Tragödie in Alaska

Todes-Drama auf Gletschersee: Deutscher Arzt und seine Ehefrau  sterben im Eissee - auch der Guide tot

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In diesem Gletschersee in Valdez (Alaska) trug sich das Unglück zu.

In einem Gletschersee in Alaska wurden drei Leichen gefunden -unter anderem zwei Deutsche. Jetzt werden immer mehr Details zur möglichen Unglücksursache.

  • Rettungskräfte bergen drei Leichen aus einem Gletschersee in Alaska.
  • Bei den Toten handelt es sich um ein deutsches Ehepaar und ihren Guide aus Österreich.
  • Die Unglücksursache und Unglückszeitpunkt sind bislang unklar.

Drama auf Gletschersee: Was passierte wirklich? 

Update vom 04. August, 7.08 Uhr: Wie konnte es auf dem Gletschersee in Valdez (Alaska) zu diesem tödlichen Unglück überhaupt kommen? Ein deutsches Ehepaar und ihr Guide sind bei einer Kajak-Tour ums Leben gekommen. Doch der Tod Touristen-Gruppe wirft viele Fragen auf.

Wie Bild berichtet (hinter Bezahlschranke) war ein anderer Touristenführer mit seiner eigenen Gruppe am Unglückstag auf dem Gletschersee unterwegs. Er habe beobachtet, wie ein riesiges Gletscherstück abgebrochen sei und in den See stürzte. 

Der Touristenguide vermutet, dass das Ehepaar bereits am Montagnachmittag ums Leben gekommen sei. Gegenüber Bild berichtet er, dass er die Leichen am Dienstag im Gletschersee entdeckt habe und sofort den Notruf abgesetzt habe. Offenbar hatte das Ehepaar sich am Kajak festzuhalten und wollte sich scheinbar ins Boot retten. 

Drama auf Gletschersee: Deutscher Arzt, Ehefrau und Guide tot - Kam der Tod aus der Tiefe geschossen?

Update vom 03. August, 16.25 Uhr: Die Ermittlungen gegen den Reiseführer der verunglückten Gruppe am Gletschersee bei Valdez in Alaska sollen eingestellt sein, berichtet die Bild-Zeitung. Die Tragödie um den ums Leben gekommenen deutschen Kinderarzt und seine Ehefrau, war wohl ein dramatischer Unfall. Die Gründe dafür vielschichtig, das Schreckens-Szenario kaum mehr exakt zu konstruieren - der Tod könnte auf die Gruppe herabgestürzt, aber auch aus der Tiefe geschossen sein. Sehr wahrscheinlich ist eine schaurige Mischung aus beidem.

Gletschersee in Alaska: Tonnenschwere Eisbrocken schießen aus dem Wasser. 

„Wenn da tonnenschwere Eisblöcke abbrechen, wird der See mit all dem treibenden Eis in einen tödlichen Whirlpool verwandelt“, erläutert die Sprecherin der Stadt Valdez. 

Dabei sind die gigantischen, von den Eisbergen sichtbar abbrechenden Brocken keineswegs die größte Gefahr. Ihr Abstürzen kündigt sich mit gruseligem Ächzen und Grollen an. Vor allem Eisblöcke, die sich weit unter dem Wasserspiegel von den Bergen lösen, werden zur heimtückischen Todesfalle. 

Aus den Tiefen des Wassers schießen diese tonnenschweren Ableger dann regelrecht an die Wasseroberfläche. Ein Kentern ist bei einem unvermittelt empor schlagenden Eisblock kaum mehr zu verhindern. Die ungeheure Kraft erzeugt Flutwellen, die nicht mehr unter Kontrolle zu bringen sind. In Verbindung mit abbrechenden Blöcken aus der Höhe gibt es nahezu kein Entrinnen mehr aus der Todesfalle. 

Genau dieses Grusel-Szenario könnte den deutschen Urlaubern zum Verhängnis geworden sein. Zwar trugen alle drei Insassen des verunglückten Boots Schwimmwesten - Trockenanzüge, die sie vor der Kälte geschützt hätte, allerdings leider nicht. 

