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Chaos-Tag bei Vierschanzentournee: Innsbruck-Springen abgesagt - so geht es jetzt weiter

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Von: Christoph Klaucke

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Vierschanzentournee: Das dritte Springen in Innsbruck musste abgesagt werden. Der Wettkampf war wegen starkem Wind nicht durchführbar. Der Ticker zum Nachlesen.

+++ AKTUALISIEREN +++

Update vom 5. Januar, 10.22 Uhr: Nach den Windböen von Innsbruck und einem turbulenten Tag war Deutschlands Skisprung-Hoffnung Markus Eisenbichler schnell wieder zum Scherzen aufgelegt. „Ich habe die Hosen voll gehabt bei dem Wind, es ist schon gescheiter so. Jetzt muss ich noch mal nach Hause fahren und neue Unterhosen holen für die nächsten Wettkämpfe in Bischofshofen“, scherzte der 30 Jahre alte Bayer, nachdem das dritte Vierschanzentournee-Springen am Bergisel abgesagt und nach Bischofshofen verlegt wurde. Dort steigt am Mittwoch (16.30 Uhr) das dritte Springen, bevor am Donnerstag (17.30 Uhr) direkt das große und traditionelle Finale folgt.

Die Entscheidung der Innsbruck-Absage bezeichneten Springer und Verantwortliche unisono als richtig. „Es wäre irgendwann zu dunkel geworden“, merkte Eisenbichler zur Bergisel-Anlage mit dem noch immer fehlenden Flutlicht an. In der Vergangenheit hatten die Deutschen schon häufiger die Tournee in Innsbruck verloren. Das kann diesmal zwar nicht mehr passieren, der Rückstand auf den Führenden Ryoyu Kobayashi aus Japan ist aber schon nach den beiden Stationen in Deutschland groß.

Update vom 4. Januar, 16.10 Uhr: Nach der wetterbedingten Absage des dritten Springens der 70. Vierschanzentournee in Innsbruck hat die Jury des Weltverbandes FIS den weiteren Zeitplan festgelegt. Am Mittwoch soll der Wettbewerb in Bischofshofen um 16.30 Uhr nachgeholt werden, davor sollen auf der Paul-Außerleitner-Schanze ein Probedurchgang (11.30 Uhr) sowie eine Qualifikation (13.00 Uhr) stattfinden.

Wie schon 2008 stehen in Bischofshofen zwei Springen auf dem Programm. Das Tournee-Finale soll wie geplant am Donnerstag (17.30 Uhr/ARD und Eurosport) über die Bühne gehen, direkt davor wird es ebenfalls eine Qualifikation (14.30 Uhr) geben.

Update vom 4. Januar, 15.02 Uhr: Jetzt ist es amtlich: Das dritte Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck ist abgesagt. Aufgrund der vorherrschenden Wettverhältnisse mit starkem Föhnsturm in Tirol ist ein Wettkampf unmöglich. Das Springen soll am morgigen Mittwoch in Bischofshofen nachgeholt werden, wo dann zwei Wettkämpfe stattfinden. Das war auch schon im Jahr 2008 der Fall. Damit wird die Vierschanzentournee zur „Dreischanzentournee“.

"Innsbruck ist eben die klassische Föhnhauptstadt", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher, der angesichts der Böen von über 80 km/h am Hausberg von "Windsbruck" "kein gutes Gefühl" hatte. Weil zudem die gefräste Anlaufsspur bei deutlichen Plusgraden in der Tiroler Landeshauptstadt stark nachgab, war die Absage schließlich unausweichlich - um exakt 15.00 blies Sandro Pertile, Renndirektor des Weltverbandes FIS, alles ab.

Vierschanzentournee im Live-Ticker: Springen in Innsbruck abgesagt

"Wir wären gerne gesprungen, aber die Sicherheit der Athleten hat Priorität", sagte der Italiener, der zunächst die Startzeit von 13.30 Uhr viermal verschoben hatte, im ZDF. Weil der Bergisel die einzige Tourneeschanze ohne Flutlicht ist, war eine weitere Verschiebung unmöglich.

Erst zum sechsten Mal seit 1953 wurde ein Tournee-Wettkampf zeitlich und/oder örtlich verlegt, gänzlich ausgefallen ist noch kein einziger. Die Organisatoren haben indes noch ein Polster, um die Tournee auch diesmal mit vier Springen auszutragen: Für Samstag und Sonntag sind planmäßig zwei zusätzliche Weltcups in Bischofshofen vorgesehen, die „umgewidmet“ werden könnten.

Update vom 4. Januar, 14.57 Uhr: Noch gibt es noch immer keine Gewissheit, ob das Springen stattfinden kann oder abgesagt werden muss. Es wird jedoch minütlich unwahrscheinlicher, dass die Adler heute noch von der Schanze gelassen werden. Wir halten Sie über alle Neuigkeiten auf dem laufenden.

