Die Form passt angeblich, die Ergebnisse nicht

Felix Neureuther ziemlich zerknirscht

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Felix Neureuther.

Madonna di Campiglio - Die Form passt angeblich, die Ergebnisse allerdings passen nicht: Felix Neureuther hofft nun, dass er im neuen Jahr seinen Worten Taten folgen lassen kann.

Felix Neureuther wirkte reichlich zerknirscht, als er sich viel zu früh aufmachte in Richtung Garmisch-Partenkirchen. 33 Sekunden dauerte seine letzte Fahrt in diesem Jahr - noch ehe der Slalom in Madonna di Campiglio richtig los ging, war er für ihn schon vorbei. "Kein Weltuntergang" sei das, behauptete der beste deutsche Ski-Rennläufer trotzig, seine Miene aber verriet, dass die Enttäuschung tief saß.

Keine Frage: Es läuft gerade nicht bei Neureuther. Deshalb war er froh, zumindest mal für ein paar Tage die eigenen vier Wände zu sehen, die Familie, Freundin Miriam Gössner. "Ich freue mich sehr auf zu Hause, es ist jetzt mal wichtig, den Kopf frei zu bekommen. Es waren harte, anstrengende Wochen", sagte Neureuther. Schon am Zweiten Weihnachtsfeiertag will er aber wieder trainieren - er hat es nötig, glaubt er, weiß er.

Es ist nicht so, dass nichts passt bei Neureuther, aber es geht nicht so voran, wie er es sich vorgestellt hat. "Er ist sensationell gefahren in den Trainingsläufen", berichtete Sportdirektor Wolfgang Maier, aber: Es gelingt Neureuther derzeit nicht, in den Rennen ans Limit zu gehen. "Es stimmen halt ein paar kleine Bewegungen nicht, und wenn man die nicht hundertprozentig abrufen kann, dann ist das auf diesem Niveau tödlich", sagte Maier.

Nächster Slalom am 5. Januar

Immerhin einmal war Neureuther in dieser Saison schon auf dem Podest, gleich im ersten Rennen des WM-Winters belegte er Rang drei beim Riesenslalom in Sölden. Es folgte im ersten Slalom ein vierter Rang, danach die Plätze vier, 16 und sechs in den weiteren Riesenslaloms - und eben zwei Ausfälle in seiner Spezialdisziplin. Neureuther ist der Erste, der zugibt, dass das zu wenig ist - seine erste Reaktion in Madonna di Campiglio aber war Trotz.

Henrik Kristoffersen (Norwegen) und Marcel Hirscher (Österreich), auf der legendären "Miramonti" diesmal Erster und Zweiter, hätten da "auch keine Zauberei" veranstaltet, behauptete Neureuther - will heißen: "Jeder ist schlagbar", was die können, kann ich auch. Das sieht Maier ähnlich. Bei Neureuther könne man jetzt nicht "von einem Formtief sprechen, das wäre es, wenn er hinterherfahren würde".

Neureuther redet sich deshalb ein, dass nicht viel fehlt. "Ich denke, dass ich eine sehr gute Form habe", sagt er, "der Speed passt, und darauf muss man aufbauen" - und es dann "im Slalommonat Januar" mit fünf Torläufen auch "umsetzen". Wenn er das mit der Einfädelei abstellen könne, behauptet Neureuther, "schaut's gut aus". Damit es nicht bei Worten bleibt, wird bald wieder trainiert, der nächste Slalom folgt am 5. Januar in Zagreb.

Maier attestierte seinem besten Fahrer einstweilen, "dass er die Dinge gerade sehr ernst nimmt", was als Lob zu verstehen ist und verdeutlichen soll: Neureuther will nicht nur behaupten, dass er ein Siegfahrer ist, er will es auch zeigen. Das täte dem gesamten Team gut, denn nach Neureuthers Ausscheiden war Dominik Stehle (Obermaiselstein) als 15. bester Deutscher, Linus Straßer (München) belegte Rang 27.

"Ein mäßiges Ergebnis", sagte Maier, "wir haben gerade eine schlechte Serie, aber ich gehe davon aus, dass wir die Serie auch wieder überwinden werden."

Neureuther musste sich allerdings in Madonna zunächst mit einem anderen Problem beschäftigen: Er hatte noch keine Weihnachtsgeschenke. "Wann hätte ich das denn noch machen sollen", brummte er - und entschwand in die Nacht.

sid

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