Die Leichen befinden sich derzeit noch zur genauen Ermittlung der Todesursache in der Gerichtsmedizin. Ein Opfer soll dabei eine schwere Kopfverletzung aufweisen. Das spricht für die Theorie eines herabgestürzten Eisblocks, dass er das Boot aber direkt getroffen haben könnte, ist unwahrscheinlich. Die Gletscher-Guides sind angehalten, einen respektvollen Abstand zu den beeindruckenden, aber eben brandgefährlichen Eisbergen einzuhalten. Von daher liegt es nahe, dass der Führer die Kontrolle über das Schlauchboot verloren hat und so in die Nähe eines Berges getrieben wurde. 

Um sich vor den aus der Tiefe schießenden Eisbrocken zu schützen, muss der Sicherheitsabstand zu den Bergen noch größer sein, als zum Schutz vor herabfallendem Geröll. Denn Eisberge werden nach unten hin breiter, ihr Durchmesser kann unter Wasser ungeahnte Weiten annehmen. 

Nicht umsonst redet man sprichwörtlich von der ‚Spitze des Eisbergs‘, gerade einmal elf Prozent der kalten Riesen ragt aus dem Wasser heraus. Die Gefahr schlummert also zum größten Teil in den beklemmenden Tiefen des kalten Wassers. 

Das Abbrechen der Eismassen wird durch die immer höheren Temperaturen stark begünstigt. Das Abschmelzen wird dadurch neben dem globalen Problem auch zur unmittelbaren Gefahr. Die Folgen des Klimawandels werden immer spürbarer. Wetter-Experte Jörg Kachelmann befürchtet in Zukunft extreme Verhältnisse - und das nicht nur wegen der Hitze. 

Arzt, Ehefrau und Guide tot - Rätsel um Todesursache

Update vom 03. August, 09.55 Uhr: Seit wenigen Tagen liegt die Bestätigung vor, dass zwei Deutsche in einem Gletschersee in Alaska ums Leben gekommen sind. 

Nun werden immer mehr Details zur Todesursache und den Opfern selbst bekannt. Ein Kinderarzt und seine Ehefrau aus Köln hätten demnach eine Bootstour mit einem österreichischen Guide gemacht, um sich Gletscher aus der Nähe ansehen zu können. Wie die Bild berichtet, könnten ihnen herabstürzende Eisbrocken schließlich zum Verhängnis geworden sein. 

Ein ehemaliger Kollege des 66-jährigen Kölners hat die Identität der Opfer gegenüber der Zeitung offenbar bestätigt. „Wir stehen hier alle unter Schock“, so der Bekannte.

Alaska/Gletschersee: Deutsche Todesopfer - Unglücksursache womöglich bekannt

Dienstagmorgen seien die drei in einem aufblasbaren Kanu auf den See des Valdez-Gletschers gepaddelt, bereits um 9.54 Uhr (Ortszeit) sei der Notruf bei der örtlichen Feuerwehr eingegangen. Demnach habe ein Urlauber ein gekentertes Boot gesehen, in der Nähe drei Körper im Wasser.

Die Opfer konnten laut Bild nur mehr tot aus dem Wasser geborgen werden. Sie hätten zwar alle Schwimmwesten getragen, jedoch keine Trockenanzüge, die sie vor der Kälte des Sees schützen hätten können. Außerdem habe eines der Opfer eine schwere Kopfverletzung erlitten. Dies bestätige den Verdacht lokaler Behörden, dass ein herabstürzender Eisbrocken das Unglück ausgelöst habe. Bereits am Dienstag meinte eine Stadtsprecherin des Unglücksorts, dass es äußerst gefährlich sei, sich dem Gletscher zu nähern. Immer wieder lösten sich Eismassen.

Grund für die Eisschmelze könnte der Klimawandel sein. Ein Kanu-Veranstalter aus Valdez meint: „Ich lebe hier seit 35 Jahren. Es ist der wärmste Sommer, den ich je erlebt habe. Der Gletscher schmilzt schneller als sonst. Das Eis ist extrem instabil. Unsere Guides bleiben dem Eis fern“, zitiert ihn die Bild. Auch Michael Schäfer, Leiter der Klima- und Energiepolitik beim WWF Deutschland, spricht laut dem Blatt die Befürchtung aus, dass solch tragische Unfälle zunehmen könnten. Demnach seien die mittleren Temperaturen in Alaska „in Folge der Klimakrise“ zwischen 1901 und 2016 um 2,6 Grad Celsius gestiegen.

