale mit den Österreichern. Am Ende haben uns Zentimeter vom Titel getrennt, und trotzdem haben wir Silber gewonnen.

In die nächsten Wettkämpfe können wir völlig befreit und ohne Druck gehen. Das, was jetzt kommt, ist immer nur die Zugabe.

Quelle: tz

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