Schlager-Zoff?

Nicht gerade nett: Das sagt Dieter Thomas Kuhn über Helene Fischer

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Dieter Thomas Kuhn singt vor 15.000 Fans in der Berliner Waldbühne.

Die Welt dreht sich nicht um Helene Fischer? In einem Interview nimmt Sänger Dieter Thomas Kuhn kein Blatt vor den Mund, was er von der Sängerin hält.

Mainz - Nicht alle interessieren sich für Helene Fischer. Zumindest, wenn es nach Sänger Dieter Thomas Kuhn geht. Egal, ob es Wirbel um eines ihrer Parfums gibt, sich jemand öffentlich als Fan outete oder wie die Holländer zu einem eigenen Helene-Fischer-Konzert kamen - ihr Name kommt regelmäßig in die Schlagzeilen. Kuhn verriet in einem Interview mit der Allgemeinen Zeitung, dass sich seine Welt nicht um die Schlagersängerin dreht.

Der heutige Schlagersound - „grauenhaft“

Kuhn covert seit 1994 Schlagersongs aus den 70er-Jahren - mit Erfolg. Zuerst spielte er mit seiner Band, „Kapelle“ genannt, nur in kleinen Clubs. Nur fünf Jahre später spielte er - zu seinem damals offiziell verkündeten Karriereende - bei großen Open-Air Konzerten mit bis zu 15.000 Zuschauern. Das Album „Wer Liebe sucht“ schaffte es 1998 auf Platz 2 der deutschen Charts.

Diese Erfolge erscheinen klein im Vergleich zu denen von Helene Fischer. Dennoch erklärte er im Interview: „Ich verfolge nicht wirklich, was sich in der aktuellen Schlagerszene abspielt. Da habe ich keine Ahnung von. Was Helene Fischer oder Andrea Berg machen, ist mir ziemlich egal.“ Er fügt an: „Das interessiert mich musikalisch nicht die Bohne. Die Songs, die wir spielen, haben von Grund auf ein höheres künstlerisches Potential.“ Somit kommt er zu dem Schluss: „Ich finde den Schlagersound von heute einfach grauenhaft.“

Schlager als Ironie

Schlager ist in Deutschland beliebt: Das zeigen Verkaufszahlen wie Konzertbesucher. Doch wie er seine Wirkung entfalten kann, dazu hat Dieter Thomas Kuhn seine eigene Sicht. Auf die Frage, ob Schlager ironisiert werden müsse, damit er seine volle Wirkung entfalten könne, antwortet er: „Ich musste es.“ Er sei musikalisch anders sozialisiert worden, habe aber in der Kindheit auch Schlagermusik wahrgenommen.

Kuhn, Jahrgang 65, kam aus der Rock und Blues Ecke. „Als wir damit auf die Bühne gingen, hat die Art und Weise, wie wir die Lieder interpretierten, riesigen Spaß gemacht.“ Seinen Erfolg erklärt er sich so: „Die Leute fanden das gut, weil es eben anders war als das Original.“ Privat höre er lieber Steely Dan oder Pink Floyd - und wenn Schlager: „Dann sicherlich eine meiner eigenen CDs.“

Sabina Kläsener

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