Ärger für König Juan Carlos

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König Juan Carlos steht wegen seiner Safari in der Kritik.

Madrid - Spaniens König Juan Carlos ist nach seinem Jagdunfall in Afrika heftiger Kritik ausgesetzt. Tierfreunde zeigen Abscheu über die Elefantenjagd des Monarchen. Vor allem seine kostspielige Safari-Reise erzürnt viele Spanier.

Dem anfänglichen Mitleid folgte rasch massive Kritik: Der für seine zahlreichen Unfälle und Missgeschicke bekannte spanische König Juan Carlos (74) musste zum vierten Mal in nur zwei Jahren ins Krankenhaus, nachdem er sich während eines Jagdausflugs in Afrika die Hüfte gebrochen hatte. Seitdem erzürnt viele Spanier, dass der König in Zeiten großer wirtschaftlicher und sozialer Probleme in seiner Heimat seiner teueren Leidenschaft nachgegangen ist.

Die spanische Öffentlichkeit war zunächst nicht darüber informiert worden, dass das Staatsoberhaupt auf Elefantenjagd in Botsuana gegangen war. Zu dieser Auskunft sah sich das Königshaus erst gezwungen, nachdem der König nach der Jagd über eine Stufe im Camp gestolpert war und sich dabei die rechte Hüfte gebrochen hatte. Dem Monarch wurde am Samstag in einer Spezialklinik in Madrid eine Prothese eingesetzt. Juan Carlos befindet sich nach Angaben der Ärzte auf dem Weg der Besserung und wird in den nächsten Tagen das Krankenhaus verlassen können.

Viel mehr als die mangelhafte Transparenz über die Privataktivitäten des Monarchen empörte es die Spanier, dass Juan Carlos mit seinem kostspieligen Zeitvertreib wenig Empathie mit den Millionen seiner Landsleute zeigte, die zurzeit wegen der Krise arbeitslos sind und den Gürtel enger schnallen müssen.

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Die rechtsliberale Zeitung „El Mundo“ bezeichnete den Safari-Ausflug, bei dem der Jäger für jeden abgeschossenen Elefanten mindestens 20 000 Euro zahlen muss, als „verantwortungslos“. Der leidenschaftliche Jäger Juan Carlos, der auch Ehrenpräsident der spanischen Sektion der Umweltorganisation WWF ist, habe mit seinem teuren und zweifelhaften Hobby in wirtschaftlich schweren Zeiten ein schlechtes Vorbild abgeben.

Tierschützer reagierten mit Abscheu auf die im Internet verbreiteten Bilder eines stolz in die Kamera blickenden Königs mit einem getöteten Elefanten im Hintergrund. Bereits vor sechs Jahren hatte die Jagdleidenschaft des Königs zu einem Skandal geführt. Nach Angaben eines russischen Forstbeamten soll der Monarch damals in einem Wald nördlich von Moskau einen Bär abgeschossen haben, der zuvor mit einem Gemisch aus Wodka und Honig betrunken gemacht worden war. Das Königshaus wies diesen Bericht damals als „lächerlich“ zurück.

Der Chef der linken spanischen Oppositionspartei Izquierda Unida, Cayo Lara, warf dem König „Mangel an Ethik und Respekt“ für viele Menschen in Spanien vor, die unter der Wirtschaftskrise zu leiden hätten. Der Generalsekretär der Sozialistischen Partei in Madrid, Tomás Gómez, meinte, der König solle sich jetzt entscheiden, seiner Verantwortung als Staatschef nachzukommen oder abzudanken.

Trotz aller Missgeschicke ist Juan Carlos noch immer in breiten Teilen der Bevölkerung populär. Viele Spanier schätzen seine Herzlichkeit, sein spontanes, ungezwungenes Benehmen und seinen Sinn für Humor. Und sogar seine allgemein bekannten außerehelichen Seitensprünge werden ihm gerne verziehen.

Das Ansehen des spanischen Königshauses hat jedoch gelitten: Vor allem die Korruptionsaffäre um den königlichen Schwiegersohn Iñaki Urdangarin hat sich negativ ausgewirkt. Die spanische Justiz ermittelt seit Monaten gegen den Ehemann der Königstochter Cristina wegen des Verdachts, dass er als Vorsitzender einer gemeinnützigen Stiftung öffentliche Gelder in Millionenhöhe veruntreut hat.

Zudem droht dem ehemaligen königlichen Schwiegersohn Jaime de Marichalar eine gerichtliche Anklage: Der geschiedene Ehemann der Infantin Elena hatte seinem 13-jährigen Sohn Felipe Juan Froilán bei Schießübungen ein für Kinder in diesem Alter nicht zulässiges Gewehrtyp in die Hand gegeben. Der Junge schoss sich vor einer Woche versehentlich in den Fuß und musste operiert werden.

Der Unfall seines ältesten Enkels war übrigens für Juan Carlos kein Grund, um seine Afrika-Reise abzubrechen und den Jungen in der Klinik zu besuchen. Königin Sofía hatte es dann ebenfalls nicht eilig mit einem Krankenbesuch: Sie kehrte erst am Montag aus ihrem Heimatland Griechenland nach Madrid zurück. In ihrem Buch „Die Einsamkeit der Königin“ berichtet die auf das Königshaus spezialisierte Journalistin Pilar Eyre, dass Juan Carlos und Sofía bereits seit 1976 in getrennten Zimmern schlafen.

dpa

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