Rente nach 16 Jahren Ski-Weltcup

Wird Felix Neureuther TV-Experte? Ski-Star spricht nach Karriereende über seine Zukunft

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Felix Neureuther kommt nach seinem letzten Rennen in Deutschland an.

Nach 16 Jahren hat Felix Neureuther seine Ski-Karriere beendet. Nun will er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Auch einen Job als TV-Experte kann er sich vorstellen. 

München - Das beste Saisonergebnis zum Schluss: Mit einem starken siebten Platz im letzten Rennen der Saison hat sich Felix Neureuther am Sonntag aus der Ski-Welt verabschiedet. Entsprechend gut gelaunt kam der Weltcup-Rekordsieger am Montagvormittag von seiner letzten Dienstreise aus Soldeu (Andorra) zurück: „Das war alles wahnsinnig schön. Wir sind auf der Busfahrt von Andorra nach Barcelona noch mal die alten Geschichten durchgegangen und schließlich in Barcelona nach dem Abendessen in die Stadt gezogen.“

Papa Neureuther will sich mehr um seine Familie kümmern

Abschiedsparty nach der besten Saisonplatzierung? „Ein bisschen gefeiert haben wir natürlich schon. Aber es hat sich noch in Grenzen gehalten, weil ich die Erfahrung gemacht hab: Wenn du ein kleines Kind zu Hause hast und vom Feiern heimkommst, dann ist es deiner kleinen Tochter egal, ob du grade feiern warst oder nicht.“ Für die einjährige Matilda und den Rest der Familie hat Papa Neureuther in Zukunft mehr Zeit, der Partenkirchner freut sich auf das „normale Leben“ nach der Karriere: „Der Leistungssport ist schon eine Blase, in der du dich bewegst und wo dir alles abgenommen wird. Jetzt muss und will ich alles alleine hinbekommen.“ Es werde, sagte Neureuther, schon ein paar Wochen dauern, „bis dir bewusst wird, dass es vorbei ist“.

Neureuther kann sich Job als TV-Experte vorstellen

Spätestens aber im Mai werde die Gewissheit einsetzen: „Ich muss jetzt gar nicht mehr zum Training.“ Und auf den Sommer freut er sich ohnehin, weil dann „hoffentlich meine Zehennägel nicht mehr abgehen“. Mit diesem Problem haben Skirennläufer zu kämpfen, weil sie ihre Füße grundsätzlich in Skistiefel zwängen, die mindestens eine Nummer zu klein sind. Nach 16 Jahren im Ski-Weltcup endlich vorbei. Eine völlige Trennung vom Ski-Geschäft ist für den bald 35-Jährigen nicht denkbar, vielleicht jedoch ein Job als TV-Experte: „Das würde mir schon Spaß machen, so ein bisschen meinen Senf abzugeben und meine Meinung kund zutun. Ich kenne mich ja auch nicht so schlecht aus im Skisport. Deswegen werde ich da schon in gewisser Art erhalten bleiben.“

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Neureuther richtet Apell an seinen potenziellen Nachfolger

Und auf gar keinen Fall solle der bisherige Konkurrent Marcel Hirscher nun auch noch aufhören: „Ich würde ihm noch zu gerne beim Skifahren zuschauen. Das macht er zu gut.“ Zuletzt richtet er noch einen Appell an seinen potenziellen Nachfolger, an die nächste Ski-Generation, die ihre „eigenen Fußstapfen“ hinterlassen sollen: „Da muss Gas gegeben werden! Von der Wohlfühloase wirst du sicher nicht besser werden. Du musst den Schweinehund überwinden können und einfach auch kämpfen. Das werden sie aber sicher tun.“ Dann schnappte er sich seinen dicken Rucksack und seine große Rolltasche und zog aus dem Flughafen in München hinaus in sein neues Leben. 

Vinzent Tschirpke

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