Wegen Rechtsstreit im TV

Facebook-Shitstorm um Schlagerstar Wendler

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Die Anti-Wendler-Seite auf Facebook hat nach fast zei Tagen bereits über 230.000 Fans

Köln - Die heile Schlagerwelt von Michael Wendler ist dahin. Wegen eines im Fernsehen ausgetragenen Rechtsstreits gegen zwei Fans hagelt es online Kritik und Häme für den Ballermann-Star.

Für Sylvia und ihre Tochter Nadine ist Michael Wendler ein Idol. Er war es zumindest. Der Schlager-Star ("Sie liebt den DJ") hatte es den beiden so sehr angetan, dass sie auf Mallorca ein Café mit seinem Namen eröffnen wollten. Der Sänger freute sich zwar über so viel Fan-Engagement und Eigenwerbung, die Verwendung seines Namens erlaubte er ihnen dennoch nicht umsonst, sondern verlangte die stattliche Summe von fast 40.000 Euro als Vorschuss. Die beiden zahlten.

Doch auf einmal stellte sich heraus, dass der selbsternannte "Schlagerfuzzi" gar nicht die Rechte an seinem eigenem Namen besitzt! Aus war's mit dem Café - und aus war's auch mit dem Vorschuss, denn der Wendler weigerte sich, das Geld zurückzuzahlen. So schalteten die beiden Ex-Verehrerinnen RTL-Anwalt Christoph Posch ein, der Rechtsstreit kam ins Fernsehen, wo ihn am Mittwochabend Tausende sahen. Und bei den meisten kam die "Geschäftstüchtigkeit" des Dinslakeners gar nicht gut an.

Viele hinterließen böse Kommentare auf der Facebook-Seite des 40-Jährigen. Der ließ diese zuerst löschen, und als das zu mühselig wurde, schloss der Sänger seine Seite kurzerhand. Doch die erbosten Internet-User fanden schnell einen anderen Weg, um ihrem Ärger Luft zu machen: Sie riefen die Facebook-Seite "Gibt es 100.000 Menschen, die Michael Wendler scheiße finden?" ins Leben. Und die ging ab wie Schmitz' Katze.

Die lustigsten Facebook-Pannen der Welt

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Nach nur 40 Minuten hatte sie bereits 150 Fans, minütlich kamen neue hinzu, verlinkten genüsslich auf Online-Portale, die über den Fall berichten und bastelten Fotomontagen, bei denen der Sänger nicht gerade eine gute Figur macht. So wuchs die Aktion vom Schneeball zur Lawine und innerhalb von nur 19 Stunden war das selbstgesetzte Ziel erreicht. "Shitstorm" nennt man das heutzutage.

Weil aber keine Ende der Wut abzusehen war, erklärte man kurzerhand die Zahl von 1.000.000 Fans zum neuen Ziel der Seite. Nicht einmal zwei Tage später regen sich gemeinsam mehr als 230.000 Menschen im Cyberspace über den Sänger auf. "Der glaubt, er kann sich alles erlauben, kein Mensch auf dieser Welt sollte sich von dem ein Ticket oder 'ne CD kaufen. Was er abzieht ist 'ne Frechheit!", findet ein User. Eine andere Nutzerin der sozialen Plattform stimmt ein: "Was der Wendler gemacht hat, nämlich seine Fans eiskalt, geschmacklos und auf hinterfotzige Weise zu bescheißen und auszunehmen, ist echt an Niveaulosigkeit nicht mehr zu toppen!!!"

Und was sagt der Wendler selbst dazu? Nichts. Sein Management behauptet, in der RTL-Sendung sei "der Sachverhalt in dieser Form nicht wahrheitsgemäß dargestellt und aus dem Zusammenhang gerissen" worden. Seine Anwälte von der Kanzlei Stoffel, Strunden, Oetzel, Dieth & Partner wittern gar eine gezielte Hetzkampagne der Medien aufgrund einer, wie sie finden, "tendenziösen, einseitigen und unzutreffenden" Berichterstattung. "Der Eindruck drängt sich auf", heißt es da, "dass das Ansehen des erfolgreichen Künstlers Michael Wendler bewusst beschädigt werden soll." Sie haben Berufung gegen das "falsche" Urteil hinsichtlich des Vorschusses des Landgerichts Düsseldorf eingelegt, dem sie indirekt Voreingenommenheit unterstellen.

Das dürfte die Gegner des Schlagerstars nur noch wütender machen. Der Shitstorm geht also vemutlich weiter.

hn

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