Berlin-Tempelhof: Vom Airport zum Super-Park

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Berlin - Seit einem Jahr ist das Flugfeld des früheren Flughafens Tempelhof geöffnet. Die Berliner haben ihre riesige Wiese lieben gelernt. Anwohner wollen, dass sie so bleibt, wie sie ist. Doch es gibt große Pläne. Ein Kletterfelsen soll 60 Meter hoch werden.

Die Berliner haben kein blaues, sie haben ein grünes Meer. Wer sich dem stillgelegten Flughafen Tempelhof vom Stadtteil Neukölln aus nähert, hat das Gefühl, er gehe auf einen Strand zu. Denn hinter der letzten Häuserfront sieht er kilometerweit nichts. Nichts als eine riesige Wiese mit ein paar Landebahnen - die neue Erholungsoase der Hauptstädter. Mit der Ruhe ist es jedoch bald vorbei: 2013 rücken die Bagger an und richten das Gelände für die Internationale Gartenschau 2017 her. Anschließend soll ein “Park der Superlative“ entstehen.

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Fast 100 Jahre lang war der Traditionsflughafen, dieses gewaltige Stück Natur mitten in der Stadt, für die Öffentlichkeit tabu. Bis im vergangenen Jahr die Tore geöffnet wurden: Seitdem strömen am Wochenende im Schnitt bis zu 35 000 Besucher in Berlins größten Park, der fast so groß ist wie der Central Park in New York. Viel hat sich seit der Öffnung nicht verändert. Bis heute sieht die Tempelhofer Freiheit nach Flughafen aus. Jogger, Radfahrer und Inline-Skater können ungestört ihre Runden drehen. Andere werfen Frisbees oder spielen Fußball. Freunde treffen sich zum Grillen, Familien treffen sich zum Picknick. “Es ist so speziell. Ich liebe es, hier zu sein“, sagt Timmy Ryan.

Der Fotograf kommt fast jeden Tag her und wünscht sich wie viele Anwohner, dass der Park so bleibt, wie er ist - ein Provisorium. “Einfach schauen, wie sich die Dinge entwickeln“, sagt Ryan, nippt an seinem Bier und schaut in die Ferne. So eine riesige freie Fläche mitten in einer Metropole gibt es in Europa wohl nur einmal. Für manche ist das Flugfeld bereits ein fertiger Park, für Landschaftsarchitekten und Städteplaner ist es eine Spielwiese der Fantasie geworden. 78 nationale und internationale Büros hatten ihre Konzepte beim Ideenwettbewerb zur Parkgestaltung eingereicht.

Die Kreativen regt es an, dieses 285 Hektar große Areal zu gestalten, sich mit der Weite, der Geschichte, dem Mythos zu beschäftigen. Früher landeten hier während der Luftbrücke 1948/49 die “Rosinenbomber“, später die Beatles, John F. Kennedy und Marilyn Monroe. Der Flughafen Tempelhof war West-Berlins Tor zur Welt. Nun soll aus ihm für rund 60 Millionen Euro nach Pariser Vorbild eine Art “Parc de la Villette“ in Berlin werden, sagt Andreas Kipar. Der Architekt saß der Expertenjury vor, die sich zwischen den Konzepten einstimmig für das Projekt des britischen Architektenbüros Gross.Max und Sutherland Hussey entschied. Welche Konzepte noch im Gespräch waren, ist derzeit in einer Ausstellung zu sehen.

Bereits 2009 hatte Berlin den Zuschlag für die Ausrichtung der renommierten Internationalen Gartenausstellung erhalten. Der Senat hofft auf 3 bis 3,5 Millionen Besucher aus der ganzen Welt. Ob es bald mit der großen Freiheit in Tempelhof vorbei ist? Die Planer sagen nein. Kipar spricht von “einer robusten Grundstruktur“, die der Siegerentwurf vorgebe. Es sei noch genug Raum für Entwicklung. Geplant sind Nachbarschaftsgärten, Naturbiotope, eine Eisbahn und ein 60 Meter hoher Kletterfelsen. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher spricht von einem Konzept zwischen “Anmut und Größenwahn“.

dpa

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