tz-Interview mit Maria Höfl-Riesch

"Playboy? Das würde ich nie machen!"

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Maria Riesch.

München - Maria Höfl-Riesch hat ihre Biografie herausgegebem. Im tz-Interview erzählt sie, warum man das Buch lesen sollte, wie sich ihre Freundschaft zu Lindsey Vonn entwickelt hat und wie sie auf Angebote des Playboy reagiert hat.

Frau Höfl-Riesch, ganz geradeaus: Warum sollte man Ihr Buch lesen?

Höfl-Riesch: Vielleicht wegen einiger Geschichten, die so noch niemand kennt. Mir ist auch wichtig, dass es viele lesen, damit die Lügen, die über mich behauptet wurden, richtig gestellt werden. Ich konzentriere mich nach wie vor voll auf den Sport, die angebliche Abspaltung vom Verband war nie ein Thema und fremdbestimmt durch Marcus bin ich auch nicht.

In den vergangenen Jahren haben Sie sich verändert. Viele schreiben das Ihrem Ehemann Marcus zu.

Höfl-Riesch: Die optische Veränderung kam nicht durch Marcus. Dass ich jetzt schlanker bin, lag an gesundheitlichen Problemen. Und dass es für die Medien und Fans schwieriger geworden ist, an mich heranzukommen, liegt am Erfolg. Die Terminkoordination war so nicht mehr machbar. Ich denke, die meisten Menschen verstehen das, den anderen kann ich auch nicht helfen.

Haben Sie selbst mal eine Biografie gelesen?

Höfl-Riesch: Ja, z. B. von Ben Becker und Hermann Maier.

Und sind Sie davon inspiriert worden?

Höfl-Riesch: Das Buch von Hermann hat mir im Sommer 2006 sehr geholfen. Damals ging es mir ziemlich dreckig. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich sein Buch super fand und dass es mir geholfen hat.

Lindsey Vonn spielt eine wichtige Rolle in Ihrer Geschichte. Hätte es das Zerwürfnis mit Ihnen denn auch gegeben, wenn sie Ihnen gegenüber damals zugegeben hätte, dass sie einen anderen Skischuh fährt?

Höfl-Riesch: Nein, dann hätten wir das Thema wohl geklärt. Aber da hat auch ihr Ex-Ehemann Thomas Vonn seinen Teil dazu beigetragen. Er hat Lindsey stark beeinflusst, auf Erfolg getrimmt, scheinbar um jeden Preis. Früher war sie nicht so.

Ein paar Jahre zuvor wäre sie noch ehrlich Ihnen gegenüber gewesen?

Höfl-Riesch: Das glaube ich schon. Bei unserer Aussprache hat sie mir gesagt, dass sie nicht mehr sie selbst war. Es war unmöglich, wie Thomas sie manchmal behandelt hat. Wenn sie nicht gewonnen hat, war er stinksauer und blaffte sie an, auch wenn andere dabei waren.

Wie ist ihr Verhältnis heute?

Höfl-Riesch: Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis. Im Trainingslager in Chile haben wir uns letztens zum Frühstück getroffen. Aber es ist nicht mehr diese total ungetrübte, bedingungslose Freundschaft und ich denke, das wird sie auch nicht mehr werden.

Wie geht’s bei Ihnen sportlich weiter. Sehen wir Sie zum Abschied 2014 in Sotschi?

Höfl-Riesch: So könnte es kommen, aber man kann im Leistungssport nichts voraussehen. Es kann wegen einer Verletzung schnell vorbei sein. Oder man hat keine Lust mehr. An diesem Punkt war ich im Frühjahr, ich war total leer im Kopf, erschöpft und von manchen Dingen furchtbar genervt. Aber das hat sich wieder gelegt.

Nach der Karriere würden Sie sich gerne im Mode- und Lifestylebereich verwirklichen?

Höfl-Riesch: Ja, und es ist schade, dass ich von manchen dafür verurteilt werde, dass ich schon jetzt hin und wieder etwas in diese Richtung mache. Ein Veranstaltungsbesuch oder ein Fotoshooting, das ist für mich auch Entspannung.

Apropos Fotoshooting. Hatten Sie schon mal eine Anfrage vom Playboy?

Höfl-Riesch: Ich hatte zwei Anfragen und habe zweimal abgesagt, seitdem habe ich nichts mehr gehört. Ich würde es nicht machen, ich finde, sich auszuziehen und nackt fotografieren zu lassen, hat nichts mit Mode oder Lifestyle zu tun.

Die Kollektion, die Sie zusammen mit Bogner entwickelt haben und die demnächst in die Läden kommt, umsomehr.

Höfl-Riesch: Ich freue mich darauf, wenn ich das erste Mal jemanden sehe, der auf der Piste eine Jacke oder eine Hose davon trägt. Wir arbeiten schon an der nächsten Kollektion, es gibt bereits neue Prototypen.

Für den Fan wird es nicht leicht. Eine Jacke zum Beispiel liegt preislich im vierstelligen Bereich.

Höfl-Riesch: Dafür bekommt man aber auch extrem gute Qualität. Bogner ist eben ein hochwertiger Partner. Aber es gibt auch ein Jackenmodell, das preisgünstiger ist.

Interview: Mathias Müller

Quelle: tz

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