Vierschanzentournee im Live-Ticker: Springen in Innsbruck kurz vor Absage

Update vom 4. Januar, 14.38 Uhr: In wenigen Minuten wird eine Entscheidung über das Springen in Innsbruck fallen. Sollte ein Start um 15 Uhr wegen zur starker Windböen an der Bergiselschanze nicht möglich sein, muss der Wettkampf wohl abgesagt werden. Dann würde das dritte Springen voraussichtlich am morgigen Mittwoch in Bischofshofen nachgeholt, wie FIS-Renndirektor Sandro Pertile im ZDF erklärte. Das bange Warten geht noch weiter.

Update vom 4. Januar, 14.17 Uhr: Die Startzeit für das dritte Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck wird erneut verschoben. 15 Uhr dürfte nun die letzte Möglichkeit sein, um den Wettkampf doch noch durchzuführen. Danach ist eine Austragung aufgrund des fehlenden Flutlichts an der Bergiselschanze und weiterer möglicher Unterbrechungen kaum noch vorstellbar.

Update vom 4. Januar, 13.57 Uhr: Es wird immer knapper! Das Springen wurde so eben um weitere 20 Minuten nach hinten auf 14.30 Uhr verschoben. Spätestens um 15 Uhr müssen die Skispringer hier vom Schanzentisch, da ein Wettkampf nach 16 Uhr ohne Flutlicht nicht mehr möglich ist. Eine Absage wird immer wahrscheinlicher.

Vierschanzentournee im Live-Ticker: Springen in Innsbruck droht Absage - Startzeit erneut verschoben

Update vom 4. Januar, 13.40 Uhr: Jetzt soll das Springen um 14.10 Uhr starten. Zuvor wurde die Startzeit von 13.30 auf 13.50 Uhr verschoben. Hier blasen ordentliche Windböen an der Bergiselschanze. Moderator Norbert König und Experte Toni Innauer fliegen fast die Zettel vom Pult.

Update vom 4. Januar, 13.30 Uhr: Sollte das Springen bis 15 Uhr nicht starten können, wird es abgesagt. Dann würde es bei dieser Vierschanzentournee überhaupt keinen Durchgang in Innsbruck geben. Das Springen könnte am Mittwoch in Bischofshofen nachgeholt werden. Dort würden dann wie 2008 zwei Springen ausgetragen.

Vierschanzentournee im Live-Ticker: Springen in Innsbruck verschoben

Update vom 4. Januar, 13.25 Uhr: Jetzt äußert sich FIS-Renndirektor Sandro Pertile zum Springen: „Ich habe gerade die Info von der Jury bekommen, dass wir verschieben müssen. Die neue Startzeit für den Wettkampf wird 13.50 Uhr sein. Wir haben Wind bis zu acht Meter pro Sekunde, es ist sehr unstabil. Wir müssen vorsichtig für die Athleten sein.“ Es gebe an der Bergiselschanze leider kein Flutlicht, das Ziel sei zumindest einen Durchgang durchzuführen. „Wir haben einen Plan B“, so Pertile im ZDF. Die letzte mögliche Startzeit sei 15 Uhr. Es wurde sogar ein Windschutz aufgespannt.

Update vom 4. Januar, 13 Uhr: Wegen starken Windes an der Bergiselschanze in Innsbruck ist der Probedurchgang vor dem dritten Wettkampf der Vierschanzentournee kurzfristig abgesagt worden. Das teilten die Veranstalter am Dienstagmittag mit. Die Probe war eigentlich für 12 Uhr angesetzt gewesen und zunächst verschoben worden. Die äußeren Bedingungen ließen eine Durchführung aber auch später nicht zu. Der Wettkampf ist für 13.30 Uhr geplant. Die Schanze in Österreich ist für ihre Windanfälligkeit bekannt. Dem Springen droht nun sogar die Absage.

Vierschanzentournee im Live-Ticker: Skandal um Eisenbichler

Update vom 4. Januar, 12.15 Uhr: Markus Eisenbichler fehlten beim Neujahrsspringen in Garmisch nur 0,2 Punkte auf den Sieger Ryoyu Kobayashi. Das brachte das norwegische Team im Nachhinein auf die Palme, die Skandinavier wittern einen Skandal. Der DSV-Adler habe seine gute Platzierung den Kampfrichtern zu verdanken und wurde von diesen bevorzugt, kritisieren die Norweger. Eisenbichler hatte bei seinem ersten Sprung in der Luft Probleme und wackelte bei der Landung, bekam aber trotzdem Top-Noten - vom deutschen Kampfrichter gab es gar eine 18,5. Für den norwegischen Sportchef Clas Brede Brathen eine klare Bevorteilung.

Er habe nach dem Springen eine Nachricht von einem norwegischen Kampfrichter bekommen, der die Noten von Eisenbichler als „Skandal“ bezeichnete, sagte Brathen der norwegischen Zeitung Dagbladet. „Wir waren 0,2 Punkte davon entfernt, einen falschen Gewinner zu küren“, polterte der Norweger gegen die Wertung.

