Nachbar von Rodel-Legende verurteilt

Hackl Schorsch geschlagen: Bewährungsstrafe

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Ein Nachbar hat dem dreifachen Olympiasieger "Schorsch" Hackl im Januar 2012 bei einem Streit ums Schneeräumen in Bischofswiesen einen Nagel ins Gesicht geschlagen.

Traunstein - Ein Nachbar von Georg Hackl ist wegen eines Angriffes auf die Rodel-Legende mit einem langen Eisennagel zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Im Berufungsprozess sah auch das Landgericht Traunstein am Montag eine gefährliche Körperverletzung als erwiesen an. Der 66-Jährige hatte dem dreifachen Olympiasieger im Januar 2012 bei einem Streit ums Schneeräumen in Bischofswiesen den 50 Zentimeter langen Nagel ins Gesicht geschlagen. „Schorsch“ Hackl trug bei der Attacke vor eineinhalb Jahren eine stark blutende Platzwunde über dem linken Ohr davon. Die Wunde musste genäht werden. Zudem erlitt der 46-Jährige eine Schädelprellung.

Das Strafmaß fiel in zweiter Instanz sogar um zwei Monate höher aus als im ersten Verfahren vor sieben Monaten am Amtsgericht Laufen. Damals war der pensionierte Postbeamte zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss der rabiate Nachbar 2500 Euro Geldbuße an den Kinderschutzbund zahlen. Sein Verteidiger Udo Krause - er hatte Freispruch gefordert - kündigte Revision an. Dann landet der Fall beim Oberlandesgericht München. Die Staatsanwaltschaft hatte auf ein Jahr Haft zur Bewährung plädiert.

Der Nachbarschaftsstreit zieht sich schon Generationen hin. In seinen Vernehmungen als Zeuge räumte der einstige Ausnahmeathlet ein, seinen Kontrahenten an jenem Wintertag durchaus provoziert zu haben. Er habe trotz der Aufforderung zum Innehalten weiter Schnee in dessen Garten geworfen. Der Nachbar habe ihn daraufhin mit dem Gartenschlauch nass gespritzt.

Der 66-Jährige beteuerte vor Gericht, von Hackl geschlagen worden zu sein und sich mit dem Stahlnagel nur gewehrt zu haben. Die Richter folgten jedoch der Version des Ex-Rennrodlers, die durch die Aussage von dessen Mutter gestützt wurde. Die 66-Jährige will das Geschehen vom Balkon aus beobachtet haben. „Schorsch“ Hackl äußerte sich nach dem Prozess erleichtert über das Urteil. Er wohnt inzwischen nicht mehr in dem Haus, in dessen Garten sich die Auseinandersetzung zutrug. Er ist in ein neu gebautes Domizil gezogen.

lby

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