Massen-Unfall mit drei Toten: Bewährung für Verursacher

+
Feuerwehrleute löschen am 2. Juli 2010 auf der A 31 bei Dorsten (Nordrhein-Westfalen) Unfallfahrzeuge. Dabei sind drei Menschen gestorben. Der Verursacher wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Essen - Den Verursacher einer Massenkarambolage auf der Autobahn 31 bei Dorsten (Kreis Recklinghausen) mit drei Toten und sechs Verletzten hat das Landgericht Essen am Freitag zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Darüber hinaus muss der 48-Jährige als Geldauflage 3.000 Euro an einen Kindergarten zahlen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Mann der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht hat. Es folgte mit seinem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Der Mann war im Juli 2010 mit seinem 38 Tonnen schweren Laster nach Feststellung des Gerichts mit annähernd 80 Stundenkilometer “im Prinzip ungebremst“ auf ein Stauende aufgefahren und hatte dabei zwei Lkw sowie elf Autos ineinandergeschoben. Drei Männer im Alter zwischen 24 und 37 Jahren verbrannten bis zur Unkenntlichkeit in einem Pkw, der durch die Wucht des Aufpralls in Flammen aufgegangen war.

Fahrfehler als Ursache

Ursache des Unfalls war laut Gericht klar ein Fahrfehler, den der Angeklagte in der Verhandlung auch eingestanden hatte. Daher sei der Fahrer für das Geschehen voll verantwortlich. Er hätte nach Einschätzung der Richter genug Zeit gehabt, richtig zu reagieren, da das Stauende mehrere Hundert Meter vorher zu sehen gewesen sei.

Doch der Lkw-Fahrer hatte zunächst den Schalter für die Motorbremse mit dem für das Getriebe verwechselt. Als er den Fehler bemerkte und der Laster weiter auf das Stauende zufuhr, verwechselte er in der Stresssituation zudem das Brems- mit dem Gaspedal.

Mit dem Urteil blieb die Kammer dennoch unter der möglichen Höchststrafe von fünf Jahren Haft. Für den Angeklagten spreche, das er die Tat eingestanden habe und bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten sei. Auch sei er bis vor dem Geschehen weder zu schnell gefahren, übermüdet oder alkoholisiert gewesen. Allerdings seien die Folgen für die betroffenen Familien der drei getöteten Männer “immens und nicht zu reparieren“.

Der Angeklagte hatte in seinem Schlusswort erneut Bedauern geäußert. Seit dem Unfall wird er nach eigener Aussage psychisch betreut.

Von Frank Bretschneider

Auch interessant

Meistgelesen

Neue Details zum Amokläufer in München: Er war zuvor bei Tugce
Neue Details zum Amokläufer in München: Er war zuvor bei Tugce
Kettensägen-Angreifer hat bei der Festnahme Armbrüste dabei
Kettensägen-Angreifer hat bei der Festnahme Armbrüste dabei
Dauerregen lässt Pegel steigen
Dauerregen lässt Pegel steigen
Polizei stoppt Auto mit sieben Kindern auf umgeklappter Rückbank
Polizei stoppt Auto mit sieben Kindern auf umgeklappter Rückbank

Kommentare