Vierschanzentournee im Live-Ticker: Skandal um Eisenbichler? Norweger stocksauer

Er fürchte, dass dieses Kampfrichter-Urteil am Ende gar den Unterschied beim Gesamtsieg machen könne, erklärte Brathen: „Sagen wir, er Eisenbichler schlägt Lindvik oder Kobayashi mit einem Zehntel Vorsprung. Dann haben die Kampfrichter die Tournee mit ihrer Beurteilung entschieden.“ Brathen verwies zudem auf die schlechte Wertung seines Schützlings Marius Lindvik in Oberstdorf: „Lindvik war bei der Landung zu weit unten und hat 15,5 Punkte bekommen. Ein anderer Springer, der Probleme hat, bekommt 18,5.“

Zustimmung bekam Brathen von der norwegischen Skispringerin Maren Lundby. „Ich war geschockt und habe mich gefragt, ob wir den gleichen Sprung gesehen haben. Es ist schon sehr verdächtig, wenn so eine Wertung von einem Kampfrichter aus dem eigenen Land kommt“, erklärte Lundby

Vorbericht: Innsbruck - Die Vierschanzentournee* geht mit dem dritten Springen in Innsbruck in die heiße Phase. Nach zwei Wettkämpfen in Deutschland reisen die Skispringer nun also ins benachbarte Österreich. Die DSV-Adler Markus Eisenbichler und Karl Geiger wollen in Tirol die Bergiselschanze bezwingen. Beide haben in Innsbruck riesige Erfolge gefeiert, aber zuletzt zweimal den Tourneesieg verspielt. Auch diesmal wird sich vieles auf der dritten der vier Schanzen entscheiden.

Vierschanzentournee im Live-Ticker: DSV-Adler wollen „Schicksalsberg“ in Innsbruck bezwingen

Nach den ersten Sprüngen auf dem kniffligen Bergisel war Markus Eisenbichler zu Scherzen aufgelegt. Ob er vor der dritten Station der Vierschanzentournee am Dienstag auf den Wetterbericht schaue? "Wofür denn? Ich kann es eh nicht ändern. Soll ich dann eine SMS an Petrus schreiben und sagen: 'Du Spezi, kannst du ein bisschen mehr Sonnenschein machen?' Das geht leider nicht", sagte Eisenbichler nach Platz acht in der Qualifikation und lachte. Die nötige Lockerheit für ein Skisprung-Wunder in Innsbruck besitzt der Vierte der Gesamtwertung.

Die Bergiselschanze ist der wohl außergewöhnlichste Schauplatz bei der Tournee. Auf der windanfälligen Anlage passierten schon häufig die verrücktesten Dinge, endeten Siegträume mit Stürzen oder wegen stark wechselnder Bedingungen. Von der Schanze am Berg über der Stadt in Tirol haben die Springer einen beeindruckenden Blick auf Innsbruck und die Nordkette. Der Faktor Glück mit den Bedingungen spielt häufig eine Rolle.

Vierschanzentournee im Live-Ticker: DSV-Adler mit Spezialtraining in Innsbruck

"Mir taugt's, ich fahre gern nach Innsbruck", sagte Eisenbichler: "Es ist ein schönes Stadion, eine schöne Schanze, ich freue mich drauf." Der Bayer war vor drei Jahren in Innsbruck vor Karl Geiger Weltmeister geworden, kurz darauf holten die beiden Überflieger auch WM-Gold mit dem Team.

Einen Rückschlag wie in den vergangenen beiden Jahren, als Eisenbichler und Geiger ihren Tournee-Traum nach schwachen Sprüngen auf dem "Schicksalsberg" begraben mussten, soll es nicht mehr geben. Dafür haben die deutschen Skispringer im Sommer mit Extra-Einheiten in Innsbruck vorgesorgt.

"Wir haben uns dieses Jahr mehr auf den Bergisel spezialisiert, weil das in den letzten Jahren immer die Achillesferse von uns war", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. "Wir haben versucht, den Rhythmus der Schanze zu verinnerlichen", ergänzte Eisenbichler: "Ich kann die Schanze eigentlich recht gut."

Vierschanzentournee im Live-Ticker: DSV-Adler lauern auf Patzer

Eisenbichler liegt in der Gesamtwertung zur Halbzeit umgerechnet knapp zwölf Meter hinter dem überlegenen Ryoyu Kobayashi. Geiger muss als Sechster fast 18 Meter herausspringen. "Wir werden die Flinte nicht ins Korn werfen und sagen, es ist alles scheiße", betonte Horngacher: "Es ist alles immer noch sehr, sehr gut."

Allerdings nicht so gut wie bei Kobayashi. Der Japaner greift nach dem zweiten Grand Slam nach 2018/19, sein Vorsprung auf den Norweger Marius Lindvik: umgerechnet etwas mehr als sieben Meter. Auch in der Qualifikation in Innsbruck war Kobayashi nicht zu schlagen.

Eisenbichler, der im ersten Training mit einem Sprung auf 139,0 m noch inoffiziell den Schanzenrekord (138,0 m) überboten hatte, kam in der Quali nicht über Platz acht hinaus. „Es war akzeptabel, ich bin zufrieden“, sagte „Eisei“, das Selbstvertrauen sei da. In Garmisch hatte er noch knapp den Sieg verpasst, klappt es nun im dritten Anlauf? Verfolgen Sie das dritte Springen in Innsbruck hier im Live-Ticker. (ck/sid) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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