Serienvergewaltiger in Berlin

Fünf Horror-Taten? Berliner Polizei sucht mit Foto nach diesem Mann

In Brandenburg sind binnen weniger Tage mehrere sexuelle Übergriffe verübt worden. Jetzt suchen Polizei und Staatsanwaltschaft mit Foto nach dem mutmaßlichen Täter.

Mit diesem Bild fahndet die Polizei nach dem mutmaßlichen Vergewaltiger.
  • Eine Frau wird in Brandenburg Opfer einer Vergewaltigung. Als das Martyrium endet, offenbart sie sich der Polizei.
  • Innerhalb weniger Tage werden mehrere ähnliche Fälle gemeldet.
  • Der Täter ist weiter flüchtig - jetzt sucht die Polizei Berlin mit Foto nach dem mutmaßlichen Serientäter.

Update vom 8. Juli, 14.57 Uhr: In Berlin ist es seit dem 12. Juni 2020 zu einer Reihe von Vergewaltigungen gekommen. Sie sind offenbar ein und demselben Täter zuzuschreiben. Jetzt suchen Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft per Bild und Öffentlichkeitsfahndung nach dem mutmaßlichen Täter.

Bisher werden dem Mann fünf Vergewaltigungen zur Last gelegt. Zu einer Tat konnten die Ermittler nach eigenen Angaben die mutmaßlich angegriffene Frau noch nicht ausfindig machen. Am 25. Juni 2020 meldete ein Zeuge, dass er eine Vergewaltigung auf einem Waldweg nahe des Teufelsberges beobachtet habe. Die Polizei konnte am bezeichneten Ort jedoch weder Täter noch Opfer feststellen.

Jetzt werden zwei weitere Taten der Vergewaltigung-Reihe zugeordnet - in einem Waldgebiet bei Kleinmachnow und im nordöstlich von Berlin liegenden Bernau. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um einen Serientäter handelt. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat deshalb am Mittwoch auch die Ermittlungen zu den Taten in Brandenburg übernommen. Jezt wurde eine Öffentlichkeitsfahndung herausgegeben: Mit Bildern aus Überwachungskameras, die am Tatabend 15. Juni 2020 in Bernau-Friedental aufgenommen wurden. Polizei und Staatsanwaltschaft bittet die Bevölkerung um Hinweise.

Der Gesuchte ist etwa 30 Jahre alt, 1,75 bis 1,85 Meter groß. Er ist von schlanker Statur und hat einen athletischen Oberkörper. Er könnte dem Phänotypus nach Osteuropäer sein. Den Beschreibungen zufolge hat der Mann braune Augen. Er sprach mit den Geschädigten in englischer Sprache.

Die Polizei fragt:

  • Wer kennt den Unbekannten?
  • Wer kann Angaben zu seiner Person oder seinem Aufenthaltsort machen?
  • Wer hat die Tat am Nachmittag des 25. Juni 2020 auf einem Parkplatz nahe des Teufelsberges beobachtet?
  • Wer kann Angaben zu den anderen Taten machen?
  • Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise geben?

Zeugen können Hinweise, die auch vertraulich behandelt werden können, an das LKA 134 beim Landeskriminalamt Berlin in der Keithstraße 30 in 10787 Berlin-Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664-913402 (per E-Mail lka134-hinweise@polizei.berlin.de) oder an jede andere Polizeidienststelle geben. Insbesondere bitten die Ermittler das bislang unbekannte Opfer der Tat vom 25. Juni 2020, sich bei der Polizei zu melden.

Triebtäter in Brandenburg: Polizei nennt Details zu neuem Fall in Oranienburg 

Update vom 3. Juli, 10.25 Uhr: Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Fällen? Die Polizei ermittelt jetzt wegen einer weiteren Vergewaltigung in der Nähe von Berlin. Zuvor hatten Medien von einem Großeinsatz der Polizei in der Nacht auf Freitag berichtet.  

Eine Frau (35) sei nach eigenen Angaben in Oranienburg bei Berlin angegriffen worden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Es wird wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung ermittelt, wie eine Polizeisprecherin am Freitag sagte.

