AOK: Zahl unnötiger Operationen steigt

Berlin - Viele Menschen in Deutschland werden operiert, obwohl es eigentlich nicht nötig wäre. Dies geht aus dem neuen AOK-Krankenhausreport hervor, der am Freitag veröffentlicht werden soll.

Demnach hat die Zahl von Operationen im vergangenen Jahr stark zugenommen, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Sonntag vorab berichtete. Die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt erklärten aber nur ein Drittel der Zunahme. Eine AOK-Sprecherin bestätigte auf dapd-Anfrage die Angaben. Die stärksten Zunahmen gebe es im chirurgisch-orthopädischen Bereich sowie bei Kreislauferkrankungen, fügte sie hinzu.

„Unser neuer Report offenbart, dass viele Operationen nur gemacht werden, damit Krankenhäuser Geld verdienen“, wird Uwe Deh, Vorstand des AOK-Bundesverbands, im „Spiegel“ zitiert. „Patienten in Deutschland können sich nicht mehr sicher sein, dass sie ausschließlich aus medizinischen Gründen behandelt werden.“ Insbesondere die Zahl der Operationen, die besonders gut vergütet würden, nehme zu, sagte er.

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Nach Dehs Worten erhöhte sich die Anzahl der Eingriffe an der Wirbelsäule bei den AOK-Versicherten seit 2005 um 130 Prozent. Dabei gebe es große regionale Unterschiede: In Bayern und Schleswig-Holstein werde der Rücken beispielsweise 50 Prozent häufiger operiert als in Berlin.

dapd

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