Nina Hagen unterstützt Psychiatrie-Patientin

Nina Hagen

Landshut - Prominente Unterstützung für eine gegen ihren Willen in der Nervenklinik eingesperrte Frau: Nina Hagen kämpfte am Dienstag vor dem Landgericht Landshut für die Freilassung einer 57-Jährigen, die seit sieben Jahren in der Psychiatrie in Taufkirchen (Landkreis Erding) lebt.

„Wir wollen Ilona in Freiheit wissen“, forderte Nina Hagen vor zahlreichen Unterstützern. Die 59-Jährige verlangte die Abschaffung des Paragrafen, der die Unterbringung von Straftätern in Nervenkliniken regelt.

Die Patientin sollte am späten Nachmittag in nichtöffentlicher Sitzung vom Gericht zu ihrer Unterbringung angehört werden. Ihr Anwalt Adam Ahmed bezeichnete die Unterbringung als unverhältnismäßig und kündigte an, ihre Freilassung zu beantragen.

Die Frau war 2007 wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu vier Monaten Haft verurteilt worden. Zudem ordnete das Landgericht Regensburg die Einweisung in die Psychiatrie an, weil von der Frau eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe. Ein Gutachter hatte ihr eine wahnhafte Störung bescheinigt.

Ihre Unterstützer sehen Parallelen zur langjährigen Unterbringung von Gustl Mollath, der zur Zeit in einem Wiederaufnahmeverfahren vor dem Landgericht Regensburg steht. Das Schicksal der 57-Jährigen beschäftigte auch schon den Landtag. Nach einem Streit mit dem Klinikpersonal war die Patientin über 24 Stunden in ihrem Bett gefesselt worden. Das zuständige Ministerium wurde aufgefordert, einen Bericht dazu abzugeben.

dpa

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