War es der gesuchte Täter? Junge Frau bei Berlin angegriffen  

Update vom 3. Juli: Nach der Vergewaltigung einer Joggerin ist es erneut zu einem Übergriff unweit von Kleinmachnow in Brandenburg gekommen. In der Nacht wurde eine junge Frau am Schlossufer in Oranienburg angegriffen. Das berichten mehrere Medien und beziehen sich dabei auf die regionale Nachrichtenagentur Nonstop News

Oranienburg liegt 50 Kilometer von Kleinmachnow entfernt. Die Polizei soll den Bereich großflächig abgesperrt haben und suchte mit Spürhunden und Hubschrauber nach dem Täter - ohne Erfolg. Weitere Details zur Tat sind zunächst nicht bekannt. 

Offenbar vier Horror-Taten in einer Woche - Triebtäter versetzt Kleinmachnow in Angst

Update vom 2. Juli: Nach der schrecklichen Tat im Landkreis Potsdam verdichten sich die Hinweise, dass der Mann in den Tagen vor der Vergewaltigung möglicherweise bereits mehrmals in der Gegend um Wannsee/Kleinmachnow sein Unwesen trieb.

So sei es in den Tagen zuvor - und am gleichen Tag - angeblich zu drei sexuellen Übergriffen gekommen, die der bislang noch unbekannte Täter verübt haben könnte. Dabei soll es sich laut Bild um folgende Vorkommnisse handeln:

Vergewaltigung in Brandenburg: Mehrere Vorfälle rund um Kleinmachnow

  • Vergewaltigung am 22. Juni im Bereich Wannsee.
  • Zeuge meldete am 25. Juni eine Sexualstraftat nahe Teufelsberg - Täter und Opfer wurden jedoch nicht aufgefunden.
  • Am 28. Juni - dem Tag der Vergewaltigung in Brandenburg - meldete eine weitere Frau einen versuchten Übergriff, konnte jedoch fliehen.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben in Bezug auf diese Vorfälle einen Zeugenaufruf gestartet und erhoffen sich Hinweise der Bevölkerung. So stellt die Berliner Polizei folgende Fragen an die Öffentlichkeit

  • Wer hat die Tat vom 25. Juni 2020 um 19 Uhr nahe des Teufelsberges beobachtet? 
  • Wer kann Angaben zu den beiden anderen Taten am 22. und 28. Juni 2020 machen? 
  • Wer kann sonstige sachdienliche Tipps geben?

Hinweise nimmt das LKA Berlin 134 unter der Telefonnummer (030) 4664- 913402 entgegen - und jede andere Polizeidienststelle.

Abgesehen davon prüft die Brandenburger Polizei einen eventuellen Zusammenhang zu einem sexuellen Übergriff an einer Bushaltestelle im benachbarten Stahnsdorf, wo zwei 14-jährige Mädchen begrapscht wurden.

Bei den Anwohnern in der Gegend ist angeblich Unmut entstanden, weil die Bevölkerung nach der Tat am 22. Juni nicht gewarnt wurde, als es zu einer Vergewaltigung kam und der Täter noch frei herumläuft. Befragte Frauen zeigten sich auf Nachfrage der Bild (Artikel hinter Bezahlschranke) verängstigt und eingeschüchtert.

Joggerin in Brandenburg vergewaltigt: Phantombild veröffentlicht

Update 13.10 Uhr: Nun veröffentlichte die Polizei ein Phantombild des Vergewaltigers. Mit diesem Bild sucht die Polizei nach dem Täter, der möglicherweise ein Serientäter ist. Der Triebtäter hat auf dem Bild kurze Haare und ein bartloses, markantes Gesicht. Die Haare sollen rötlich-orange gefärbt gewesen sein. Er soll zudem 175 cm groß und von schlanker Statur sein. Seine Haut war leicht gebräunt, seine Augen braun, er trug eine blaue Jogginghose sowie einen orangefarbenen Rucksack. Er sprach schlecht Deutsch mit einem osteuropäischen Akzent. 

Die Tat ereignete sich am Sonntagabend in einem Waldstück bei Kleinmachnow in Brandenburg. Sie soll über Stunden gedauert haben. 

