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Leben mit Wölfen - Wolfsmanagement

Abschuss als letztes Mittel: Einigung über Eckpunkte zum Umgang mit Wölfen

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Der Wolf breitet sich seit fast 20 Jahren wieder in Deutschland aus. Nicht jeder ist glücklich darüber. Deshalb muss ein Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen gefunden werden.

Wenn der Wolf kommt, wird es emotional. Zum ersten Mal haben sich nun Naturschützer und einige Nutztierhalter auf einen gemeinsamen Kurs verständigt. An dem Konzept gibt es Kritik von mehreren Seiten.

Berlin - Naturschützer, Tierfreunde und Schäfer haben sich erstmals auf eine gemeinsame Strategie zum Umgang mit Wölfen in Deutschland geeinigt. „Es geht nicht mehr darum, ob das Zusammenleben mit Wölfen funktioniert, sondern wie“, sagte Moritz Klose vom Umweltschutzverband WWF, am Donnerstag in Berlin.

"Wolfsmanagement" soll Zusammenleben ermöglichen

Gemeinsam sprechen sich die Verbände unter anderem für ein "Wolfsmanagement" in den Bundesländern, Investitionen in Schutzzäune und einen schnellen Schadensausgleich nach Wolfsattacken auf Nutztiere aus. Die Einigung umfasst aber auch den Abschuss von „Problemwölfen“ durch Naturschutzbehörden als letztes Mittel. Auf das Eckpunkte-Programm einigten sich nun unter anderem Bund, Nabu, WWF, der Bundesverband der Berufsschäfer, der Tierschutzbund und der Ökologische Jagdverband.

Schafzüchter: Schutzstatus des Wolfes muss gelockert werden

Von der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände gab es hingegen Kritik. Der Deutsche Jagdverband nannte die Eckpunkte ein „Wohlfühlpapier“, das die wahren Herausforderungen nicht klar benenne. „Die Flächen für eine extensive Beweidung lassen sich nicht wolfssicher einzäunen, weil sie viel zu groß sind“, sagte Sprecher Torsten Reinwald. Dabei gehe es zum Beispiel auch um lange Deiche, auf denen Schafen weiden. Zudem gebe es nicht nur einzelne „Problemwölfe“, sondern bereits ganze Rudel, die sich zum Beispiel auf Rinderherden spezialisiert hätten. „Der Schutzstatus des Wolfes muss gelockert werden.“

Bauernverband: Zu viel Bürokratie für Weidetierhalter

Auch der Deutsche Bauernverband kritisierte mit der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände und anderen: „Den Interessen der Weidetierhalter wird mit komplizierten Entschädigungsverfahren, umfangreichen Lastenheften und Vorgaben zum Schutz vor dem Wolf nicht im Ansatz Rechnung getragen.“ Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sagte: „Der Wolf darf nicht pauschal als unantastbar betrachtet werden. Dort, wo er in zu großer Zahl auftritt und der Schutz der Nutztierbestände vor dem Raubtier nicht möglich ist, brauchen wir eine Bestandsregulierung.“

Hohe Strafen für Wilderei

Wölfe breiten sich seit dem Jahr 2000 wieder in Deutschland aus. Bundesweit werden nach Nabu-Angaben in diesem Jahr 61 Rudel mit jeweils sieben bis zehn Tieren und 19 Paare beobachtet. Sie kommen hauptsächlich in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen vor. Wölfe stehen unter strengem Schutz. Ihr Abschuss gilt wie bei Luchsen und Greifvögeln als Wilderei. Darauf stünden Geldstrafen bis zu 50.000 Euro und Haftstrafen von bis zu fünf Jahren, sagte Klose. Seit dem Jahr 2000 seien 25 Wölfe nachweislich illegal getötet worden, die Dunkelziffer gilt als weitaus höher.

Zwischen 2002 und 2015 haben Wölfe nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes mehr als 2000 Nutztiere gerissen. Mit der wachsenden Anzahl und Ausbreitung der Wölfe nahm die Zahl der Attacken zu. Zu fast 90 Prozent rissen Wölfe Schafe und Ziegen.

dpa

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