Paralympics: Warum sie uns alle angehen

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Martin Braxenthaler fährt Monoski

München - Behindertensportler Martin Braxenthaler gibt in der tz-Expertenkolumne zu bedenken, dass es bei der München-Bewerbung nicht nur um die Olympischen Spiele 2018, sondern auch um die Paralympics geht.

Der 11. Januar ist ein wichtiger Tag für München 2018. An ihm müssen wir unsere Bewerbungsunterlagen für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2018 abgeben. Wobei es ja eigentlich richtig heißen muss: für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele.

Man mag das für Wortklauberei halten – aber ein bisschen Nachdenken über diesen Begriff „paralympisch“ kann sich lohnen. Was den puren Sport betrifft, geht es um Höchstleistungen und Wettkämpfe von Menschen mit Behinderung. Ich finde aber, dass man einen größeren Zusammenhang sehen sollte. Man muss sich nur mal vergegenwärtigen, dass jeder Mensch älter wird – und dass zum Altern zum Beispiel gehört, dass man sich schwerer tut mit dem Treppensteigen. Deswegen ist das Thema Barrierefreiheit nicht bloß für uns Rollstuhlfahrer wichtig, sondern für jeden Menschen (sei es ein älterer Mensch, ein Elternteil mit Kinderwagen, etc.).

Das Bewusstsein dafür hat sich in den vergangenen Jahren schon geschärft – trotzdem finde ich, dass wir das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht haben. Andere Länder sind in Sachen Barrierefreiheit schon noch ein Stückchen weiter als Deutschland.

Daher denke ich: Die Bewerbung für die Winterspiele 2018 könnte ein wichtiger Impuls sein. Der Gedanke, dass es nicht nur um die Olympischen, sondern eben auch um die Paralympischen Spiele geht, ist in der Bewerbung ja zentral verankert. Die Bewerbungsgesellschaft hat auf diesen Punkt viel Wert gelegt. Jetzt hoffe ich, dass diese Bemühungen Früchte tragen.

Martin Braxenthaler

Quelle: tz

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