Interview über Schönheit

Senta Berger: "Ich finde kleine Makel schön"

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Senta Berger

München - Sie gilt als eine der attraktivsten Schauspielerinnen, jetzt moderiert sie im ZDF eine Sendung über Schönheit: Senta Berger im Interview über Schönheitsoperationen, die Vorteile des Hübsch-Seins und den Reiz des Unperfekten.

In ihrer Jugend galt sie als zweite Sophia Loren, inzwischen ist die schöne Frau über 50 ihre Paraderolle: Senta Berger zählt mit ihren 72 Jahren für viele zu den Schauspielerinnen mit dem besten Aussehen. Für das ZDF hat sie nun die Moderation eines TV-Zweiteilers der erfolgreichen Reihe „Terra X“ übernommen - passenderweise zum Thema Schönheit. Die erste Folge wird am Sonntag (27. Oktober/19.30 Uhr) im ZDF ausgestrahlt. Im dpa-Interview verriet Berger vorab, was für sie wahre Schönheit ausmacht.

Frau Berger, was macht für Sie einen schönen Menschen aus?

Berger: Schön ist, was man liebt, das ist ganz sicher wahr. Für mich meine Mutter zum Beispiel, die sicherlich keine schöne Frau war, aber so ein liebenswerter Mensch voller Lebendigkeit und Temperament. Man musste sie einfach schön finden. Weil man sie einfach lieben musste.

Hat sich Ihre Einstellung zu Schönheit über die Jahre verändert?

Berger: Das hat sich natürlich verändert. Lange Zeit habe ich überhaupt nicht gewusst, wer ich bin. Ich hab mir große Gedanken gemacht über meine Identität - über die äußere und über die innere. Ich wollte damals so sein wie die anderen. Das verliert sich im Laufe der Jahre. Man wird erwachsen, man versteht die Welt besser und sich selbst auch. Mit dieser Sicherheit, sich langsam kennenzulernen und zu wissen, wer man ist, ändert sich auch der Begriff von Schönheit.

Wolfgang Joop hat in Ihrer Sendung gesagt, dass Schönheit den Makel braucht. Stimmen Sie dem zu?

Berger: Ja, unbedingt. Es gibt beim Menschen gar keine symmetrische Schönheit. Wenn man die zwei Gesichtshälften spiegelverkehrt aneinander klebt, sieht man ja, dass das ganz schiefe Gesichter ergibt. Ich finde den kleinen Makel schön. Weil er das Auge auf das lenkt, was man für vollkommen hält.

Trotzdem wird der Makel in unserer Gesellschaft nicht mehr akzeptiert. Es gibt einen Trend zu Schönheits-Operationen...

Berger: Aber das ist doch ein meistens ein Makel. Ich bin gerührt von dieser Naivität, an einem Bild festzuhalten, dem man nicht mehr entspricht. Und fast immer geht die Geschichte nicht gut aus. Man sieht einfach das künstlich Getuschte, wie es Shakespeare sagen würde, künstlich getuscht.

Sie waren und sind eine sehr schöne Frau. War das etwas Positives oder ein Hindernis in ihrem beruflichen Werdegang?

Berger: Beides eigentlich. Natürlich ist es ein gewisses Plus, wenn man als Schauspielerin ein ansprechendes Äußeres hat. Auf der anderen Seite bin ich zu Beginn meiner Karriere oft nach meinem Äußeren beurteilt worden. Als ich jung war und gut ausgesehen habe, hatte ich natürlich noch nicht die Tiefe, um Schicksale verschiedenster Art darzustellen. Das ist mir im Laufe des Lebens zugewachsen. Privat war das Schönsein aber praktisch: Haare waschen, einmal mit dem Mascara über die Wimpern gehen und weg. Das dauert heute natürlich ein bisschen länger.

dpa

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