Weltuntergang: Hier hofft man auf Touristen

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Der Bürgermeister von Bugarach erwartet den Ansturm der Esoteriker

Bugarach - Wenn in der kommenden Woche nach Maya-Weissagungen die Welt untergehen sollte, gibt es in Europa angeblich einen Ort, wo die Menschheit überleben könnte: Ein kleines Dorf in den Pyrenäen.

In dem Dorf Bugarach in den französischen Pyrenäen wird man angeblich Schutz finden können. So besagen es zumindest Gerüchte im Internet, die dem 200-Einwohner-Ort am 21. Dezember Hunderte Besucher bescheren dürften. Ziel der Apokalypse-Flüchtlinge ist der sagenumwobene Berg Pic de Bugarach, dem magische Kräfte nachgesagt werden.

„Alle Kameras werden auf uns gerichtet sein“, sagt der Bürgermeister Jean-Pierre Delord der Zeitung „Journal du Dimanche“. Bei der Gelegenheit könne er ja zu Spenden für die Rettung des Berges aufrufen, scherzt Delord. Laut den Endzeit-Spekulationen könnte der Pic eine Garage für eine Art intergalaktisches Raumschiff beherbergen, das am Tag des Weltuntergangs nur Auserwählte mitnimmt.

Zugang zum Berg fünf Tage lang gesperrt

Allerdings dürfte es für diese schwierig werden, überhaupt dorthin zu kommen. Denn die Behörden haben den Zugang zu dem Berg vom 19. bis 23. Dezember gesperrt; auch der Überflug ist verboten. Fast hundert Polizisten und Feuerwehrleute sollen dafür sorgen, dass keiner auf den Berg kommt.

Am Pic de Bugarach ist man am 21. Dezember angeblich sicher vor dem Weltuntergang

Die 1.230 Meter hohe Erhebung ist ohnehin schon durch den Ansturm der Esoteriker in Mitleidenschaft gezogen. So werden Steine „von dem Ort, wo es keinen Weltuntergang gibt“ im Internet angeboten. „Man macht den Berg kaputt, um die Steine wegzunehmen“, beschwert sich Bürgermeister Delord in der Zeitung „Le Figaro“.
Die Steine sind jedoch nicht das einzige, was im Vorfeld des gefürchteten Weltuntergangs vermarktet wird. Auch Zimmer sind in Bugarach, wo es nicht einmal ein Hotel gibt, nächste Woche nur für viel Geld zu haben. Die Zeitung „Dépêche du Midi“ berichtet von 1.500 Euro, die im Internet für vier Zimmer pro Tag verlangt wurden.

Auch wenn die Anzeige kurz darauf wieder verschwand, werden noch immer Zeltplätze für viel Geld gehandelt. Auch der Apokalypse-Jünger Ludovic Broquet ist aus Bordeaux mit seinem Zelt gekommen. „Ich bin hier, um etwas über das Sternentor herauszufinden, den kosmischen Wirbel, der sich hier am Tag des Weltuntergangs öffnen soll“, sagt Broquet der Nachrichtenagentur AP.

Behörde warnt vor Angstmache

Die für die Beobachtung von Sekten zuständige Behörde Miviludes warnte bereits vor einem Jahr vor „Angstmache“ rund um das Datum des 21. Dezembers 2012, an dem der Maya-Kalender endet. Die apokalyptischen Bewegungen hätten in den vergangenen Jahren einen deutlichen Aufschwung erlebt, hieß es im Jahresbericht, der im Dezember 2011 veröffentlicht wurde.

Ganz so ernst wie die französische Behörde nehmen die beiden Sänger Corinne und Benoît Hutin den Weltuntergangshype nicht. Das singende Ehepaar aus Toulouse hat im Internet bereits mehr als 30.000 Klicks mit seinem Lied „In Bugarach, Bugarach“, in dem sie mit kleinen grünen Mars-Männchen die Apokalypse verulken.

Wenn Bugarach sich am Freitag nicht als letzte Rettung vor dem Weltuntergang erweisen sollte, werden dem Örtchen wohl nur einige Esoteriker und Hippies bleiben, die sich ohnehin schon dort niedergelassen haben - der Aura wegen.

dapd

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