Viola Davis schreibt TV-Geschichte

Emmys: "Game of Thrones" räumt ab, Hamm jubelt

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Jon Hamm aus der Serie "Mad Men"

Los Angeles - Bei der Verleihung der Emmy Awards, der renommiertesten TV-Preise in den USA, war HBO der große Gewinner. Auch Jon Hamm und Viola Davis konnten sich freuen.

Das Fantasy-Epos "Game of Thrones" wurde am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles gleich zwölfmal ausgezeichnet. Mit doppelt so vielen Nominierungen war das Fantasy-Spektakel als großer Favorit ins Rennen gegangen. Von der Serie sind bislang fünf Staffeln gezeigt worden. In all den Jahren war sie 83 Mal nominiert, 26 Emmys stehen jetzt bei den Schauspielern, Drehbuchschreibern, Regisseuren und gerade auch Kostümbildnern und Requisiteuren.

Nachdem er bereits acht Mal für diesen Preis nominiert war, gewann Jon Hamm den Emmy als bester Darsteller einer Drama-Serie für seine Rolle in der Serie "Mad Men", die in einer Werbeagentur in den 60er Jahren spielt. Es war seine letzte Chance, denn "Mad Men" wurde nach sieben Staffeln beendet. Der 44-Jährige zeigte sich bescheiden. Es sei "unmöglich, mit all diesen außergewöhnlichen Gentlemen genannt zu werden", sagte er mit Blick auf die ebenfalls nominierten Schauspieler.

Keine guten Rollen: Viola Davis kritisiert Hollywood-Rassismus

Als erste Schwarze wurde Viola Davis mit dem Emmy als beste Drama-Schauspielerin geehrt. Sie wurde für ihre Rolle in der ABC-Serie "How to Get Away with Murder" ausgezeichnet. "Das einzige, was farbige Frauen von allen anderen trennt, sind Gelegenheiten", sagte Davis in ihrer Dankesrede. "Man kann keinen Emmy für Rollen gewinnen, die es einfach nicht gibt."

Comedy-Emmys für Julia Louis-Dreyfus und Jeffrey Tambor

Zur besten Comedy-Serie wurde die Polit-Satire "Veep" des Kabelsenders HBO gekürt, in der es um eine US-Vizepräsidentin geht. Hauptdarstellerin Julia Louis-Dreyfus bekam den Emmy als beste Komödien-Hauptdarstellerin, es ist bereits ihr sechster. Insgesamt konnte „Veep“ neun Nominierungen in fünf Preise umwandeln.

Bester Komödien-Hauptdarsteller wurde Jeffrey Tambor mit seiner Rolle als Transsexuelle in der Amazon-Serie "Transparent". Er widmete seinen Emmy allen Transsexuellen. "Danke für Eure Geduld. Danke für Euren Mut. Danke für Eure Geschichten", sagte der Schauspieler. Auch "Tranparent"-Regisseurin Jill Soloway bekam einen Emmy. Ihr eigener Vater hatte sie zur der Serie inspiriert. „Transparent“, eine Eigenproduktion von Amazon, gewann auch fünfmal, war aber sogar elfmal nominiert.

Fünf Emmys wurden es auch für „American Horror Story - Freak Show“. Die Serie war mit 19 Nominierungen eine der Favoritinnen.

Nach Unfall: Überraschungsauftritt von Tracy Morgan

Mehr als ein Jahr nach seinem schweren Autounfall präsentierte der US-Komiker Tracy Morgan (46) den Preis für die beste Dramaserie („Game of Thrones“). Sein Überraschungsauftritt rührte Publikum und Fernsehzuschauer gerührt. „Dank meiner Ärzte, Familie und wunderbaren, frisch gebackenen Ehefrau stehe ich hier auf meinen eigenen Beinen“, sagte der „30 Rock“-Star unter dem Applaus der zahlreichen Prominenten im Saal.

Bei dem Autounfall im Juni vergangenen Jahres hatte ein Lastwagen den Kleinbus des Schauspielers gerammt. Dabei war ein Mensch ums Leben gekommen. Morgan musste am Bein operiert und wochenlang in Krankenhäusern und Rehazentren behandelt werden.

„Mann, es fühlt sich toll an, wieder zurück zu sein!!! Liebe euch alle“, twitterte der 46-Jährige nach der Show und posierte vor Reportern mit seiner Frau Megan Wollover, die er vor gut einem Monat bei einer kleinen Zeremonie geheiratet hatte.

Amazon mischt ganz vorne mit

Mit den beiden Trophäen ergatterte das US-Internetunternehmen Amazon erstmals Emmys in den renommiertesten Kategorien. Amazon Studios hat sich in kurzer Zeit einen Platz in der US-Fernsehlandschaft erobert und macht nun Pionieren beim Internetfernsehen wie Netflix Konkurrenz.

AFP

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