Alaska: Auswärtiges Amt bestätigt deutsche Opfer in Gletschersee

Update vom 1. August, 17.06 Uhr: Bislang ist lediglich der Tod von zwei Deutschen bestätigt worden. Diese Erkenntnisse teilte das Auswärtige Amt mit. Die Todesursache müsse noch ermittelt werden.

Update vom 31. Juli, 20:55 Uhr: Inzwischen liegt die Bestätigung vor, dass es sich bei den drei Toten um deutsche Staatsbürger handelt. Das hat die örtliche Feuerwehr nun gegenüber n-tv bestätigt. Nach ersten Ermittlungen der Polizei waren die drei Personen mit einem aufblasbaren Kanu unterwegs. Alle drei trugen zum Zeitpunkt des Unglücks Warnwesten. Warum es zu dem tödlichen Unfall gekommen ist, konnte bislang noch nicht ermittelt werden.

Wie n-tv berichtet, handelt es sich um ein Ehepaar im Alter von 67 Jahren und einen 62-jährigen Mann. Die Leichen wurden von einem Kajak-Führer entdeckt.

Drama in Alaska: Drei Deutsche Touristen sollen in einem Gletschersee ums Leben gekommen sein

Erstmeldung vom 31. Juli, 17.40 Uhr: Anchorage - Drei Touristen sind im US-Bundesstaat Alaska tot aus einem Gletschersee geborgen worden. Medienberichten zufolge waren es Deutsche. Aus Deutschland gab es dazu aber zunächst keine Bestätigung. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, das Deutsche Generalkonsulat San Francisco stehe mit den lokalen Behörden in Kontakt und bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung des Sachverhalts.
Die Urlauber waren nach ersten Erkenntnissen in einem aufblasbaren Kanu nahe dem Valdez-Gletscher unterwegs, wie die örtliche Polizei am Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte. Die Todesursache werde noch ermittelt. Alle drei trugen demnach Schwimmwesten. Bei den Toten handle es sich um eine 67-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 67 und 62 Jahren. Zu Namen und Nationalität machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Ein Kajak-Führer habe die Leichen entdeckt, berichteten die Zeitung Anchorage Daily News und der Sender CNN unter Berufung auf eine Sprecherin der an der Südküste Alaskas gelegenen Stadt Valdez. Bei den zwei 67-Jährigen handele es sich um ein Ehepaar. Zwei der Toten wurden demnach auf dem Wasser treibend gefunden, ein dritter auf einer Eisscholle.

Tote könnten aus dem Boot gefallen sein

Es sei gefährlich, sich dem Gletscher zu nähern, sagte Sprecherin Sheri Pierce. Eismassen lösten sich. Die Behörden untersuchten, ob dies eine Rolle gespielt haben könnte. Wenn ein Eisbrocken ins Wasser stürze, könne dies starke Wirbel auslösen. Sie schloss nicht aus, dass die Urlauber dadurch aus dem Boot gefallen sein könnten. „Das Wasser ist so kalt dort.“

Alaska ist fast fünfmal so groß wie Deutschland. Mit mehr als 1,7 Millionen Quadratkilometern ist es der größte Bundesstaat der USA - und zugleich die größte Exklave der Welt. Denn das im äußersten Nordwesten des amerikanischen Kontinents gelegene und dünn besiedelte Naturparadies ist auf dem Landweg nur über kanadisches Gebiet erreichbar. Hauptstadt ist Juneau, Anchorage ist mit knapp 300 000 Einwohnern die größte Stadt.

Erst kürzlich wurde bekannt, welche Gefahr von einem Gletschsee am Mont Blanc in Frankreich ausgeht.

In Österreich kam es nun außerdem zu einem tödlichen Wander-Unfall, als eine deutsche Urlauberin dort 80 Meter in die Tiefe stürzte. 

Eine entsetzliche Tragödie hat sich in einer us-amerikanischen Kita ereignet. Fünf Kinder wurden im Schlaf von einem Feuer überrascht und kamen ums Leben.

Ein Unglück bei einem Tandemdrachenflug im Allgäu hat einen Familienvater das Leben gekostet. Seine Tochter überlebte verletzt.

dpa

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