Bali-Bomber: Das war mein wahres Motiv

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Vor Gericht bat der Bali-Bomber die Familien der Opfer um Vergebung

Jakarta - Einer der einst meistgesuchten Terroristen der Welt hat das Gericht mit einer Aussage zu den Bombenanschlägen auf Bali überrascht. Anschließend wandte er sich direkt an die Hinterbliebenen.

Nach eigenen Angaben war sein Motiv, die Terroranschläge zu verhindern, nicht, sie auszuführen. Der Indonesier Umar Patek (45) ist als Konstrukteur der Bomben für die Bali-Anschläge angeklagt, die vor zehn Jahren auf der Ferieninsel 202 ausländische Touristen und Indonesier in den Tod rissen.

Beim Zusammensetzen von Bomben sei es einmal zu einer kleinen Explosion gekommen, sagte Umar Patek am Montag in Jakarta vor Gericht „Das war ein Zeichen Gottes“, habe er seinen Komplizen gesagt. „Diese Aktion ist nicht gesegnet.“ Er bedauere die Bali-Anschläge.

Die schlimmsten Terroranschläge seit dem 11. September

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Die Staatsanwaltschaft wirft Patek unter anderem vorsätzlichen Mord vor und verdächtigt ihn, Mitglied in der Terrororganisation Jemaah Islamiyah gewesen zu sein. Ihm droht die Todesstrafe.

Patek wurde im Januar 2011 in Abottabad in Pakistan festgenommen, wo US-Sonderkommandos später Al-Kaida-Chef Osama bin Laden aufspürten und töteten. Die US-Behörden hatten ein Kopfgeld von einer Million Dollar auf ihn ausgesetzt.

Patek hat zugegeben, mit mehreren der wegen der Bali-Anschläge verurteilten Terroristen Bomben gebaut zu haben, darunter Ali Imron und Imam Samudra. Imron wurde wegen der Anschläge zu lebenslanger Haft verurteilt. Samudra bekam mit zwei weiteren Komplizen die Todesstrafe und wurde 2008 hingerichtet. Patek sagt aber, er habe nicht gewusst, welche Anschläge die Komplizen konkret planten.

Bali-Bomber bittet Familien der Opfer um Vergebung

"Es war erwähnt worden, dass sie die Bomben an einem Ort mit vielen Menschen aus dem Westen hochgehen lassen wollen, als Rache für den Tod der Muslime in Palästina", erklärte Patek vor Gericht. "Ich habe gefragt, warum Bali? Der Jihad sollte doch in Palästina ausgetragen werden. Aber sie sagten, sie wüssten nicht, wie sie nach Palästina kommen könnten", zitiert das Nachrichtenportal abc.net.au die Aussagen des 45-Jährigen. Als die Komplizen die Bomben in den Wagen geladen haben, sei er in seinem Zimmer gewesen und hätte den Koran gelesen. An dem Anschlag sei er also nicht direkt beteiligt gewesen.

"Ich bitte die Familien der Opfer um Vergebunug, egal ob Indonesier oder Ausländische", sagte Patek weiter. "Ich bitte sie alle um Vergebung. Das kommt aus tiefstem Herzen

dpa

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