Erstmeldung 1. Juli 2020, 9.15 Uhr: Brandenburg - Es ist die absolute Horror-Vorstellung einer jeden Frau. Alleine unterwegs zu sein und das Opfer sexueller Gewalt zu werden. In München ereilte vor wenigen Wochen dieses schlimme Schicksal einer junge Frau*. 

Einer 27-Jährigen widerfuhr in der Nähe des brandenburgischen Ortes Kleinmachnow ebenfalls Furchtbares. Während des Joggens wurde die Frau überfallen und in einem Waldstück mehrfach vergewaltigt.

Brandenburg: Täter zieht Joggerin ins Gebüsch und vergewaltigt sie

Der Täter, nach dem die Polizei in Brandenburg aktuell noch fahndet, hatte die Joggerin laut Aussageprotokoll niedergeschlagen und in ein Gebüsch gezerrt, wo er sie sexuell missbrauchte. Nach ihrem Martyrium konnte sich die Frau das Fahrrad des mutmaßlichen Täters schnappen und nach Hause flüchten.  

Dort traf die Frau auf die Polizei, die von Familienangehörigen des Opfers inzwischen als vermisst gemeldet wurde, nachdem sie von ihrer Laufrunde nicht zurückgekehrt war. Den Beamten fiel auf, dass die Frau verletzt war. 

Das Vergewaltigungsopfer schilderte den Beamten, was ihr widerfahren war. Während sich umgehend herbeigerufene Rettungskräfte um die verletzte Frau kümmerten, leiteten die Brandenburger Polizisten eine Fahndung nach dem Täter ein, bei der sie auch von Kollegen aus Berlin und der Bundespolizei unterstützt wurden.

Doch trotz des Einsatzes von Spürhunden und eines Hubschraubers konnte man den Täter zunächst nicht fassen. Wie Bild berichtet, erlitt das Opfer neben einer blutenden Kopfwunde zahlreiche Hämatome und Schürfwunden. 

Zudem sollen innere Verletzungen auf eine Vergewaltigung hindeuten. Dabei half dem Opfer womöglich eine List, dem Vergewaltiger zu entkommen, der während der Tat gestanden haben soll, die Frau schon „seit längerer Zeit“ zu beobachten.

Vergewaltigte macht Täter ein schier unglaubliches Angebot

Die Frau machte in ihrer Verzweiflung und aus Angst um ihr Leben dem Mann das Angebot, man könne sich am folgenden Tag ja wiedersehen. Als Treffpunkt nannte sie den Bahnhof Wannsee. 

Die Polizei observierte das Gelände rund um den Bahnhof am Tag nach der Tat. Doch der Täter kam nicht und ist weiter flüchtig. 

Wie Bild berichtet, könnte es sich bei dem Peiniger der Frau möglicherweise um einen Serientäter handeln. Demnach prüfe die Polizei Brandenburg aktuell einen Zusammenhang zu weiteren Taten. 

Erst vor kurzem sollen etwa drei Kilometer vom aktuellen Tatort zwei junge Mädchen begrapscht worden sein. Auch sie gaben eine ähnliche Täterbeschreibung ab. Demnach soll es sich bei dem Täter in beiden Fällen um einen Mann mit rötlich-orange gefärbten Haaren handeln. 

Außerdem soll laut Bild wegen einer Serie von Vergewaltigungen und Sexualdelikten in Wannsee seit Wochen ermittelt werden

Immer wieder erleben Frauen den Albtraum einer Vergewaltigung. Ein grausamer Fall eines sexuellen Übergriffs in einem Parkhaus* beschäftigte kürzlich auch Münchens Justiz. Und auch in Heidelberg Kirchheim kam es zuletzt zu einem aufsehenerregende Fall männlicher Gewalt. Im Juli 2020 verwickelt ein 22-Jähriger eine junge Frau auf einem nächtlichen Spaziergang durch Kirchheim in ein Gespräch. Er gibt sich harmlos. Dann zückt er ein Messer.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Video: Weltweite Proteste gegen sexuelle Gewalt

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